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    NBA

    vor 20 Stunden

    Wenn Mega-Risiko belohnt wird

    Die 10 besten Trades der letzten Dekade: An Rang 1 führt kein Weg vorbei

    Wohl keine Sportliga der Welt wird Jahr für Jahr so sehr von Trades durcheinandergewirbelt wie die NBA. Einige Tauschgeschäfte stechen jedoch immer wieder aus der Masse heraus - welche zehn Trades hatten in den vergangenen zehn Jahren die größten Auswirkungen? Eine Top 10.

    Shai Gilgeous-Alexander und Kawhi Leonard im Kampf um den Ball.
    Shai Gilgeous-Alexander und Kawhi Leonard im Kampf um den Ball. USA TODAY Sports

    In wenigen Teamsportarten kann die einzelne Figur einen dermaßen großen Unterschied ausmachen wie im Basketball, mit lediglich fünf Akteuren auf dem Court. Entsprechend massiv können die Auswirkungen sein, wenn ein Superstar das Team wechselt.

    Immer wieder kann es jedoch auch ein nomineller Rollenspieler sein, der als finale Zutat zu einem Team stößt und einen Titelanwärter zum Träger macht. Und: Manchmal kann auch das Abgeben eines Superstars zum richtigen Zeitpunkt der Schlüssel dafür sein, kurze Zeit später eine Dynastie zu begründen.

    Wir haben versucht, all diese Arten von Top-Trades mit einzubeziehen, und sind beim folgenden Ranking angelangt. Wobei wir uns jeweils auf einen Trade pro GM beschränkt haben, um hier keine Greatest-Hits-Platte von Sam Presti aufzulegen (die findet sich bereits unter diesem Link). Und los geht’s …

    10. Wiggins landet in der Bay (Februar 2020)

    Im Prinzip ein Zweiteiler: Als Kevin Durant das Team im Juli 2019 verließ, handelte Golden State mit Brooklyn notgedrungen noch einen ungleichen Sign-and-Trade-Deal aus, um eins der besten Assets der Liga nicht völlig ohne Gegenwert zu verlieren. Der Gegenwert in Person von D’Angelo Russell war immerhin in der Vorsaison All-Star gewesen, wenn er auch von Anfang an nicht wirklich zu den Warriors passte. Das musste er aber auch nicht.

    D-Lo blieb bloß ein paar Monate, ehe er seine Koffer erneut packen konnte. Diesmal schickten ihn die Warriors nach Minnesota weiter, für Andrew Wiggins, der dort über den Status des ewigen Talents nie herausgekommen war und trotzdem einen Maximalvertrag sein Eigen nannte (den er einst für das Versprechen bekommen hatte, sich mehr anzustrengen).

    In der Bay drehte sich das. Wiggins wurde ein exzellenter Konterpart neben Stephen Curry, lieferte Athletik auf dem Flügel, wurde 2022 All-Star … und war während der Postseason der vielleicht beste Two-Way-Player des Teams, als Curry die Warriors noch einmal zur Meisterschaft führen konnte.

    Es blieb der klare Höhepunkt, aber das hätte auch durchaus anders laufen können. Die Timberwolves hatten noch einen Erstrundenpick draufgezahlt, um Wiggins‘ Vertrag loszuwerden - und der Deal stünde hier noch viel weiter oben, wenn Golden State mit diesem Pick dann nicht Jonathan Kuminga, sondern zum Beispiel Franz Wagner gepickt hätte …

    Luka Doncic wurde am Draft-Tag zu den Dallas Mavericks getradet.
    Luka Doncic wurde am Draft-Tag zu den Dallas Mavericks getradet. Brad Penner-USA TODAY Sports

    9. Doncic wird ein Maverick (Juni 2018)

    20 Jahre nach dem Move für die Draft-Rechte von Dirk Nowitzki handelten die Mavericks erneut einen Draft-Day-Deal ein, der ihre Franchise transformierte. Bewaffnet bloß mit dem Nr.5-Pick profitierte Dallas zunächst davon, dass Phoenix (Deandre Ayton) und Sacramento (Marvin Bagley III) heute (und eigentlich auch damals!) unerklärlich danebengriffen …

    … und dass dann auch Atlanta nicht vollends überzeugt vom talentiertesten Spieler dieses Jahrgangs war. Der damalige GM Donnie Nelson bot den Hawks für ihren Nr.3-Pick den an 5 gezogenen Trae Young sowie einen geschützten 2019er Erstrundenpick an, aus dem später Cam Reddish wurde.

    Dafür erhielten die Mavs ihren neuen Franchise-Player, den Erben Nowitzkis, mit dem er noch für ein Jahr zusammenspielte. Danach häufte Luka All-NBA First Teams an, wurde Liga-Topscorer, führte die Mavs einmal in die Conference Finals und 2024 einmal in die Finals, und dann … nun, es gibt Gründe, warum dieser Geniestreich hier nicht noch weiter oben steht.

    8. Milwaukees Meisterstück (November 2020)

    Zweimal innerhalb von vier Jahren ermöglichten Teams durch Trades für Jrue Holiday eine jeweilige Meisterschaft. Bei den Bucks passte er vom ersten Tag nahezu perfekt rein und war damals durchaus auch ein Zeichen an Franchise-Player Giannis Antetokounmpo: Es werden hier keine Kosten und Mühen gescheut, um einen Titel zu holen.

    Besagte Kosten waren hoch. Milwaukee gab für Holiday unter anderem Eric Bledsoe und George Hill ab, vor allem aber zahlten die Bucks bis zu vier Erstrundenpicks an New Orleans, womit sie noch immer nicht fertig sind (der 2027er Pick geht an New Orleans oder Atlanta). Es ist einer der Gründe dafür, dass Milwaukee nach Giannis‘ Abgang vor einem Scherbenhaufen steht.

    NBA: Der erste Spieltag

    Es hat aber eben auch Resultate gebracht. Den Titel 2021 holen die Bucks sicher nicht ohne das Two-Way-Play von Holiday, der im Lauf der gesamten Spielzeit der zweit- oder drittwichtigste Spieler des Teams war und nach drei sehr guten Saisons dann auch noch wertvoll genug war, um im weniger erfolgreichen Trade für Damian Lillard als spielerisches Kernstück zu dienen.

    7. Denver findet sein Nugget (März 2021)

    Als potenzieller Franchise Player war Aaron Gordon in Orlando knapp sieben Jahre lang falsch gecastet. Wo sein Skillset wirklich hingehörte, zeigte sich nach diesem Trade: Nach Denver, an die Seite von Nikola Jokic, der Gordons brachiale Athletik bestens einzusetzen wusste und gleichzeitig sehr davon profitierte, einen so vielseitigen Verteidiger neben sich zu wissen.

    Gordon ist in Denver zwar nie All-Star geworden und hatte über die vergangenen Jahre zunehmend mit Verletzungen zu kämpfen, der Trade war trotzdem ein Volltreffer: Beim Titelgewinn 2023 war AG elementar, seither ist er zunehmend zu Herz und Seele des Teams geworden und wird in Denver als "Mr. Nugget" gefeiert.

    Denver gab dafür RJ Hampton, Gary Harris und einen Erstrundenpick ab, aus dem 2025 Jase Richardson wurde. Ein Deal, den die Nuggets in 100 von 100 Fällen wieder durchziehen würden.

    Wichtiger Rollenspieler für die Celtics: Derrick White
    Wichtiger Rollenspieler für die Celtics: Derrick White picture alliance / ASSOCIATED PRESS

    6. White landet in Boston (Februar 2022)

    Eigentlich greifen bei Bostons Brad Stevens drei Transaktionen innerhalb kurzer Zeit ineinander, in anderthalb Jahren fädelten die Celtics separate Trades für Derrick White, Jrue Holiday (siehe oben) und Kristaps Porzingis ein, die in der Summe zur Meisterschaft 2024 führten. Jeder dieser Deals für sich genommen war gut, zusammen gaben sie ein echtes Kunstwerk ab.

    Heute ist White allerdings der einzige dieser drei Spieler, der noch in Boston spielt und nun mehr oder weniger offiziell als zweitbester Spieler des Teams in die kommende Saison geht. White war in San Antonio bereits gut, seinen echten Durchbruch hat er jedoch erst in Boston gefeiert, wo er sich als einer der besten Verteidiger der NBA und Analytics-Liebling etabliert hat.

    Die Celtics gaben für ihn Romeo Langford, Josh Richardson und zwei Erstrundenpicks ab - mit dem ersten wurde 2022 Blake Wesley gezogen, der zweite ist ein möglicher Swap im Jahr 2028. Vertretbar für einen, frei nach Cavs-Coach Kenny Atkinson, Top-5-Spieler in der NBA!

    5. New York geht volles Risiko (Oktober 2024)

    Auch bei den Knicks war es nicht bloß ein Trade, der den Titel möglich machte. Auch Mikal Bridges und OG Anunoby kamen auf diesem Wege, und während für Bridges in Form unzähliger Picks nüchtern betrachtet überbezahlt wurde, war der Anunoby-Trade (für RJ Barrett, Immanuel Quickley und einen Zweitrundenpick) ebenfalls ein guter Anwärter für diese Liste.

    Den Zuschlag bekommt jedoch der Move für den größten Namen, bei dem sich die Knicks wohl am stärksten aus ihrer eigenen "Komfortzone" brachten. Es war ein Schocker, als kurz vor der Saison 24/25 auf einmal für Julius Randle und Donte DiVincenzo, einen Teil der Nova-Knicks, und einen Erstrundenpick (Joan Beringer) Karl-Anthony Towns an den Hudson River wechselte.

    KAT ist ein polarisierender Spieler, auch der Trade polarisierte - aber er hat sich voll bezahlt gemacht, spätestens im Frühsommer 2026, als der Big Man als größter Matchup-Albtraum des Teams den Titel mit ermöglichte. Bedenkt man, dass Randle kurz nach der Meisterfeier per Salary-Dump von den Wolves veräußert wurde, hat sich das Investment erst recht gelohnt.

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    4. Von wegen Win-Win-Trade … (Februar 2022)

    Einer von zwei Trades auf dieser Liste, die bisher nicht zum Titel geführt haben, und dann trotzdem so hoch? Nun, ja: Tyrese Haliburton hat die Pacers ja immerhin auch bereits in Spiel 7 der Finals geführt, und vielleicht hätten sie dies sogar gewonnen, wenn er sich dann nicht die Achillessehne gerissen hätte.

    So oder so hat der Guard die Pacers seit seiner Ankunft komplett transformiert, von einer grauen Maus zum Contender, insbesondere nach dem Trade für Pascal Siakam (ebenfalls ein sehr guter Deal!). Während das andere Team in diesem Trade, die Sacramento Kings, nach einem kurzen Abstecher wieder einigermaßen hoffnungslos im Keller der Liga residiert.

    Was nicht nur an Domantas Sabonis liegt, natürlich nicht - der Litauer ist seit dem Trade in Sacramento zweimaliger All-NBA-Spieler geworden und zählt zu den produktivsten Bigs der Liga. Es ist dennoch ganz offensichtlich, dass bei diesem Trade nur eine Seite gewonnen hat, nicht beide, wie es noch während der ersten zwei Jahre oft behauptet wurde.

    Anthony Davis und LeBron James bekommen ihre Ringe.
    Anthony Davis und LeBron James bekommen ihre Ringe. IMAGO/USA TODAY Network

    3. AD geht nach Hollywood (Juli 2019)

    Gut möglich, dass der Luka-Trade aus dem Jahr 2025 in einigen Jahren ganz vorn als bester Move von Rob Pelinka stehen wird - der schockierendste Move der letzten Dekade war dies sicherlich. Stand jetzt bekommt aber der Trade für Anthony Davis den Zuschlag, einerseits, weil der Luka-Trade ohne ihn gar nicht möglich gewesen wäre.

    Und andererseits, weil er schon Zählbares produziert hat. Los Angeles ließ sich die Dienste von Davis damals viel kosten (Lonzo Ball, Josh Hart, Brandon Ingram, De’Andre Hunter, bis zu drei Erstrundenpicks, sowie Moritz Wagner, Jemerrio Jones und Isaac Bonga, die nach Washington geschickt wurden). Es hat dann aber auch funktioniert.

    Davis war in seinen fünfeinhalb Jahren in L.A. oft verletzt, 2020 wurde jedoch zum perfekten Sturm, als er in den Playoffs nicht minder wichtig für das Team war als LeBron James und den bisher letzten Titel der erfolgsverwöhnten Franchise eintütete. Auch in den Jahren danach beständig einer der besten Spieler der NBA, wenn er gesund war - und offensichtlich auch ein sehr brauchbares Trade-Piece!

    2. Die beste Leihe aller Zeiten (Juli 2018)

    Die Raptors wussten, dass sie nicht das Wunschziel von Kawhi Leonard waren, der in San Antonio einen Trade gefordert hatte. Sie wussten auch, dass die Gefahr durchaus bestand, dass er nach einem Jahr als Free Agent dann wieder gehen würde. Sie ließen sich nicht davon beirren und wurden dafür belohnt, dermaßen ins Risiko zu gehen.

    Wobei Masai Ujiri dabei sogar zwei Fliegen mit einer Klappe schlug. Die Ära von DeMar DeRozan und Kyle Lowry dauerte schon eine Weile an und es war offensichtlich geworden, dass diese Teams ein klares Limit hatten. DeRozan war teuer, ihn abzugeben, war also auch ein Weg, um einen sauberen Reset zu ermöglichen.

    Letzten Endes gab Ujiri den All-Star, Jakob Pöltl und einen 2019er Erstrundenpick (Keldon Johnson) ab und bekam dafür Leonard zurück, der die Franchise prompt als Finals-MVP zu ihrer ersten und einzigen Meisterschaft führte. Ach, und Danny Green wurde von den Spurs aus irgendeinem Grund auch noch mit nach Kanada geschickt und startete beim Titel in 104 von 106 möglichen Saisonspielen.

    Leonard und Green gingen im Sommer 2019 tatsächlich beide (mittlerweile ist bekannt, was bei Leonard so alles dazu führte …) - aber eben als Champions. Mehr konnte man kaum wollen.

    1. Der Start einer Dynastie (Juli 2019)

    Mehr hat in der letzten Dekade eigentlich nur OKC bekommen, genau ein Jahr später, und auch hierbei war Leonard involviert. Wenn auch indirekt: Er selbst ging ja als Free Agent zu den Clippers. Allerdings nur unter der Bedingung, dass diese auch noch für Paul George tradeten, und zwar um jeden Preis. Was dem Team auf der anderen Seite sehr entgegenkam.

    Der Gegenwert für PG-13 ist bekannt: OKC erhielt Danilo Gallinari, einen vielversprechenden Sophomore namens Shai Gilgeous-Alexander und bis zu sechs Erstrundenpicks. Die nicht durchweg Stars produzierten, aber den Thunder unter anderem ihren zweitbesten Spieler namens Jalen Williams gebracht haben …

    Shai und J-Dub haben OKC bereits zum Titel 2025 geführt, 2026 scheiterte OKC auch aufgrund von Williams‘ Verletzungen in den Conference Finals. Das Team bleibt aber bis auf Weiteres einer der Topfavoriten auf alle Titel in den nächsten Jahren. Springen noch mehr Ringe heraus, dürfte dieser Trade nicht nur als bester Trade DIESER Dekade in die Geschichte eingehen. Schon jetzt zählt er ohne Zweifel zu den besten Deals aller NBA-Zeiten.

    Ole Frerks

    Detroit Pistons
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    20.10.
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