04.07.2025
Denvers Offseason pendelt zwischen Tiefe und Risiko
Im Schatten der großen Namen haben die Denver Nuggets still und strategisch aufgerüstet und Nikola Jokic steht plötzlich ein tieferes, ausgewogeneres Team zur Seite. Ein Fragezeichen bleibt, aber das Potenzial für einen Angriff auf den zweiten Titel nach 2023 ist da.

Es war bislang keine Offseason der großen Schlagzeilen für die Denver Nuggets, aber eine der besten. Während vielerorts viel Geld in große Namen gepumpt wurde, haben die Nuggets leise und gezielt aufgerüstet.
Den Anfang machte der Trade von Michael Porter Jr. nach Brooklyn. Ein mutiger Schritt, immerhin war MPJ über Jahre ein fester Bestandteil der Starting Five. Doch mit Cam Johnson kam ein vielseitiger, teamorientierter Flügelspieler zurück. Gleichzeitig sparte Denver durch den Deal rund 17 Millionen Dollar Gehalt und verschaffte sich finanziellen Spielraum.
Was darauf folgte, war eine Kette von Moves, die viele glauben lässt: Der Champion von 2023 ist wieder da. Allerdings hat sich kürzlich ein gewisser Risikofaktor aufgetan.

Cameron Johnson ist kein spektakulärer Spieler. Aber er passt. Im Gegensatz zu Porter, der oft als isolierter Scorer agierte, bringt Johnson Bewegung, Playmaking und Defensive auf dem Flügel. Seine Verletzungsanfälligkeit bleibt ein Thema, doch sein Spielverständnis könnte Denver genau den Offensivfluss geben, der zuletzt fehlte.
Finanziell war der Trade ohnehin ein Volltreffer: Weniger Gehalt, mehr Flexibilität. Die freigewordenen Mittel könnten den Nuggets noch Möglichkeiten eröffnen. Ein Backup-Point-Guard wie Chris Paul oder Malcolm Brogdon wäre theoretisch drin.
In den vergangenen Playoffs war die fehlende Tiefe das große Thema. Die Starting Five um Nikola Jokic und Jamal Murray gehört zur Elite, aber sobald die Bank kam, wurde es oft dünn. Das soll sich ändern: Mit Jonas Valanciunas wurde ein verlässlicher Backup für Jokic verpflichtet, jedenfalls ist das der Plan. Der erfahrene Litauer soll dem Team Stabilität geben, wenn der Serbe auf der Bank sitzt. Damit wurde ein Problem angegangen, das in Denver seit Jahren ungelöst blieb.

Doch nun droht der Valanciunas-Plan zu platzen. Laut übereinstimmenden Medienberichten steht der Center vor einem Wechsel zu EuroLeague-Champion Panathinaikos Athen. Noch ist nichts offiziell, doch der Rückzug könnte unmittelbar bevorstehen und würde einen herben Rückschlag für die Kaderplanung bedeuten.
| Spiele | Punkte | Rebounds | Assists | FG% |
|---|---|---|---|---|
| 937 | 13,1 | 9,3 | 1,4 | 56 |
Dazu kamen zwei Veteranen zum Schnäppchenpreis: Tim Hardaway Jr. und Bruce Brown. Letzterer kehrt zurück zu dem Ort, an dem er 2023 noch Champion wurde. Beide bringen Shooting, Erfahrung und Routine. Genau das, was ein Team braucht, das auf den ganz großen Wurf zielt.
Mit Jokic im Kader ist man automatisch im erweiterten Titelrennen. Aber jetzt hat Denver wieder das Gefühl, dass es wirklich ernst werden könnte. Das Team hat Tiefe, Erfahrung und Optionen, ohne seine Identität zu verlieren. Das Front Office hat ruhig gearbeitet, aber mit Plan.
Ob ein möglicher Valanciunas-Abgang diesen Plan durchkreuzt, bleibt abzuwarten. Aber eines ist klar: Die Nuggets haben im bislang vieles richtig gemacht, um in der kommenden Saison wieder mitreden zu können.
Lukas Hetterich