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    NBA

    vor 10 Stunden

    Deutscher Center und Co. schalten Wemby ab

    Hartenstein als Schlüssel: Thunder finden ihre Identität wieder

    Nach der deutlichen Niederlage in Spiel vier meldeten sich die Oklahoma City Thunder eindrucksvoll zurück. Beim 127:114 gegen die San Antonio Spurs wirkte Oklahoma City offensiv wieder deutlich variabler - und defensiv wesentlich näher an der eigenen Identität.

    Die OKC Thunder überzeugen im Kollektiv.
    Die OKC Thunder überzeugen im Kollektiv. Getty Images

    Noch vor zwei Tagen hatte San Antonio Oklahoma City offensiv komplett aus dem Rhythmus gebracht. Anders als in Spiel drei setzten die Spurs dabei kaum auf aggressive Doppelteams gegen Shai Gilgeous-Alexander, sondern vertrauten fast durchgehend ihrer individuellen Defense - natürlich mit der zusätzlichen Absicherung durch Victor Wembanyama als Helpside-Monster. Der Plan ging voll auf: Die Thunder bekamen kaum offene Würfe, die Rollenspieler fanden nie ihren Rhythmus und Oklahoma City erzielte nur 82 Punkte.

    Gerade deshalb war die Reaktion der Thunder in Spiel fünf so interessant. Spurs-Coach Mitch Johnson variierte die Defense diesmal deutlich stärker. Teilweise kamen Doppelteams gegen Gilgeous-Alexander, phasenweise verteidigte San Antonio Zone, dann wieder klassisch im Eins-gegen-eins mit aggressiver Helpside beim Drive des MVPs. Oklahoma City reagierte darauf allerdings wesentlich besser - vor allem durch besseres Shooting und zusätzliche Ballhandler neben SGA.

    Thunder vs. Spurs: Die Serie im Überblick

    McCain wird zum Unterschiedsspieler

    Die Entscheidung von Thunder-Coach Mark Daigneault, Jared McCain in die Starting Five zu stellen, erwies sich dabei als enorm wichtig - insbesondere weil OKC ohne Jalen Williams und Ajay Mitchell antreten musste. McCain brachte als zusätzlicher Shooter und sekundärer Playmaker genau die Balance, die Oklahoma City in Spiel vier gefehlt hatte. Immer wieder attackierten die Thunder die wechselnden Coverages der Spurs früh, bewegten den Ball schnell weiter und fanden dadurch deutlich bessere Würfe. McCain kam in seinem ersten Playoff-Start auf 20 Punkte, während Alex Caruso als Energizer von der Bank auftrat und 22 Punkte beisteuerte.

    "Wir haben heute einfach deutlich besser gespielt - sowohl vom Prozess her als auch vom Ergebnis", erklärte Daigneault nach der Partie. Tatsächlich wirkte Oklahoma City offensiv wieder wesentlich näher an der eigenen Identität. Nachdem die Thunder in Spiel vier nur 18 Prozent ihrer Dreier getroffen hatten und fast ausschließlich schwere Würfe nehmen mussten, funktionierte diesmal vor allem das Spacing deutlich besser. "Wir haben einfach wieder so gespielt wie wir selbst", sagte Gilgeous-Alexander nach dem Sieg. Der MVP kam dadurch immer wieder an die Freiwurflinie und beendete die Partie mit 32 Punkten bei 16 erfolgreichen Freiwürfen.

    McCain kam auf 20 Punkte in Spiel 5.
    McCain kam auf 20 Punkte in Spiel 5. Alonzo Adams

    Hartenstein verändert erneut das Matchup gegen Wemby

    Mindestens genauso wichtig war erneut Isaiah Hartenstein. Der deutsche Big Man spielte defensiv vielleicht sein bestes Spiel der Serie und war einer der Hauptgründe dafür, dass Wembanyama offensiv nie wirklich dominieren konnte.

    "Es ist eine Team-Sache. Am Ende wirst du einen solchen Spieler nie alleine stoppen", erklärte Hartenstein nach der Partie. Tatsächlich verteidigte Oklahoma City Wembanyama diesmal konsequent kollektiv. Neben Hartenstein half vor allem in den Minuten mit der Double-Big-Lineup auch Chet Holmgren immer wieder früh beim Roll zum Korb, während die Perimeterverteidiger aggressiv in die Zone zogen und San Antonio einfache Abschlüsse am Ring wegnahmen.

    Ähnlich wie in Spiel 2 zwang Hartenstein Wemby immer wieder aus seinen Spots und verteidigte extrem körperlich. Wembanyama traf am Ende nur vier seiner 15 Würfe aus dem Feld und verfehlte alle fünf Dreier. Seine 20 Punkte wirkten dabei fast schmeichelhaft, da zwölf davon allein von der Freiwurflinie kamen.

    Wemby kam auf lediglich sechs Rebounds, während Hartenstein allein 15 Rebounds einsammelte - darunter sechs offensive. Immer wieder nahm der deutsche Center Wembanyama früh den Platz unter dem Korb weg und machte ihm einfache Abschlüsse am Ring extrem schwer.

    Hartenstein machte Wembanyama unter dem Korb das Leben schwer.
    Hartenstein machte Wembanyama unter dem Korb das Leben schwer. Getty Images

    Noch ist nichts entschieden

    Trotzdem dürfte OKC wissen, dass die Serie noch lange nicht entschieden ist. Auch in Spiel fünf erzeugten die Spurs immer wieder Probleme mit ihren wechselnden Defensivschemes, vor allem sobald Gilgeous-Alexander in engen Räumen attackierte. San Antonio blieb trotz schwacher Dreierquote (29 Prozent) und eines ruhigen Wembanyama-Abends im Prinzip das ganze Spiel lang in Schlagdistanz.

    Gleichzeitig zeigte Spiel fünf aber auch, warum Oklahoma City vor einem Matchball steht. Die Thunder gewannen diesmal eben nicht nur über ihren MVP, sondern über die Tiefe, Flexibilität und Rollenspieler, die konstant Antworten fanden. Genau diese Balance hatte ihnen in Spiel vier komplett gefehlt - und genau sie brachte OKC nun wieder einen Sieg vor die NBA Finals.

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    Sam Müller

    Oklahoma City Thunder
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    San Antonio Spurs
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    29.05.
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    Oklahoma City Thunder
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    31.05.
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    San Antonio Spurs
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