vor 6 Stunden
Frust-Eklat in den Playoffs
Victor Wembanyama hat in Spiel 4 gegen die Minnesota Timberwolves die erste Ejection seiner NBA-Karriere kassiert. Nach dem Ellenbogenschlag gegen Naz Reid stellten sich die Spurs jedoch demonstrativ hinter ihren Superstar.

Die Szene ereignete sich früh im zweiten Viertel der 109:114-Niederlage gegen Minnesota. Nachdem Victor Wembanyama einen Rebound gesichert hatte, geriet der Spurs-Star unter starken körperlichen Druck von Naz Reid und Jaden McDaniels. Kurz darauf traf der Franzose Reid mit dem Ellenbogen im Bereich von Kiefer und Hals, woraufhin die Schiedsrichter das zunächst gepfiffene Offensivfoul nach Videoüberprüfung zu einem Flagrant-2-Foul hochstuften. Die Folge: automatische Ejection.
Während Wembanyama selbst nach dem Spiel nicht mit den Medien sprach, machten seine Mitspieler und Trainer deutlich, dass sie die Situation vor allem als Resultat der physischen Verteidigung gegen den 22-Jährigen sehen. "Man konnte die Frustration sehen", sagte Dylan Harper. "Ich glaube nicht, dass es Absicht war. Es war eher: 'Sie halten mich die ganze Zeit fest. Ich versuche, mich selbst zu schützen, weil es sonst niemand tut.'"
Besonders deutlich wurde Spurs-Coach Mitch Johnson. Zwar verteidigte er den Schlag gegen Reid nicht direkt, kritisierte jedoch den Umgang der Schiedsrichter mit der Härte gegen Wembanyama scharf. "Irgendwann muss er sich selbst schützen, wenn es sonst niemand tut", erklärte Johnson. "Es wird langsam widerlich, wie mit ihm umgegangen wird. Ich bin froh, dass er die Sache selbst in die Hand genommen hat - nicht den Schlag gegen Naz Reid, aber dass er sich schützt."
Auch De’Aaron Fox stellte sich nach dem Spiel hinter seinen Teamkollegen. Der Guard verwies darauf, dass Wembanyamas linker Arm vor der Aktion festgehalten worden sei und die Szene womöglich nie eskaliert wäre, wenn vorher bereits ein Foul gepfiffen worden wäre. Während der langen Videoüberprüfung soll Wembanyama auf der Bank sogar seinen Mitspielern gefragt haben: "Was bedeutet das?", offenbar ohne sofort zu realisieren, dass ihm die Ejection drohte.

Für Wembanyama endete der Abend nach nur 13 Minuten mit vier Punkten, vier Rebounds und drei Fouls - die niedrigste Punkteausbeute seiner bisherigen NBA-Karriere. Dennoch blieb der Franzose laut Teamangaben in der Halbzeit präsent und sprach in der Kabine zu seinen Mitspielern, um ihnen trotz seines Ausschlusses weiter Selbstvertrauen zu geben.
Ob zusätzlich zur automatischen Geldstrafe noch eine Sperre folgt, wird nun von der NBA geprüft. Spurs-Coach Mitch Johnson hält weitere Konsequenzen allerdings für unangemessen: "Es gab keinerlei Absicht. Sie haben die Entscheidung wegen des Resultats der Aktion getroffen. Aber alles darüber hinaus wäre lächerlich."
Sam Müller