vor 22 Stunden
Spieler-Umfrage sorgt für Diskussionen
Welche Spieler genießen den größten Respekt innerhalb der NBA - und welche eher nicht? Eine anonyme Umfrage NBA-Profis liefert spannende Einblicke in die Wahrnehmung der Spieler untereinander und sorgt bei einigen Namen erneut für Diskussionen.

Im Rahmen des "Anonymous NBA Player Poll" von The Athletic wurden insgesamt 161 Spieler - rund ein Drittel der gesamten Liga - anonym zu verschiedenen Themen rund um die NBA befragt. Neben MVP-Debatten und Meisterschaftsfavoriten ging es dabei auch um über- und unterschätzte Spieler sowie die besten und schwächsten Coaches der Liga.
Als "most underrated player" wurden in diesem Jahr Derrick White von den Boston Celtics und Jalen Johnson von den Atlanta Hawks am häufigsten genannt. Besonders White erhält diese Anerkennung inzwischen regelmäßig von seinen Kollegen. Bereits 2024 teilte er sich den ersten Platz mit Jalen Williams, im vergangenen Jahr landete er hinter Cade Cunningham auf Rang zwei. Ein Spieler erklärte über den Celtics-Guard: "Für mich ist er einer der wichtigsten Spieler der Liga. Er macht alles auf beiden Seiten des Feldes." Ein anderer ging sogar noch weiter: "Alle reden darüber, dass Jaylen Brown ein MVP-Kandidat ist. Sie liegen falsch. White ist der größte Grund, warum Boston so gut ist."
Auch Jalen Johnson erhielt nach seiner Breakout-Saison viel Anerkennung. Der Forward führte die Hawks als Nummer sechs im Osten durch die Regular Season und legte Karrierebestwerte von 22,5 Punkten, 10,3 Rebounds und 7,9 Assists auf. Bemerkenswert: Im Vorjahr hatte Johnson aufgrund seiner Verletzungen noch keine einzige Stimme in dieser Kategorie erhalten. Neben White und Johnson tauchten unter anderem Jrue Holiday und Austin Reaves erneut weit oben in der Liste der unterschätzten Spieler auf.

Deutlich kontroverser verlief erneut die Abstimmung zum "most overrated player". Rockets-Star Alperen Sengün erhielt hier die meisten Stimmen, obwohl der 23-Jährige eine starke Saison mit 20,4 Punkten, 8,9 Rebounds und 6,2 Assists spielte und Houston in die Playoffs führte. Ein Spieler begründete seine Wahl so: "Er beschwert sich bei jedem Play. Er ist talentiert, aber er soll einfach spielen." Hinter Sengün landeten Rudy Gobert und Trae Young - beide tauchen seit Jahren regelmäßig in dieser Kategorie auf.
Gleichzeitig zeigte die Umfrage aber auch, wie unangenehm vielen Spielern diese Kategorie ist. Nur 81 Profis beantworteten die Frage überhaupt. Ein Spieler erinnerte daran, im Vorjahr Tyrese Haliburton als überschätzt bezeichnet zu haben, ehe dieser Indiana fast zur Meisterschaft führte: "Was er in den Playoffs gemacht hat, war verrückt." Ein anderer wollte seinen Kandidaten bewusst nicht nennen: "Das ist eine Sache, bei der ich meinen Namen drunterschreiben würde. Ich will niemanden heimlich schlechtmachen."
| Spieler | Stimmenanteil |
|---|---|
| Alperen Sengün | 12,3 % |
| Rudy Gobert | 8,6 % |
| Trae Young | 8,6 % |
| Karl-Anthony Towns | 7,4 % |
| Paolo Banchero | 4,9 % |
| Ja Morant | 4,9 % |
| Deni Avdija | 3,7 % |
| Scottie Barnes | 3,7 % |
| Luka Doncic | 3,7 % |
| Pascal Siakam | 3,7 % |
| Dillon Brooks | 2,5 % |
| Tyrese Haliburton | 2,5 % |
| Tyler Herro | 2,5 % |
| Evan Mobley | 2,5 % |
| Brandin Podziemski | 2,5 % |
| Domantas Sabonis | 2,5 % |
Bei den Coaches erhielt Celtics-Trainer Joe Mazzulla die meisten Stimmen als beeindruckendster Coach der Liga. Nachdem Boston ohne den verletzten Jayson Tatum und nach dem Abgang von Kristaps Porzingis eigentlich ein Rückschritt prognostiziert worden war, führten die Celtics die Erwartungen ad absurdum und beendeten die Saison mit 56 Siegen. Ein Spieler lobte vor allem "die Intensität, mit der er coacht". Dahinter folgten Thunder-Coach Mark Daigneault und Pistons-Trainer J.B. Bickerstaff, der Detroit zur Spitze der Eastern Conference führte.
Weniger schmeichelhaft verlief die Abstimmung zum "least impressive coach". Besonders Coaches von Tanking-Teams gerieten hier ins Visier der Spieler. Wizards-Coach Brian Keefe erhielt die meisten Stimmen, nachdem Washington mit 17 Siegen die schlechteste Bilanz der Liga eingefahren hatte. Ein Spieler sagte sogar: "Ich weiß nicht mal, wer die Wizards coacht, aber eben der Coach der Wizards." Auch Steve Kerr wurde überraschend häufig genannt. Obwohl der Warriors-Coach vier Meisterschaften gewann, kritisierten einige Spieler unter anderem seinen Umgang mit Jonathan Kuminga.

Wenig überraschend verlief dagegen die Wahl zum besten Verteidiger der Liga. Spurs-Superstar Victor Wembanyama erhielt mit großem Abstand (41,1 Prozent) die meisten Stimmen. Besonders seine Fähigkeit, Fehler am Ring auszubügeln, beeindruckt viele Spieler. "Du denkst, du hast einen offenen Layup - und dann siehst du ihn und drehst wieder um", erklärte ein Spieler. "Niemand sonst sorgt in der NBA für so etwas."
Sam Müller