vor 1 Stunden
Franzose reiht sich in elitäre Liste ein
Victor Wembanyama hat die San Antonio Spurs mit einer historischen Vorstellung zur 2:1-Serienführung gegen die Minnesota Timberwolves geführt. Nach der Partie verriet der Franzose, dass ihm dabei auch Lektionen von Hall-of-Fame-Center Hakeem Olajuwon geholfen hätten.

Mit 39 Punkten, 15 Rebounds und fünf Blocks stellte Wembanyama eine der beeindruckendsten Statlines der jüngeren Playoff-Geschichte auf. Seit Blocks offiziell erfasst werden, gelang eine Partie mit mindestens 35 Punkten, 15 Rebounds und fünf Blocks zuvor nur Olajuwon, Shaquille O'Neal und Kareem Abdul-Jabbar. "Es ist cool, zusammen mit diesen großen Namen erwähnt zu werden", sagte Wembanyama nach der Partie. "Ich musste im vierten Viertel auf einige Dinge zurückgreifen, die Hakeem mir beigebracht hat."
Vor allem ein Move gegen Rudy Gobert erinnerte tatsächlich stark an Olajuwon. Kurz vor Schluss traf der 22-jährige einen Spin-Fadeaway über den viermaligen Defensive Player of the Year und legte wenig später noch einen tiefen Dreier zum 109:103 nach. Insgesamt war der Spurs-Star an 18 der 29 Punkte seines Teams im Schlussviertel direkt beteiligt und sorgte dafür, dass Minnesota nach dem 98:99-Anschluss nicht mehr näher herankam.
Auch Spurs-Coach Mitch Johnson lobte die dominante Vorstellung seines Franchise-Players. Wembanyama habe "dem Spiel seinen Stempel aufgedrückt" und sowohl offensiv als auch defensiv die Zone kontrolliert. Besonders beeindruckend: Minnesota traf laut Tracking-Daten nur vier seiner 21 Würfe gegen direkte Defense von Wembanyama. Gleichzeitig blieb der Franzose offensiv extrem effizient, traf 72 Prozent seiner Würfe und leistete sich nur einen einzigen Ballverlust.

Dabei hatte Minnesota den katastrophalen Start zunächst schnell abgeschüttelt. Die Timberwolves lagen früh mit 1:14 zurück, kämpften sich aber noch im ersten Viertel zurück in die Partie. Vor allem Anthony Edwards hielt die Wolves mit 32 Punkten und mehreren schwierigen Würfen im Spiel, darunter ein 31-Fuß-Dreier mit der Sirene zum Ende des ersten Viertels. Dennoch gelang es Minnesota trotz 15 Offensivrebounds und 14 Würfen mehr als San Antonio nicht, Wembanyamas Einfluss auf beiden Seiten des Feldes zu kontrollieren.
Dabei war Minneapolis für Wemby bislang kein gutes Pflaster gewesen. Die Spurs hatten dort seit 2022 nicht mehr gewonnen, der Franzose selbst verlor zuvor alle vier Gastspiele im Target Center. Umso wichtiger war für ihn die Art und Weise des Sieges. "Es ging eher darum, das Schiff zusammenzuhalten", erklärte Wembanyama. Sein Team habe keine spektakulären Aktionen gebraucht, sondern Konstanz und Fehlervermeidung. "Wir haben noch nichts erreicht", betonte der Franzose dennoch. "Aber wir haben gezeigt, wie widerstandsfähig wir sein können."
Sam Müller