vor 4 Stunden
Deutscher PG spielte gesamtes Schlussviertel
Die Cleveland Cavaliers haben sich mit einem 125:120-Sieg gegen die Toronto Raptors eine 3:2-Führung gesichert - auch dank eines starken Dennis Schröder im Schlussviertel. Nach der Partie stand vor allem der deutsche Guard im Mittelpunkt.

Zur Halbzeit lag Cleveland zurück, die Raptors hatten nach zwei Siegen in Serie spürbar Momentum - und genau in diesem Moment wurde Schröder laut. "Wir mussten dieses Spiel gewinnen", sagte er später. Für den 32-Jährigen war klar, dass die Cavs wieder zu ihren eigenen Standards zurückfinden mussten: "Ich hatte das Gefühl, ich muss etwas zur Gruppe sagen, damit wir aufstehen, Cavs-Basketball spielen und nach unseren Maßstäben auftreten."
Was Schröder in seiner Halbzeitansprache ankündigte, setzte er anschließend selbst um. Der Guard spielte das komplette vierte Viertel durch und erzielte 11 seiner 19 Punkte in den letzten zwölf Minuten. "Big games. Ich liebe große Spiele. Ich liebe die Playoffs. Jeder Spieler arbeitet für genau solche Momente", erklärte der 32-Jährige nach seinem Auftritt.
Auch von der Seitenlinie kam großes Lob. Head Coach Kenny Atkinson verwies auf Schröders Erfahrung: "Das war einer der Gründe, warum wir ihn geholt haben. Er hat große Spiele in der NBA und international erlebt - solche Partien liegen ihm." Mit einem Schmunzeln fügte er hinzu: "Heute war er 'Dennis the menace'."
Bemerkenswert: Selbst als Atkinson im Schlussviertel eigentlich wechseln wollte, stoppte ihn das Team. Donovan Mitchell und Evan Mobley wollten Schröder auf dem Feld lassen. "Es geht um die Gruppe", sagte Mitchell. "Es hat funktioniert. Wir haben Stops geholt. Wenn jemand heiß läuft, dann gehst du mit ihm."

Auch James Harden brachte es mit einem Augenzwinkern auf den Punkt, als es um die Ballverluste ging: "Gebt Dennis den Ball." Tatsächlich stabilisierte Schröder die Ballkontrolle - Cleveland leistete sich im vierten Viertel nur noch einen Turnover.
Für den Welt- und Europameister war es nach einer bislang kleineren Rolle in der Serie der große Moment. In den ersten vier Spielen kam Schröder im Schnitt nur auf 4,5 Punkte bei knapp über elf Minuten Einsatzzeit. Umso wichtiger für die Cavs ist es, dass Schröder offenbar seinen Rhythmus gefunden hat und als zusätzlicher Ballhandler und Scorer von der Bank mehr Akzente setzen kann, um in Toronto hoffentlich den Sack zuzumachen.
Mit dem Sieg haben die Cavaliers nun die Kontrolle über die Serie zurückgewonnen - und einen wichtigen Schritt in Richtung nächste Runde gemacht.
Sam Müller