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    NBA

    vor 7 Stunden

    Neue Contender und überraschende Wechsel

    Gewinner und Verlierer der Free Agency: Die Lakers werfen Fragen auf

    Viel ist passiert rund um den Start der Free Agency. Superstars haben neue Teams, die Lakers ihren Center, die Liga diverse Geschichtsstränge. Bei anderen, beispielsweise in Boston und Detroit, läuft es (noch) nicht nach Plan. Womöglich handelt sich vieles um Momentaufnahmen, doch wer sind, Stand jetzt, die Gewinner und Verlierer der frühen Free Agency 2026?

    Luka Doncic ist nun der alleinige Superstar bei den Los Angeles Lakers.
    Luka Doncic ist nun der alleinige Superstar bei den Los Angeles Lakers. David Reginek-Imagn Images

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    Gewinner

    Toronto Raptors

    Ein Team, dem es massiv an Offense mangelte; dem einer fehlte, der sich jederzeit selbst Punkte erarbeiten kann, der verlässlich von draußen und aus der Mitteldistanz trifft, der schwere Würfe verwandelt, wenn die Defense einmal gar nichts anbietet oder schlicht nichts funktioniert, bekommt Kawhi Leonard.

    Nun hat Toronto nicht nur einen der besten Isolation-Scorer der Liga, noch dazu trifft ihr neuer alter Forward über die Karriere knapp 40 Prozent seiner Dreier und punktet auch dann noch, wenn mehrere Verteidiger an ihm hängen. Kawhi passt perfekt.

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    Zumal es mit Blick auf das Kaderkonstrukt fast ein Eins-zu-Eins-Tausch Leonard gegen Ingram war. So konnten die Raptors halten, was defensiv sieben Spiele lang die Cavaliers terrorisierte und stellen Scottie Barnes nun einen an die Seite, der die primäre Scoring-Option übernehmen kann, während der Forward all die kleinen Dinge macht, cuttet, passt, verteidigt. Apropos…

    Mit Barnes, Leonard und Collin Murray-Boyles besitzen die Raptors nun ein absolutes Albtraum-Trio für gegnerische Offenses. Zwar ist Kawhi mit 35 nicht mehr ganz die Klaue von einst. Unangenehm bleibt er. Unangenehm für die Raptors wird es nur, wenn die Gesundheit nicht mitspielt; was in Leonards Fall nie auszuschließen ist. Garantien gibt es im Sport aber ohnehin nicht. Toronto sah eine Chance, sich mitten hineinzusetzen in die Gruppe der absoluten Contender im Osten und nutzte sie.

    Die NBA

    Nichts liebt diese Liga mehr als Geschichten - und die Free Agency liefert. Leonard kehrt an den Ort zurück, dem er dessen erste Meisterschaft schenkte. Und dann beschließt LeBron James auch noch, weiterzumachen, aber eben nicht in LA. Noch schöner: Ausgerechnet die Warriors um Steph Curry und Draymond Green sollen maximales Interesse und nicht einmal schlechte Chancen auf den Zuschlag haben.

    Die Zeit von LeBron James bei den Los Angeles Lakers ist zu Ende.
    Die Zeit von LeBron James bei den Los Angeles Lakers ist zu Ende. Gary A. Vasquez

    LeBron, Curry und Green allein, dazu Kristaps Porzingis, der verlängerte, Al Horford und Wahlweise irgendwann Jimmy Butler oder zeitnah Anthony Davis. Eine Ansammlung vieler, die mal die Besten waren, die es qua Alter nicht mehr ganz sein können, die aber Geschichtspotenzial bieten, das selbst George R. R. Marin erröten ließe.

    Erst die Finals mit den Knicks, die der NBA die besten Quoten seit Michael Jordan bescherten, nun womöglich die früher unmögliche, jetzt maximal unterhaltsame Verbindung derer, die einst die Liga prägten und dank ihrer Gravitation heute noch unendliche viele Narrative setzen könne. Und für den Fall dass es nicht klappt? LeBron zurück in Cleveland? LeBron an Giannis' Seite zurück in Miami? LeBron zwischen Anthony Edwards und LaMelo Ball als Puzzlestück für die Wolves? Das Ligabüro feiert bereits, ohne dass auch nur ein Vertrag unterschrieben wäre…

    Philadelphia 76ers

    Als die Sixers Paul George verpflichteten, stand da ein Versprechen. Das Versprechen eines vielseitigen Flügels, der sich perfekt zwischen Tyrese Maxey und Joel Embiid eingliedern würde. Einzig Verletzungen könnten der Sache im Weg stehen. Standen sie. George fiel mehrfach langfristig aus. Das Team fand sich nie wirklich.

    Trotz guter Leistungen nach seinem Comeback in der abgelaufenen Saison wirkte sein Vertrag - PG erhält kommende Saison gut 54 Millionen Dollar, 2027/28 besitzt er seine Spieleroption über gut 56,5 Millionen - noch sehr groß. Gerade für einen verletzungsanfälligen 36-Jährigen. Dass es den Sixers nun gelang, George unter diesen Umständen mit zwei First-Round- sowie zwei Second-Round Picks zu garnieren, um Jaylen Brown zu bekommen, ist ein Riesengewinn.

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    Brown verdient zwar noch ein Stück mehr - gut 180 Millionen über die nächsten drei Jahre -, dafür ist er jünger, besser, deutlich seltener verletzt und spielte gerade erst die wohl beste Saison einer Karriere. Mit dem Finals MVP von 2024 bekommt Philly nun einen verlässlichen Scorer für den Flügel, noch dazu einen sehr guten Eins-gegen-Eins-Verteidiger. Fehlt Joel Embiid verletzt, was sich wohl kaum noch vermeiden lässt, besitzt das Team in Brown, Maxey und VJ Edgecombe zudem immer noch ein hervorragendes Gerüst.

    Minnesota Timberwolves

    Ja, die Gesundheit ist das große Fragezeichen. Ja, LaMelo Ball ist nicht perfekt und wirft viel, aber nicht immer akkurat. Gleichzeitig suchen die Wolves seit Jahren verzweifelt nach einem Playmaker, der Anthony Edwards entlasten und einsetzen kann. Einen, der der Offense ihre Vorhersehbarkeit nehmen kann. Dafür mussten sie zwar weitere Draft-Assets opfern und haben in dieser Hinsicht nun kaum noch etwas anzubieten, dafür hielten sie, abgesehen von Naz Reid, ihr Gerüst sonst weitestgehend zusammen und gewannen einen herausragend Offensivspieler.

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    Jaden McDaniels und Rudy Gobert dürften weiter eklig verteidigen, ANT und Ball die Offense führen. Dass Edwards von seinem neuen Point Guard profitiert, sich Körner spart, gleichzeitig mehr Fokus auf sein Scoring legen kann und damit noch mehr an Effizienz gewinnt, ist keinesfalls auszuschließen. Ja, es besteht noch ein Loch auf der Vier, aber die Wolves sahen eine vielleicht einmalige Chance und ergriffen sie.

    Verlierer

    Scoot Henderson

    Es gibt Gründe, an dieser Stelle die Blazers als Ganzes zu nennen. Für Ja Morant zu traden, birgt ein gewisses Risiko. Zumal Portland laut Berichten von Chris Haynes, der wiederum ein sehr gutes Verhältnis zu Damian Lillard pflegt, mit Morant und Dame als Starter planen - um die Schlüssel damit in die Hände zweier kleiner, verletzungsanfälliger Point Guards zu legen.

    Könnte bei den Portland Trail Blazers weniger Spielzeit sehen: Scoot Henderson.
    Könnte bei den Portland Trail Blazers weniger Spielzeit sehen: Scoot Henderson. picture alliance / ASSOCIATED PRESS

    Findet Ja zu dem zurück, was er schon gezeigt hat, kann das aufgehen. Es ist ein Versuch, für den die Blazer nicht viel investieren mussten. Aber es kann auch scheitern. Womöglich ist die Wahrscheinlichkeit sogar höher. So oder so schwächt die Neuorientierung Scoot Henderson. Drei Jahre ist es her, dass der Guard als Hoffnungsträger nach Portland kam. Nun könnte seine Rolle schrumpfen statt wachsen.

    Natürlich bewegte sich Henderson auch in Jahr drei nicht ansatzweise in Richtung Superstar. Nachdem ihn eine langwierige Oberschenkelverletzung ausbremste, hatte er einerseits Probleme, andererseits blitzten positive Dinge auf. Auch in der ersten Playoff-Runde gegen San Antonio. Theoretisch bräuchte Henderson nun wahrscheinlich Zeit, darauf aufzubauen. Der Morant-Deal illustriert jedoch, dass die Blazers wohl nicht mehr bereit sind, sie ihm zu geben.

    Detroit Pistons

    Aktiv wollten die Pistons sein; und, dass es sich noch zeigt, bedeutet nicht, dass nichts mehr funktionieren kann. Für den Moment verloren sie jedoch ihren neben Cade Cunningham verlässlichsten Spieler der Playoffs (Tobias Harris) und könnten gezwungen sein, einem weniger verlässlichen Playoff-Spieler, Jalen Duren, einen größeren Vertrag zu geben, als ihnen lieb ist.

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    Nach einer All-NBA Regular Season, stieß der Center in der Postseason vor massive Probleme. Entsprechend zaghaft war Detroit bei den Vertragsverhandlungen. Einen Maximalvertrag wollten sie wohl bei weitem nicht bieten. Duren war verärgert und hörte sich um. Die Lakers sahen in ihm angeblich tatsächlich einen Max-Player, entschieden sich dann aber für Walker Kessler. Womöglich bieten die Kings dem Restricted Free Agent nun einen großen Vertrag, und die Pistons könnten gezwungen sein, mitzugehen.

    Ob LA Detroit ähnlich viel bot wie Utah für Walker Kessler (dazu unten mehr), ist nicht überliefert. Und vielleicht zieht Duren auch Konsequenzen aus seinen Playoffs und steigert sich weiter. Dann würde Detroit zu seinem Glück gezwungen. Womöglich haben die Pistons auch noch weitere Deals im Köcher. Für ein Team, das aktiv sein wollte, um Cunningham offensive Unterstützung zu geben, ist bis jetzt (ein entscheidender Zusatz) aber wenige gelungen, während die Jaylen Browns und Austin Reaves dieser Welt bereits untergekommen sind.

    Einer der Blockbuster-Trades: Jaylen Brown verlässt die Boston Celtics.
    Einer der Blockbuster-Trades: Jaylen Brown verlässt die Boston Celtics. Getty Images

    Boston Celtics

    Niemand weiß, wie verfahren die Situation zwischen den Celtics und Brown wirklich war. Und eigentlich hätte Boston auch gut als Gewinner dastehen können, nachdem es den Knicks mit Mitchell Robinson den abjagte, der ihnen über die Jahre in den Playoffs immer wieder Probleme bereitete und nun das Loch auf der Fünf stopfen kann.

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    Scheinbar bewahrheitete sich jedoch, was sich in den vergangenen Tagen ankündigte. Der Trade-Markt rund um Brown lief nie so richtig heiß. Einen alten, verletzungsanfälligen, nicht besseren Paul George für ihren Besten der Vergangenheit zu bekommen, erscheint jedoch sehr wenig. Zumal Boston damit einen Division-Rivalen stärkt und ihm gleichzeitig ein Problem (PG’s Vertrag) nimmt.

    Womöglich entsteht um die beiden First-Round Picks, die Philly nach Boston schickte, ein weiterer Deal. Ausgeschlossen ist es bei Brad Stevens nie. Entsprechend handelt es sich womöglich um eine Momentaufnahme. Stand jetzt wirkt es allerdings, als hätten die Celtics für einen ihrer Besten der vergangenen Jahre nicht genug bekommen.

    Abwarten

    Los Angeles Lakers

    Die Lakers haben LeBron verloren, dadurch Planungssicherheit gewonnen. Vor allem haben sie jetzt endlich ihren Center, der den Ring hinter Doncic und Reaves beschützen kann. Denn Walker Kessler ist genau in diesem Bereich einer der Besten. Es könnte passen. Wenngleich sich zeigen muss, wie gut der verteidigt, wenn Offenses ihn aus der Zone ziehen.

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    So oder so ergibt die Idee hinter Kesslers Verpflichtung Sinn. Einzig der Gegenwert bringt das finale Urteil ein wenig in die Schwebe. Zwei First-Round Picks (2030 und 2033) sowie zwei Pick Swaps (2028 und 2031) erhielten die Jazz für ihren Restricted Free Agent. Damit hat LA nahezu sein gesamtes übrig gebliebenes Draft-Kapital für Kessler geopfert. Es bleiben ein 2033 Second-Rounder und ein 2032er Pick Swap.

    Entsprechend könnte sich der Gegenwert als viel herausstellen für einen soliden Offensivspieler am Ring, der bislang Probleme an der Freiwurflinie hatte. Erfüllt Kessler die defensiven Hoffnungen und findet das Team zusammen, kann sich der Deal lohnen. Positiv sind so oder so die Verpflichtungen von Quentin Grimes (4 Jahre, 60 Millionen Dollar) und Sandro Mamukelashvili (4 Jahre, 52 Millionen)

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    Max Marbeiter