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"Konnte dieses Spiel nicht für sie verlieren"
Anthony Edwards hat die Minnesota Timberwolves mit einer überragenden Schlussphase zurück in die Serie geführt. Nach dem 114:109-Sieg gegen die Spurs widmete der Superstar die Partie seiner verstorbenen Mutter.

Schon mit seiner ersten Antwort auf der Pressekonferenz machte Anthony Edwards klar, worum es ihm an diesem Abend ging. "Heute ist Muttertag", sagte der Wolves-Star. "Ich wollte einfach für meine Mom gewinnen. So einfach war das." Edwards’ Mutter Yvette starb 2015 an Krebs, nur wenige Monate später verstarb auch seine Großmutter Shirley. Die Nummer fünf auf seinem Trikot trägt Edwards, weil beide am fünften Tag eines Monats starben.
Minnesota stand in Spiel 4 bereits massiv unter Druck. Nach zwei Niederlagen in den ersten drei Partien drohte den Timberwolves trotz Heimvorteil ein 1:3-Rückstand in der Serie. Edwards stemmte sich jedoch dagegen und erzielte 16 seiner insgesamt 36 Punkte allein im Schlussviertel. "Ich konnte dieses Spiel nicht für sie verlieren", erklärte der 24-Jährige nach der Partie mit Blick auf seine Mutter.
Dabei sah es zwischenzeitlich keineswegs nach einem Sieg der Wolves aus. Zwar verlor San Antonio Superstar Victor Wembanyama bereits früh im zweiten Viertel nach einem Flagrant-2-Foul gegen Naz Reid, doch die Spurs spielten ohne ihren Franchise-Player befreit auf. Dylan Harper erzielte 24 Punkte von der Bank, Stephon Castle kam auf 20 Zähler und De’Aaron Fox brachte San Antonio im vierten Viertel sogar wieder mit acht Punkten in Führung.
Edwards gab nach dem Spiel sogar zu, dass die Spurs ohne Wembanyama schwieriger zu verteidigen gewesen seien. "Ehrlich gesagt war es ohne ihn fast härter", sagte Edwards. "Wenn Teams ihren besten Spieler verlieren, spielen alle anderen freier und selbstbewusster." Wolves-Coach Chris Finch sah die Probleme seiner Mannschaft dagegen eher im eigenen Fokusverlust. Minnesota habe nach der Ejection "den Kopf verloren" und offensiv zeitweise komplett den Rhythmus verloren.

Erst in der Schlussphase fanden die Timberwolves wieder konsequent ihren Weg zum Korb. Ohne Wembanyamas enorme Präsenz unter dem Ring attackierte Minnesota deutlich aggressiver die Zone. Laut ESPN nahmen die Wolves insgesamt 38 Abschlüsse nach Drives - einer der höchsten Werte unter Finch, wobei 30 davon erst nach Wembanyamas Ejection entstanden. "Jeder weiß, dass der Korb deutlich offener ist, wenn er nicht auf dem Feld steht", erklärte Edwards. "Er ist gefühlt acht Fuß groß. Natürlich beschützt er den Ring."
Trotz seiner Knieverletzung, die er sich erst vor gut zwei Wochen zugezogen hatte, spielte Edwards erneut über 40 Minuten und übernahm in der Crunchtime komplett die Kontrolle. Rudy Gobert und Naz Reid sorgten unter dem Korb für wichtige Punkte, doch die entscheidenden Aktionen kamen erneut vom Franchise-Star der Wolves.
Sam Müller