23.06.2025
Hartenstein gewinnt als zweiter Deutscher
Die Oklahoma City Thunder haben sich erstmals seit ihrem Umzug von Seattle nach Oklahoma 2008 zum NBA-Champion gekrönt. Spiel 7 wird vom Verletzungsdrama um Pacers-Star Tyrese Haliburton überschattet, nach dem Seitenwechsel läuft OKC heiß. Am Ende gewinnt Isaiah Hartenstein als zweiter Deutscher nach Dirk Nowitzki den Titel.

Zum insgesamt 20. Mal in der Historie der besten Basketballliga der Welt musste ein alles entscheidendes Spiel 7 in den NBA Finals her, um die Frage nach dem neuen Champion zu beantworten. Letztmals war dies 2016 der Fall, als die Cleveland Cavaliers einen 1:3-Serienrückstand drehten und ein legendäres siebtes Spiel gewannen (Stichwort: "Blocked by James"). Auch dieses Mal sollte sich großes Drama abspielen ...
Doch von vorne: Von der manchmal für ein Spiel 7 typischen Nervosität war bei den Akteuren auf dem Court wenig zu sehen. Beide Offensiven - in den Starting Lineups gab es im Vergleich zu Spiel 6 keine Veränderungen, Isaiah Hartenstein stand also erneut für OKC von Beginn an auf dem Parkett - legten einen vielversprechenden Start hin. Das galt auch für den angeschlagenen Tyrese Haliburton (Wadenzerrung), der in den Anfangsminuten drei tiefe Dreier versenkte.
Nach gut sieben Minuten nahm die Partie allerdings eine bittere Wendung: Haliburton setzte zu einem Drive Richtung Zone an, beim Antritt mit seinem verletzten rechten Bein konnte sich der 25-Jährige jedoch nicht abdrücken, ging stattdessen mit offensichtlich großen Schmerzen zu Boden. Der Pacers-Star hämmerte vor Frust auf das Parkett, humpelte schließlich gestützt von seinen Teamkollegen vom Court. Sein rechtes Bein konnte er dabei aufgrund einer Achillessehnenverletzung nicht belasten.
pja
Eine Rückkehr von Haliburton war bei Ansicht dieser Bilder ausgeschlossen - was kurz darauf von Teamseite bestätigt wurde - also mussten andere in die Bresche springen. Das tat in erster Linie die Bank um Bennedict Mathurin und T.J. McConnell oder auch Andrew Nembhard, der kurz vor der Halbzeitpause einen Dreier zur 48:47-Führung Indianas nach den ersten beiden Vierteln versenkte. Bei den Thunder ging bis zu diesem Zeitpunkt alles über Shai Gilgeous-Alexander, Hartenstein half immerhin mit einem starken And-One kurz vor der Halbzeit. Das komplette Team aber hatte enorme Probleme beim Distanzwurf (4/18 Dreier zur Pause).
Zum Start ins dritte Viertel blieb Hartenstein auf der Bank, mit einem kleineren Lineup mit Chet Holmgren als einzigen Big Man legte OKC einen 9:3-Start in die zweite Hälfte hin. Und fand endlich den Rhythmus von Downtown. Mehrere Thunder-Dreier sowie zu viele Pacers-Turnover (insgesamt 23, OKC: 8), die die Hausherren gnadenlos bestraften, sorgten für die erste zweistellige Führung des Abends für Oklahoma City. McConnell (12 Punkte im dritten Viertel) hielt Indiana fast im Alleingang im Spiel. Dennoch ging Oklahoma City mit 81:68 in den Schlussabschnitt.
Diesen läutete Gilgeous-Alexander mit einem weiteren Dreier ein. Zudem dominierte nun die Defense der Hausherren das Geschehen, McConnell war seit über zwölf Minuten der einzige Pacer, der überhaupt zu scoren wusste. Der Vorsprung wuchs dank eines von SGA aufgelegten Dreiers von Jalen Williams auf +21.
In der Schlussphase machte sich bei den Hausherren aber nochmal etwas Nervosität breit. OKC ließ mehrere Freiwürfe liegen, erzielte in über drei Minuten nur noch zwei Zähler - und Nembhard verkürzte von Downtown den Rückstand auf zehn Punkte. Das nächste Comeback der Pacers in dieser Postseason? Es sollte nicht mehr reichen. Ein weiterer von insgesamt 14 Steals der Thunder sowie Freiwürfe für OKC machten am Ende den Deckel drauf.
Die Fans im heimischen Paycom Center drehten schon im dritten Viertel, als OKC heiß lief und sich absetzte, durch, nach der finalen Sirene feierten sie ihre jungen Stars, die wiederum im Konfetti-Regen eine lange Partynacht einläuteten. Die Thunder gewannen zum zweiten Mal in der gemeinsamen Franchise-Geschichte mit den Seattle SuperSonics (nach 1979) den NBA-Titel - aber zum ersten Mal seit dem Umzug nach Oklahoma im Jahr 2008.
Der beste Mann in Spiel 7 auf Seiten der Thunder war Gilgeous-Alexander mit 29 Punkten (8/27 aus dem Feld), zusätzlich verteilte der 26-Jährige zwölf Assists und sammelte fünf Rebounds. Nach dem Spiel wurde er als MVP der Final-Serie ausgezeichnet. Williams unterstütze beim Scoring mit 20 Zählern, Holmgren machte mit 18 Punkten, acht Rebounds und fünf Blocks auf sich aufmerksam. Hartenstein sammelte letztlich sieben Punkte, neun Rebounds sowie vier Assists in 18 Minuten Einsatzzeit - er ist nach Dirk Nowitzki (2011) der erst zweite deutsche NBA-Profi, der den Titel gewinnt.
Auf Seiten der Pacers konnte abgesehen von McConnell (16 Punkte) und Mathurin (24) keiner von Haliburtons Co-Stars wie Pascal Siakam (16, 5/13 FG) oder Myles Turner (6) das Spiel mehr an sich reißen. Indiana verlor somit nach 2000 auch die zweite Finals-Teilnahme seiner NBA-Historie.