09.06.2025
OKC gleicht Serie aus
Die Oklahoma City Thunder haben nach der Niederlage in Spiel 1 gegen die Indiana Pacers in Spiel 2 nichts anbrennen lassen. Eine starke erste Halbzeit und ein überragender Shai Gilgeous-Alexander stellten die Weichen früh für den klaren 123:107-Sieg.

Beide Teams gingen mit demselben Personal aus Spiel 1 in die Partie, was bedeutete, dass Isaiah Hartenstein sich zunächst erneut mit einem Bankplatz begnügen musste. Anders war jedoch von Beginn an die Energie des Heimteams. Sie ließen sich nicht mehr an den Brettern dominieren (43 zu 35 für OKC), ließen wenige bis keine offenen Eckendreier für Indiana zu und ließen sich nicht im Fastbreak überrollen.
Dazu waren Chet Holmgren und Jaylen Williams, die in Spiel 1 deutlich unter ihren Erwartungen geblieben waren, sofort präsenter. Nach dem ersten Viertel hatte Holmgren schon mehr Punkte (9) als im gesamten Spiel 1. Auf der Gegenseite machte die OKC-Defensive ihren gewohnt starken Job, wodurch der Vorsprung der Thunder stetig weiter wuchs. Zu Beginn des zweiten Viertels ging OKC erstmals zweistellig in Führung, ehe es kurze Zeit später schon +15 aus Sicht der Gastgeber stand - und das ohne SGA auf dem Feld.
Indiana hatte in dieser Phase merkliche Probleme mit dem Double-Big-Lineup der Thunder, das sich einen Rebound nach dem anderen schnappte. Dann kam Gilgeous-Alexander wieder in die Partie und setzte den OKC-Lauf fort, der ihnen mit fünf Minuten zu spielen in der ersten Halbzeit eine deutliche 23-Punkte-Führung bescherte. Indy antwortete zwar noch einmal mit einem 10:0-Lauf, am Ende stand jedoch eine klare 59:41-Führung zur Pause auf der Anzeigetafel.
Trotz der hohen Führung merkte man den Fans im Paycom Center nach der Pause die Nervosität an, ihr Team blieb dafür umso cooler. Auf jeden kleinen Lauf der Pacers hatte OKC eine Antwort parat und ließ den Vorsprung zu keinem Zeitpunkt mehr einstellig werden. So verfrachtet Rick Carlisle seine Starter schon vier Minuten vor der Schlusssirende auf die Bank und ließ seine zweite Garde das Endergebnis ausspielen. Entscheidend war dafür das ausgeglichene Scoring der Thunder, die - anders als in Spiel 1 - zu keinem Zeitpunkt offensiv stagnierten. SGA war mit 34 Punkten (11/21 FG) der beste Werfer seines Teams, bekam aber dieses Mal die nötige Unterstützung von Williams (19) und Holmgren (15). Hartenstein scorte zwar wenig (3), schnappte sich dafür aber acht Boards und spielte vier Assists, darunter ein butterweicher Alley-Oop-Pass auf Holmgren.
Gianluca Fraccalvieri
Dazu trafen auch Aaron Wiggins (18, 5/8 Dreier) und Alex Caruso (20, 4/8 Dreier) von der Bank kommend wichtige Würfe, wodurch OKC am Ende das erste Finals-Team seit den Raptors 2019 ist, das fünf Spieler mit 15+ Punkten in einem Spiel aufweisen kann. SGA fand zudem seine Mitspieler deutlich besser als es noch am Donnerstag der Fall gewesen war (8 vs. 3 Assists in Spiel 1) und auch J-Dub machte einen guten Job als Backup-Spielgestalter.

Indiana sah dagegen ab dem zweiten Viertel zu keinem Zeitpunkt so aus, als könnten sie OKC wirklich gefährlich werden. Tyrese Haliburton, der in Spiel 1 noch der scheinende Star war, blieb viel zu lange zu passiv (17 Punkte, davon 12 im Schlussabschnitt) und beendete das Spiel mit sechs Assists und fünf Turnovern. Ohne seine Aggressivität war die Pacers-Offensive deutlich leichter auszurechnen und kam nur selten in ihr berüchtigtes Tempo.
Auch bei Co-Star Pascal Siakam ging nicht viel zusammen. Der Forward traf nur 3/11 aus dem Feld und kam nicht mehr so leicht zu seinen Spots wie es noch in Spiel 1. Unterstützung durch die Bank fehlte bei Indiana in diesem Spiel auch merklich. T.J. McConnell kam zwar auf elf Punkte, Obi Toppin, einer der Helden aus Spiel 1, war dagegen ein Totalausfall (1/8, 3 Punkte).
Spiel 3 steigt in der Nacht auf Donnerstag (2.30 Uhr deutscher Zeit) in Indianapolis, das zum ersten Mal seit 25 Jahren ein Finals-Spiel austragen wird.