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    NBA Play-offs

    vor 2 Stunden

    Wembanyama offensiv abgemeldet

    Wie Minnesota den "größten Menschen der Welt" entschlüsselt hat

    Die Minnesota Timberwolves haben Victor Wembanyama in Spiel 1 der Conference Semifinals offensiv komplett aus dem Spiel genommen und damit den Grundstein für ihren Erfolg gelegt. Damit das auch in Zukunft so bleibt, verfolgt das Team einen ganz speziellen Gameplan.

    Victor Wembanyama
    Victor Wembanyama hat offensiv enttäuscht. Scott Wachter-Imagn Images

    Würde man nur hören, dass Wembanyama den Playoff-Blocks-Rekord gebrochen (12) und als jüngster Spurs-Spieler der Geschichte ein Triple-Double in den Playoffs aufgelegt hat, könnte man kaum glauben, dass San Antonio Spiel 1 gegen die Timberwolves tatsächlich verloren hat. Wenn man sich die Zahlen allerdings genauer anschaut und bemerkt, dass die Punkte (11) in diesem Triple-Double der geringste Wert waren (15 Rebounds), ergibt die Geschichte schon mehr Sinn.

    Während Wemby eindrucksvoll zeigte, warum er einstimmig zum Defensive Player of the Year gewählt wurde, taten die Wolves ihr Bestmögliches, den Franzosen offensiv nicht in Fahrt kommen zu lassen. Um das zu schaffen, haben sie auch das vielleicht beste Personal der Liga. Rudy Gobert hat gegen Nikola Jokic bereits bewiesen, dass er Bigs das Leben zur Hölle machen kann, dazu kommt noch Julius Randle, der gegenüber Gobert deutlich an Größe einbüßt, dafür aber fast so schwer ist wie sein Teamkollege. Und dann gibt es natürlich noch Jaden McDaniels, der viel leichter als die beiden anderen ist, dafür ellenlange Arme hat.

    Dieses Trio hatte in Spiel 1 den Job, Wemby 48 Minuten lang zu beackern. Ihr Gameplan sah dabei wie folgt aus: Den Franzosen um jeden Preis aus der Zone raushalten. Dafür fronteten die Wolves-Bigs ihn bei jeder Gelegenheit und setzten viele Off-Ball-Screens, die Wemby immer pünktlich einen passenden Verteidiger in den Weg setzten. Statt wie in den bisherigen Playoffs Schaden unterm Korb anzurichten, kam der 22-Jährige einfach nicht an seine Posts.

    Victor Wembanyama
    Victor Wembanyama wurde stets von Verteidigern belagert. Daniel Dunn-Imagn Images

    Wembanyama verändert sein Wurfprofil

    Während er in seinen 3 1/2 Spielen gegen Portland 13 Dunks gesammelt hatte, waren es in Spiel 1 nur zwei. Erst gegen Ende des Spiels schien er zu Erkennen, dass er trotz der Physis der Wolves in der Lage ist, sich seinen Weg zum Korb durchzutanken. Davor hatte man oft das Gefühl, er agiere zu vorsichtig und wolle um Biegen und Brechen seinen Dreier etablieren (0/8), was bisher überhaupt nicht der Fall war. Gegen Portland war er von Beginn an offensiv im Rhythmus und kam zu seinen Spots innerhalb der Dreierlinie. Er nahm den Großteil seiner Würfe in direkter Korbnähe (19), gefolgt von Versuchen aus der Mitteldistanz (16) und Dreiern (13), die er mit über 50 Prozent versenket.

    Da die Wolves die Zone vollstopften, änderte er auch sein Wurfprofil, statt zu versuchen, Minny seinen Willen aufzuzwingen. Seine meisten Würfe kamen von Downtown (8), gefolgt von der Zone (6) und Mitteldistanz (3). Dabei machten die Wolves auch einen überragenden Job, ihm jeden Wurf schwer zu machen. 14 seiner 17 Versuche waren contested, wodurch auch nur fünf dieser 14 Versuche im Korb landeten.

    Gobert war in Halbzeit eins der Hauptverteidiger für seinen Schützling, Randle in Halbzeit zwei, als Minnesota viele gute offensive Minuten ohne den wurfschwachen Franzosen auf dem Feld spielten. In den 24 Possessions, in denen Randle der finale Verteidiger war, erzielten die Spurs im Schnitt 0,73 Punkte (5/16 FG, 3 TO), Wemby traf sogar keinen einzigen Wurf im direkten Duell mit dem Forward und warf einmal den Ball weg.

    "Ehrlich gesagt muss ich mir das Spiel nochmal im Video anschauen, um die Dynamiken besser zu verstehen. Im Moment ist alles noch etwas verschwommen für mich. Ich glaube, ich habe die letzten 16 Minuten durchgespielt, und die sind einfach vorbeigeflogen. Das ist kein gutes Zeichen. Das bedeutet, dass ich das Spiel nicht so unter Kontrolle hatte, wie ich es mir gewünscht hätte", erklärte Wemby nach dem Spiel.

    Wembanyama ist nicht alleine Schuld

    Dabei darf man aber nicht vergessen, dass der Big erst 22 Jahre alt ist, seine ersten Playoffs und sein fünftes Spiel überhaupt absolviert hat. Dabei sah er sich einem Wolves-Team gegenüber, das in den vergangenen Jahren schon viele harte Duelle in der Postseason ausgetragen hat und deutlich erfahrener ist. Anthony Edwards alleine hat 46 Playoff-Spiele auf dem Buckel, Randle 36 und Gobert sogar 90.

    "Ich muss anfangen, meine Würfe zu treffen. Ich habe meine Energie zu sehr auf Dinge verwendet, die unserem Team nicht wirklich geholfen haben. Das geht auf mich", führte Wemby aus. "Wenn ich besser gewesen wäre, wenn unsere offensiven Leader besser gewesen wären, hätte es anders aussehen können. Im Grunde: Wenn alles anders gewesen wäre, wäre es anders gewesen", sinnierte er, was bei den anwesenden Reportern für Lachen sorgte.

    Auch wenn diese Analyse sehr vage klingt, hat er damit durchaus recht. Wemby warf 29,4 Prozent aus dem Feld, De'Aaron Fox 35,7 Prozent und trotzdem hatten die Spurs am Ende einen freien Dreier von Julian Champagnie, der ihnen, wenn er wenige Zentimeter weiter geflogen wäre, den Sieg mit der Sirene beschert hätte. Es ist kaum damit zu rechnen, dass die beiden Stars noch mal so einen schwachen Auftritt erwischen und niemand anders dafür so richtig in die Bresche springt (Dylan Harper war mit 18 Punkten Topscorer).

    Victor Wembanyama beim Block
    Victor Wembanyama hat zwölf Würfe geblockt. Daniel Dunn-Imagn Images

    Hat Wembanyama sein Pulver in der Defensive verschossen?

    Dazu hat Wemby vielleicht auch ein bisschen zu viel Pulver in der Defensive verschossen. Er war an diesem Abend defensiv überall zu finden und erschwerte gefühlt jeden Wurf in der Zone. T.J. Shannon räumte er zweimal in den ersten 40 Sekunden ab, sammelte drei Blocks im ersten Viertel, sieben in der ersten Halbzeit und hatte Anfang des vierten Viertels bereits den 41 Jahre alten Block-Rekord gebrochen.

    Während andere Teams sich von seiner Präsenz in Korbnähe abschrecken lassen, ist so etwas im Gameplan der Wolves nicht vorgesehen. "Du musst einfach so tun, als wäre er nicht da. Er wird seine Blocks holen, er ist der größte Mensch der Welt. Greif einfach weiter konsequent an. Manchmal wird er nicht da sein", meinte McDaniels.

    Shannon hat das in Spiel 1 bereits eindrucksvoll umgesetzt. Nach seinen zwei geblockten Versuchen passte er seine Winkel etwas an und schloss fünf seiner folgenden sechs Drives in die Zone erfolgreich ab. "Dann muss er ihn eben jedes Mal blocken. Ich werde nicht aufhören, zum Korb zu ziehen. Und das habe ich ihm auch gesagt, nachdem er meinen zweiten Versuch geblockt hat. Aber er wird jeden einzelnen stoppen müssen", erklärte der Guard sein Mindset.

    Die Timberwolves werden weiterhin versuchen, den Franzosen defensiv müde zu machen und offensiv aus der Zone fernzuhalten. Im Moment wirkt es so, als hätten sie den MVP-Kandidaten entschlüsselt - das dachte aber auch schon die Phoenix Suns, die ihn zu Saisonbeginn bei nen Zählern hielten. Wemby zog daraus aber seine Schlüsse, entwickelte sein Spiel weiter und war zum Saisonende der wohl dominanteste Offensivspieler der Liga.

    Es dürfte also niemanden verwundern, wenn er auch aus diesem Spiel seine Schlüsse zieht und wir in Spiel 2 einen komplett anderen Auftritt des 2,24-Meter-Manns sehen. Die Serie hat auf jeden Fall jetzt schon das Potenzial, ein echtes Highlight zu werden.

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