09.04.2026
Politisches Statement ohne Folgen?
Ein neues Dekret von Donald Trump sorgt für Aufmerksamkeit im US-College-Sport. Doch Experten bezweifeln, dass sich dadurch tatsächlich etwas ändern wird.

Das Executive Order des US-Präsidenten soll den College-Sport neu ordnen und der NCAA klare Vorgaben machen. Beobachter sehen darin jedoch vor allem politische Symbolik. Viele der enthaltenen Vorschläge seien rechtlich nicht bindend und würden sogar bestehenden Gerichtsurteilen widersprechen - insbesondere dem sogenannten "Alston"-Urteil, das die Rechte von College-Athleten zuletzt gestärkt hat.
Statt echter Veränderungen sprechen Experten von einer "großen Ankündigung ohne Wirkung". Die Maßnahmen seien eher Empfehlungen und ein politisches Signal an wichtige Stakeholder als verbindliche Regeln und würden das derzeitige System nicht grundlegend verändern. Auch zentrale Probleme wie das Transferportal, NIL-Zahlungen oder die zunehmende Kommerzialisierung des College-Sports blieben unangetastet.
Parallel arbeitet die NCAA ohnehin an eigenen Reformen - unabhängig von Trumps Initiative. Ein aktueller Vorschlag sieht vor, die Spielberechtigung künftig klar zu regeln: Athleten sollen fünf Jahre Eligibility ab ihrem 19. Geburtstag oder dem Highschool-Abschluss erhalten. Gleichzeitig würden Redshirts und Ausnahmegenehmigungen weitgehend abgeschafft, um die Vielzahl an Klagen und widersprüchlichen Gerichtsentscheidungen einzudämmen.
Die Liga steht unter Druck, nachdem zuletzt immer mehr Spieler juristisch gegen abgelehnte Anträge auf zusätzliche Spielzeit vorgegangen sind. Allein im vergangenen Jahr gab es über 1.400 Anträge auf verlängerte Eligibility, von denen ein Teil vor Gericht landete. Mit einer einheitlichen Regelung will die NCAA künftig mehr Klarheit schaffen - unabhängig davon, welche politischen Vorstöße aus Washington kommen.
sgm