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    Basketball - Champions League

    vor 7 Stunden

    Europa hui, Liga pfui?

    Nach Euphorie kommt Enttäuschung: Wieso Vechta ins Loch gefallen ist

    Den Saisonstart in der Basketball-Bundesliga hatte sich Rasta Vechta anders vorgestellt. Worauf es jetzt zum Start in der Basketball-Champions-League ankommt.

    Nationalspieler Nelson Weidemann ist die Star-Verpflichtung des Sommers bei Rasta.
    Nationalspieler Nelson Weidemann ist die Star-Verpflichtung des Sommers bei Rasta. IMAGO/Eibner

    Mit vier Niederlagen aus den ersten vier Spielen in der Basketball-Bundesliga (BBL) ist der Start für Rasta Vechta mächtig schiefgelaufen. Am Montagabend verloren die Niedersachsen auch das zweite Heimspiel der neuen Saison mit 87:93 gegen die Löwen Braunschweig. Nicht einmal 48 Stunden später, an diesem Mittwoch (20 Uhr, live bei MagentaSport), beginnt allerdings gleich der nächste Wettbewerb für das Team von Headcoach Christian Held - die Basketball Champions League (BCL).

    Fluch und Segen zugleich

    Der Klub aus der niedersächsischen 34.000-Einwohner-Stadt spielt bereits zum dritten Mal in der BCL. Bei den bisherigen Teilnahmen 2019/20 und 2024/25 scheiterte man ebenso in der Gruppenphase wie auch in der vergangenen Saison im ebenfalls von der FIBA organisierten Europe Cup.

    Die erneute Teilnahme am internationalen Geschäft erweist sich dabei beim Blick auf den Saisonstart in der Liga als Fluch und Segen zugleich: Einerseits gelang ein emotionaler Sieg im Qualifikationsturnier in Bulgarien, andererseits scheinen die vier Spiele in sechs Tagen früh in der Saison einiges an Kräften gekostet zu haben - siehe die Niederlagenserie in der BBL, wo man die vier ersten Partien der neuen Spielzeit allesamt verlor.

    Umbruch im Sommer

    Früh geht somit auch der Blick in Richtung Kadertiefe. Dabei war es Sportdirektor Gerrit Kersten-Thiele im Sommer eigentlich gelungen, die Mannschaft im Rahmen des Möglichen weitestgehend beisammenzuhalten. Zwar verlor man in Alonzo Verge (Basquet Coruna), Tevin Brown (Rio Breogan) und TJ Bamba (La Laguna Teneriffa) seine drei besten Scorer allesamt in die spanische ACB. Auch der nachverpflichtete Malik Parsons hatte von der Bank kommend eine wertvolle Rolle inne. Ihn konnte Rasta ebenso nicht halten (mittlerweile in Polen).

    Dennoch blieb allen voran das deutsche Gerüst trotz der weiteren Abgänge von Joschka Ferner und Luc van Slooten in die ProA sowie dem Wechsel einiger Talente ans College weitestgehend intakt. Zusätzlich gelang es den Verantwortlichen, weitere wichtige Spieler wie das Guard-Duo aus Lloyd Pandi und Tommy Kuhse oder Ex-Nationalspieler Tibor Pleiß zu halten. Das vielleicht größte Ausrufezeichen setzte es dann aber kurz vor dem Quali-Turnier für die BCL. Nelson Weidemann wechselte aus Ulm nach Vechta - zwar mit Ausstiegsklausel und zunächst nur für drei Monate. Sportdirektor Kersten-Thiele bezeichnete die Verpflichtung des Nationalspielers dennoch als "Glücksfall".

    Haderte zuletzt mit seinem Team: Headcoach Christian Held.
    Haderte zuletzt mit seinem Team: Headcoach Christian Held. IMAGO/Christoph Worsch

    Auf den deutschen Positionen verstärkte man sich vor allem mit Spielern aus der ProA - und mit Lamin Sabally. Der Bruder von Satou und Nyara kam direkt vom College. Die neue Import-Rotation besteht neben den angesprochenen Pandi und Kuhse aus Spielern, die bereits zuvor in Europa gespielt haben. Allen voran Justin Edler-Davis, der in der Vorsaison lediglich sieben Ligaspiele für die Hamburg Towers absolvierte, dürfte BBL-Fans ein Begriff sein. Anders als in der Hansestadt lässt er sein Potenzial nicht aufblitzen - zwangsläufig.

    Verletzungssorgen direkt zu Beginn

    Denn - wie auch in der Vorsaison - hat man erneut mit Verletzungssorgen zu kämpfen. Der eigentlich fest als erste Option auf der Point-Guard-Position eingeplante Kuhse verpasste den Saisonstart aufgrund einer Oberschenkelverletzung. Sabally konnte aufgrund von Sprunggelenksproblemen noch nicht sein Debüt geben. Ebenso fällt Kihei Clark (Oberschenkel) seit dem Viertelfinale der BCL-Quali aus. Auch D'Matrik Trice kam erst gegen Braunschweig zu seinem ersten Einsatz für Rasta. Auch der Headcoach äußerte sich bereits zur Verletztenmisere: "Es ist gerade eine extrem schwere Phase. Wir müssen weiterarbeiten, an uns glauben und hier und da den ein oder anderen noch verletzten Spieler zurückbekommen.“

    Die kommenden Gegner

    Obwohl das Team also durch die Spiele in der BCL-Quali zu diesem frühen Zeitpunkt in der Saison eingespielter als andere Teams sein sollte, ist davon bislang nicht viel zu sehen. An beiden Enden des Parketts, aber besonders offensiv scheint noch Sand im Getriebe zu stecken. Mit durchschnittlich 76,5 Punkten pro Spiel oder einem 97,5er Offensiv-Rating (Punkte auf 100 Ballbesitze) stellt man den schlechtesten Angriff der BBL. Dazu kommen fast 20 Ballverluste pro Partie - ebenfalls Ligahöchstwert.

    "Man merkt, dass wir uns unser Selbstvertrauen neu erarbeiten müssen", so Trainer Held nach der Niederlage gegen Braunschweig. Die nächste Chance dazu bietet sich bereits am Abend beim serbischen Meister.

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