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Ulm gibt Sieg aus der Hand
Rasta Vechta hat den ersten Saisonsieg eingefahren und ratiopharm Ulm nach Verlängerung mit 97:92 bezwungen. Die Niedersachsen drehten dabei einen 14-Punkte-Rückstand.

Vechta, weiterhin ohne die verletzten Tommy Kuhse, Kihei Clark und Lamin Sabally, erwischte vor 3067 Zuschauern im Rasta Dome zunächst den besseren Start. Lloyd Pandi erzielte fünf der ersten sieben Punkte, Justin Edler-Davis (19 PTS, 7 REB) vollendete einen Alley-Oop - 7:2 nach knapp drei Minuten. Ulm fand anschließend über schnelle Abschlüsse am Ring ins Spiel und drehte die Partie mit einem 7:0-Lauf (9:12). Vechta hielt dagegen: Nelson Weidemann (8 PTS, 3 AST), der vor seinem Wechsel nach Australien ein letztes Spiel für die Niedersachsen absolvierte, traf per Dreier. Edler-Davis glich eine Sekunde vor der Sirene mit zwei Freiwürfen zum 20:20 aus.
Im zweiten Viertel übernahm Ulm das Kommando. Michael Rataj (22 PTS, 9/16 FG) erzielte acht Punkte im Durchgang, ein 8:0-Lauf brachte die Gäste mit 24:30 in Front. Das Team von Ty Harrelson, einst selbst Trainer in Vechta, kam immer wieder zu einfachen Abschlüssen in Korbnähe (28/44 Zweier über das gesamte Spiel), während sich die Hausherren einige Ballverluste leisteten. Nach einem Korbleger von Matt Lewis (26 PTS, 4/5 Dreier) zum 33:38 blieb Vechta die letzten zweieinhalb Minuten vor der Pause ohne Punkt. Adam Atamna (12 PTS, 5 AST) per Dreier und Dunk, Ibi Watson (16 PTS, 4 STL) per Alley-Oop und Jaylen Sims von der Linie sorgten mit einem 9:0-Lauf für die 14-Punkte-Führung zur Halbzeit (33:47).
jos
Nach dem Seitenwechsel hielt Ulm den Vorsprung zunächst (40:54), dann zog Vechtas Defense an und ließ im dritten Viertel nur 14 Punkte zu. Tibor Pleiß (7 PTS, 14 REB) traf einen Dreier, der 19-jährige Dominik Dolic (17 PTS, 5 AST) legte von außen sowie nach einem unsportlichen Foul von der Linie nach. Mit einem 14:3-Lauf in den letzten gut vier Minuten des Durchgangs kam Rasta bis auf zwei Zähler heran, Pleiß besorgte 29 Sekunden vor Viertelende das 59:61. Ein Schlüssel dabei war die Arbeit am Brett: Vechta gewann das Reboundduell mit 46:33 und holte 14 Offensiv-Rebounds.
Im Schlussviertel entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Rataj erzielte 13 Punkte im Durchgang, Meissa Faye (11 PTS) stellte knapp dreieinhalb Minuten vor dem Ende auf 71:78. Dann übernahm Lewis: Zwei Dreier und zwei Freiwürfe des US-Amerikaners bedeuteten 90 Sekunden vor Schluss die erste Vechtaer Führung seit dem zweiten Viertel (79:78). Rataj konterte von außen, Armaan Franklin (12 PTS) glich an der Linie aus, Sims legte per Korbleger wieder vor (81:83). Neun Sekunden vor dem Ende traf Lewis erneut von draußen zum 84:83. Ulm hatte den Sieg dennoch in der Hand: Rataj vergab drei Sekunden vor Schluss beide Freiwürfe, Sims sicherte sich den Offensiv-Rebound, wurde mit ablaufender Uhr gefoult und traf nur einen seiner zwei Versuche - Verlängerung (84:84).
In der Overtime legte Lewis, der 18 seiner 26 Punkte nach dem dritten Viertel erzielte, sofort per Dreier vor. Edler-Davis verwandelte vier Freiwürfe, und Weidemann traf gegen seinen Ex-Verein per Korbleger. 78 Sekunden vor dem Ende lag Vechta mit 93:86 vorn. Atamna und Faye brachten Ulm mit zwei Dreiern noch einmal auf einen Punkt heran (93:92), doch Dolic und Lewis blieben in den letzten zehn Sekunden an der Linie fehlerfrei, während Atamna fünf Sekunden vor Schluss zwei weitere Freiwürfe vergab. Genau dort lag der Unterschied: Ulm traf nur neun seiner 19 Freiwürfe (47 Prozent), Vechta 25 von 35 (71 Prozent). Dazu kamen 55 Punkte von der Rasta-Bank durch Lewis, Dolic und Franklin.
Vechta (1:4) gibt durch den ersten Saisonsieg die Rote Laterne an Hagen ab und ist nun 17., punktgleich mit Chemnitz und Hagen. Ulm (2:3) kassierte die dritte Liga-Niederlage in Folge und rutscht auf Rang zwölf ab. Beide sind am Mittwoch international gefordert: Vechta tritt in der Champions League bei Cholet Basket an (20 Uhr), Ulm empfängt im Eurocup Bosna Sarajevo (18.30 Uhr). Am Wochenende folgt das Pokal-Achtelfinale, in dem Ulm am Samstag (20 Uhr) auf Hagen trifft und Vechta am Sonntag (16.30 Uhr) in Ludwigsburg gastiert. In der Liga geht es für Vechta am 24. Oktober zu Hause gegen Trier weiter, für Ulm einen Tag später bei Alba Berlin.
