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    WNBA

    vor 11 Stunden

    Schuld liegt auch bei der NBA

    Kommentar zur Arena-Saga in der WNBA: Einem Championship-Game nicht würdig

    Wie WNBA-Playoffs sind so spannend, wie vielleicht noch nie - das erste "Spiel 7" der Finals-Geschichte scheint möglich. Die Sportlerinnen leisten also ihren Teil. Für die Verantwortlichen kann dasselbe hingegen nicht gesagt werden. Das jüngste Beispiel dafür: Das bevorstehende, mögliche Championship-Spiel - um 12.30 Uhr an einem Wochentag!

    Angel Reese
    Angel Reese will mit den Atlanta Dream ihren ersten WNBA-Titel gewinnen. IMAGO/Icon Sportswire

    Den WNBA-Titelraum erfüllen und anschließend zum Mittagessen gehen? Das klingt abgedroschen und könnte dennoch den heutigen Tag der Spielerinnen der Golden State Valkyries beschreiben, die nur noch einen Sieg von ihrer ersten Championship entfernt sind - wohlgemerkt in der zweiten Saison nach ihrer Gründung 2025.

    Nicht weniger groß ist der Moment für die Atlanta Dream, die nach ihren Finals-Niederlagen 2012, 2013 und 2015 endlich wieder in der Ligaspitze und erstmals auch in der breiten medialen Öffentlichkeit angekommen sind.

    Die Entwicklung der WNBA über die vergangenen Jahre ist nicht nur hinsichtlich des sportlichen Niveaus beeindruckend, sondern auch, was das Wachstum betrifft. 2025 würde die Liga als am schnellsten wachsende Marke der USA ausgezeichnet. Und die Zeichen stehen weiter auf Expansion.

    WNBA-Finals: Die Serie im Überblick

    Das Problem war abzusehen

    Nicht mit diesem Fortschritt mithalten können aber scheinbar die Verantwortlichen der Liga. Das zeigt sich dieser Tage am Beispiel der Hallenfrage bei den Heimspielen der Dream um Superstar Angel Reese.

    Ihre regulären Saisonspiele trug das Team in einer überschaubaren Arena nahe des Flughafens vor 3.500 Zuschauern aus. Zum Start der Playoffs mietete man sich dann in die State Farm Arena ein, in der auch das NBA-Team Atlanta Hawks seine Heimspiele austrägt. Das Problem: Eine permanente Mitbenutzung der Arena ist erst für die kommende Saison vereinbart, bis dahin müssen logistische Lösungen gefunden werden.

    Hier versagte die Liga aber auf ganzer Linie. Wer weiß, ob Commissioner Cathy Engelbert einfach nicht damit gerechnet hatte, dass die Dream in die Finals einziehen würden, oder den organisatorischen Aufwand scheute. Probleme gab es jedenfalls schon ab dem ersten Heimspiel.

    Cathy Engelbert
    Cathy Engelbert steht nach ihrem Rücktritt nur noch bis Ende 2026 an der Spitze der WNBA. IMAGO/Icon Sportswire

    Schon vor Spiel 3 und 4 dieselbe Problematik

    Erst rund eine Woche vor Spiel 3 der Serie meldete die Liga Vollzug: Anstatt der Turnhalle am Flughafen könne man nach Downtown umziehen, allerdings nur, indem die Partie um einen Tag vorverlegt wird. Spiel 4 wurde ebenfalls zeitlich angepasst.

    Noch viel unglücklicher die Situation vor Spiel 6. Auch hier war die Arena für den Abendtermin belegt - ausgerechnet von den Atlanta Hawks, deren Heimspiel für 19 Uhr eingeplant war. Die kurzfristige Lösung der WNBA: Das Hawks-Spiel wird um eine Stunde nach hinten verschoben, das möglicherweise entscheidende Finals-Spiel 6 findet dafür schon um 12.30 Uhr mittags statt - an einem Donnerstag, wohlgemerkt! Dass die Dream dennoch alle 17.000 Tickets binnen zwei Tagen ausverkauft haben, zeigt das inzwischen beachtliche Standing des Frauenbasketballs in den USA.

    Trotz Hindernissen: Die WNBA-Führung wusste Bescheid!

    Klar, muss man zugestehen, dass es Hindernisse gab. Hawks und Dream gehören zwei unterschiedlichen Eigentümergruppen, die State Farm Arena ist im Ostküstendrehkreuz Atlanta häufig (aus-)gebucht.

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    Dass die WNBA hier so tölpelhaft mit dem eigenen Produkt umgeht, enttäuscht dennoch. Wie die Dream mitteilten, hatte man die Liga bereits vor Monaten vor dieser Thematik gewarnt. Den Verantwortlichen standen also nicht nur alle Informationen zur Verfügung, sondern ja auch alle Möglichkeiten, die Spielpläne entsprechend zu gestalten.

    Ebenso enttäuschend ist auch der Einfluss der NBA. Die 30 Franchise-Eigentümer der Männerliga besitzen 42 Prozent der WNBA und hätten ihren Einfluss durchaus geltend machen können und sollen. Das Nichtstun zeigt stattdessen, welches stiefmütterliche Dasein die Frauenliga trotz ihrer beachtlichen Entwicklung immer noch fristet.

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    Julius Ostendorf

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