basketball-world header logo
    • Basketball Heute
    • Schlagzeilen
    • Videos
    • Wettbewerbe
  • USA
    • NBA
    • WNBA
    • NCAA
  • Deutschland
    • BBL
    • DBBL
    • Pro A
    • BBL Pokal
  • Europa
    • EuroLeague
    • Eurocup
    • Champions League
    • FIBA Europe Cup
  • FIBA World Cup
    • Basketball-WM
    • WM der Frauen in Berlin
  • Sonstiges
    • Impressum
    • Datenschutz
    • Nutzungsbedingungen
Partner des kicker.de

    NBA

    vor 22 Stunden

    Ziehen die Magic jetzt die Reißleine?

    Erneutes Scheitern der Orlando Magic: Ein Weiter-so wird es nicht geben

    Zum dritten Mal in Folge war die erste Playoff-Runde für die Orlando Magic mit dem Saisonaus gleichbedeutend. Nur Stunden später rollte in Person von Trainer Jamahl Mosley bereits der erste Kopf. Doch das könnte erst der Anfang gewesen sein.

    Wie geht es um das Star-Duo der Magic weiter?
    Wie geht es um das Star-Duo der Magic weiter? Getty Images

    16 Jahre ist es her, als die Orlando Magic letztmals die Luft der zweiten Playoff-Runde schnuppern durften. Namen wie Vince Carter, Dwight Howard, Rashard Lewis oder Hedo Türkoglu zierten damals die Rückseite der weiß-blauen Trikots. Nach einem historischen 8-0-Start gegen die Bobcats und Hawks war erst in den Conference-Finals gegen die Celtics Schluss, im Jahr zuvor ging es sogar in die Finals, wo Kobe Bryants Lakers etwas zu stark waren (1-4).

    Mehr als anderthalb Jahrzehnte später wähnten sich die Magic erneut in einer Schlüsselrolle in der Eastern Conference. Der kostspielige Trade von Desmond Bane sollte die "Win-Now-Ära" einleiten und die zehrende Playoff-Durststrecke hinter sich lassen. Ein Jahr nach dem Tauschgeschäft, an dessen Ende fünf Erstrundenpicks den Besitzer wechselten, ist die Ernüchterung in Orlando allerdings groß.

    Hat das Team wirklich alles, was es braucht, um das nächste Level zu erreichen? "Ich kann das nicht wirklich beantworten", erklärte Starspieler Paolo Banchero nach dem dritten Erstrunden-Aus in Folge vielsagend. "Ich möchte 'Ja' sagen, aber wir sind wieder nicht aus der ersten Runde herausgekommen. Wenn man die vergangenen drei Jahre betrachtet, dann ist die Antwort 'Nein'."

    Orlando ist eines der besten Teams der Liga (wenn gesund)

    Dabei sah die Situation in der Mitte Floridas nur Tage zuvor noch ganz anders aus. Infolge einer abermals krisengeplagten Regular Season standen in Orlando zum Playoff-Start alle drei Stars (Banchero, Wagner, Bane) fit zur Verfügung. Gedeckt von einer niedrigen Erwartungshaltung mit Eastern-Conference-Gewinner Detroit gewann das Team drei der ersten vier Spiele.

    So, wie man es bereits in den wenigen gemeinsamen Saisonspielen angedeutet hatte, bewiesen die Magic auch hier, im Kern eines der besten Teams der Liga zu besitzen. Banchero führte die Offensive an, Wagner hielt das Tempo hoch und Bane steuerte Distanzgefahr hinzu, die in den Vorjahren schmerzlich vermisst wurde. Zugute kam dabei auch, dass die Pistons selbst große Probleme von Downtown offenbarten und die physische Gangart Orlandos in der Zone nicht zu matchen wussten.

    Über die 61 Minuten, die das Startrio gemeinsam mit Defensivpest Jalen Suggs auf dem Feld stand, outscorten sie den Gegner mit 14,7 Punkten auf 100 Ballbesitze. Das war eine noch beeindruckendere Zahl als ohnehin in der regulären Saison. Verletzungen limitierten das Quartett zwar lediglich auf 19 gemeinsame Auftritte, in diesen jedoch waren die Magic 11,6 Punkte auf 100 Ballbesitze besser als ihre Gegner. Das Defensivrating von 105,2 übertrumpfte sogar den starken Jahreswert von Titelverteidiger OKC (106,5).

    Wagner verletzte sich in Spiel 4 und kam daraufhin in der weiteren Serie nicht mehr zum Einsatz.
    Wagner verletzte sich in Spiel 4 und kam daraufhin in der weiteren Serie nicht mehr zum Einsatz. Rick Osentoski-Imagn Images

    Wagner-Verletzung befeuerte Pistons-Comeback

    So überzeugend diese Zahlen auch sein mögen. Letztlich scheiterte Orlando erneut an jenem Punkt, der bereits die vergangenen Jahre maßgeblich geprägt hat: Verletzungen. Die Wadenzerrung von Franz Wagner im Spiel 4 verursachte einen Einbruch, der erst im beispiellosen Einbruch von Spiel 6 Ausdruck fand und schließlich in der erst 15. Playoff-Niederlage nach 3-1-Führung in der NBA-Geschichte mündete. Wagner mag zwar nicht der auffälligste und schillerndste der drei Stars sein, mit seiner Beständigkeit an beiden Enden des Parketts hat der Berliner aber womöglich einen noch größeren Einfluss als seine Mitspieler Banchero und Bane.

    Ohne den deutschen Nationalspieler fehlte es nicht nur an einem, der auch mal mit der Brechstange die Bigs der Pistons in Bedrängnis bringen konnte, sondern vor allem an einem Verteidiger für MVP-Kandidat Cade Cunningham. Während Wagners Deckung erzielte der Guard nur 42,4 Prozent seiner Würfe. Nach Wagners Deckung stieg diese Zahl auf satte 61,1 Prozent Wurfquote und befeuerte damit das Comeback Detroits.

    Trotz großer Worte und teurer Taten waren die Magic somit wieder an jenem Punkt der zwei vorangegangenen Jahre angekommen. Ein Bruch mit dem Weiter-so der Vergangenheit markierte allerdings die umgehende Trennung vom langjährigen Trainer Jamahl Mosley, dessen vermeintliche Unfähigkeit, die Mannschaft auf die taktischen Kniffe gegnerischer Teams einzustellen, bereits Kritik aus den eigenen Reihen hervorgebracht hatte. Letztlich lässt sich aber auch argumentieren, dass der 47-Jährige ein Bauernopfer infolge einer fragwürdigen Kaderkonstruktion war.

    Große Fragezeichen im Sommer: Halten die Magic ihren Kern intakt?

    Seit Jahren sind die Orlando Magic eines der schlechteren Wurfteams der Liga. Seit Jahren schwelt eine Debatte um die Frage, wie kompatibel Franz Wagner und Paolo Banchero tatsächlich sind. Zwar durfte Kaderplaner Jeff Weltman seinen Job behalten, dennoch könnten die Magic bereits im kommenden Herbst ein gänzlich neues Bild abgeben.

    Nach Informationen von basketball-world.news liegen derzeit nahezu alle Optionen bei den Magic auf dem Tisch - inklusive der Trennung von einem der drei Starspieler (auch entgegen anderslautender Aussagen von Weltman).

    Aus objektiver Sicht macht das nicht nur aus sportlichen Gesichtspunkten durchaus Sinn. Nachdem die Magic in den zurückliegenden Jahren vor allem ein Franchise im Rebuild mit jungen Spielern und entsprechend jungen Verträgen waren, ändert sich die finanzielle Situation zur kommenden Saison schlagartig. Starspieler Banchero erwartet nach Auslaufen seines Rookiekontrakts den ersten großen Gehaltszettel seines Maximum-Deals.

    Nach Auslaufen seines Rookievertrages erwartet Paolo Banchero zur kommenden Saison eine satte Gehaltserhöhung.
    Nach Auslaufen seines Rookievertrages erwartet Paolo Banchero zur kommenden Saison eine satte Gehaltserhöhung. IMAGO/Icon Sportswire

    Finanzieller Spielraum schrumpft zur neuen Saison

    Allein für das Quartett um ihn sowie Wagner, Bane und Suggs werden die Magic 2026/27 fast 155 Mio. Dollar auf den Tisch legen. Bis zur nominellen Steuerobergrenze verbleiben lediglich rund 45 Millionen, bis zum ersten Apron sind es 53 Millionen, die der Franchise für die Verträge von acht Spielern zur Verteilung genügen müssen.

    Unwahrscheinlich ist vor diesem Hintergrund die Verlängerung der werdenden Unrestricted Free Agents Jevon Carter, Jett Howard und auch des deutschen Nationalspielers Moritz Wagner. Letzterer stand in den sechs Playoff-Spielen lediglich zweimal für insgesamt 13 Minuten auf dem Feld, wo der 29-Jährige aus nachvollziehbaren Gründen jeglichem Rhythmus entbehrte.

    Mehr Gehalt aber würde sich ohnehin an anderer Stelle einsparen lassen. Ein offensichtlicher Streichkandidat ist der Dauerverletzte Jonathan Isaac, dem in der kommenden Spielzeit acht Millionen garantiert zustehen. Auch die Zukunft von Point Guard Jalen Suggs (32,4 Mio. Dollar) dürfte infrage stehen. Zwar gilt der 5. Pick des 2021er Drafts als herausragender Point-of-Attack-Verteidiger, sein offensiv limitierter Beitrag in der ohnehin schon reduzierten 3-and-D-Rolle war gegen die Pistons erneut offensichtlich (13/54 Dreier).

    Traut sich Orlando einen Star zu traden?

    Die große Frage aber wird sein, ob sich die Verantwortlichen eine Auflösung des Star-Trios zutrauen werden. Ein vorzeitiger Abschied von Desmond Bane gilt als nahezu ausgeschlossen. Er passt sportlich auch weiterhin in die für ihn vorgesehene Rolle, zudem wäre sein Gegenwert wohl nur ein Bruchteil dessen, was Orlando im Sommer 2025 für ihn opferte. Ein solches Verlustgeschäft wäre ein klares Fehlereingeständnis.

    In Wagner oder Banchero würde Orlando wiederum jahrelange Identifikationsfiguren verlieren. Ersterer ist schließlich auch Treiber des mühsam aufgebauten deutschen Marktes. Für Banchero spricht das Standing als Top-Pick und sein "lauteres" Spiel.

    Die Umtriebigkeit in Trade-Gesprächen, die, wenn man den Gerüchten Glauben schenkt, auch Bucks-Star Giannis Antetokounmpo umfassen, ist ein weiteres Indiz für die Bereitschaft zur Veränderung.

    Klar ist in jedem Fall: Die Verantwortlichen in Orlando stehen nach einer (unter dem Strich) abermals unzufriedenstellenden Saison mächtig unter Druck. Änderungen sind notwendig. Die große Frage lautet lediglich: Entscheiden sich die Magic für die kleine oder die große Variante?

    "Komisches Gefühl": Moritz Wagner über Playoff-Serie gegen besten Freund

    Ex-Magic-Star übt harte Kritik: "Sie sind nicht gut genug"

    Julius Ostendorf