30.03.2026
Die Aufsteiger der Spielzeit
Die NBA-Saison neigt sich dem Ende zu, ein guter Zeitpunkt auf die Spieler zu blicken, die vor der Spielzeit nur wenige auf dem Zettel hatten. Wir präsentieren unsere beiden Überraschungsteams.

Guard: Ajay Mitchell (Oklahoma City Thunder)
Stats 25/26: 14,1 Punkte, 3,5 Rebounds, 3,6 Assists, 49,0 Prozent FG, 34,2 Prozent Dreier (51 Spiele)
Eine Verletzung bremste den Belgier zwar etwas aus, doch allein seine starke erste Saisonhälfte reicht schon für eine Nominierung aus. Im Vorjahr durfte Mitchell, der 2024 mit dem 38. Pick gedraftet wurde, hier und da reinschnuppern, nun fester Bestandteil der Rotation und ein weiterer starker Creator für die Thunder im Backcourt. An dieser Stelle hatten wir den 23-Jährigen schon einmal genauer vorgestellt.
Guard: Collin Gillespie (Phoenix Suns)
Stats 25/26: 13,1 Punkte, 4,1 Rebounds, 4,8 Assists, 42,6 Prozent FG, 41,3 Prozent Dreier (73 Spiele)
Die Suns brauchten einen Schützen und Gillespie ist genau das. Sein Fit neben Devin Booker ist einfach gut und erlaubt es dem Star der Suns, mehr zum Korb zu ziehen, weil Gillespie Räume schafft. Der 26-Jährige ist einer der besten Schützen der Liga und ist defensiv zumindest giftig, was seine Größennachteile ein wenig kaschieren kann.

Forward: Jaylon Tyson (Cleveland Cavaliers)
Stats 25/26: 13,1 Punkte, 5,1 Rebounds, 2,2 Assists, 49,6 Prozent FG, 45,5 Prozent Dreier (64 Spiele)
Der 20. Pick aus dem Sommer 2024 profitierte von der langwierigen Verletzung von Max Strus - so eine Chance muss man aber erst einmal nutzen. Im Januar machte der Forward mal 39 Punkte mit nur 17 Wurfversuchen, besser geht es kaum. Ansonsten macht er Dinge, die gute Rollenspieler eben machen.
Sein Dreier fällt traumwandlerisch sicher, er läuft kluge Cuts und verteidigt jede Position, die von ihm verlangt wird. Für nur 3,5 Millionen Dollar ist Tyson ein echter Schnapper und ein Glücksgriff für das ansonsten teure Cavs-Team.
Forward: Peyton Watson (Denver Nuggets)
Stats 25/26: 14,9 Punkte, 4,9 Rebounds, 2,0 Assists, 49,4 Prozent FG, 41,6 Prozent Dreier (52 Spiele)
Dass Watson ein guter Connector ist, das wusste man, doch in dieser Saison war plötzlich auch die Offense da, als sich Aaron Gordon verletzte. Plötzlich trifft er über 40 Prozent seiner Dreier, Gegner werden es nun genauer überlegen, ob sie Watson freistehen lassen wollen.
In Transition war Watson schon immer eine Waffe, dazu gibt er den Nuggets ein Element, welches selten im Kader ist - Athletik. Denver fehlen Spieler, die über das Feld fliegen und gegnerische Offenses entscheidend stören können. Watson kann das und wird im Sommer Restricted Free Agent. Ein Zahltag dürfte kommen, ob das bei den Nuggets sein wird, ist aber mehr als fraglich.

Center: Neemias Queta (Boston Celtics)
Stats 25/26: 9,8 Punkte, 8,3 Rebounds, 1,3 Blocks, 64,0 Prozent FG (69 Spiele)
Was würden die Celtics ohne Kristaps Porzingis und Al Horford machen? Das war die Frage im Sommer, aber dank Queta war das während der Saison kaum ein Thema. Zwar holten sich die Celtics im Februar noch Nikola Vucevic, doch der ehemalige Bulls-Pivot sollte als Backup für den Portugiesen fungieren.
In seinem fünften NBA-Jahr ist Queta plötzlich eine echte Stütze. Er bietet Ringschutz, geht aggressiv Offensiv-Rebounds hinterher und stellt gute Blöcke. Genau das brauchen die Celtics von einem Rollenspieler wie ihm und Queta löst seine Aufgaben genau so mit jeder Menge Energie und Hustle. So hält man den Stars den Rücken frei.
| Pos | Spieler | Team |
|---|---|---|
| Guard | Ajay Mitchell | Oklahoma City Thunder |
| Guard | Collin Gillespie | Phoenix Suns |
| Forward | Jaylon Tyson | Cleveland Cavaliers |
| Forward | Peyton Watson | Denver Nuggets |
| Center | Neemias Queta | Boston Celtics |
Guard: Nickeil Alexander-Walker (Atlanta Hawks)
Stats 25/26: 20,5 Punkte, 3,5 Rebounds, 3,8 Assists, 45,1 Prozent FG, 39,1 Prozent Dreier (72 Spiele)
Das Schnäppchen des Sommers? Für 62 Millionen Dollar über vier Jahre unterschrieb der Cousin von Shai Gilgeous-Alexander im Sommer in Atlanta und zeigte umgehend, dass er mehr als nur ein 3-and-D-Spieler sein kann. Überraschend ist das eigentlich nicht, weil er 2019 als Scorer in New Orleans in die NBA kam. Einen Namen machte er sich aber erst in Minnesota als Defensiv-Spezialist.
Und nun vereint er beides in Atlanta, in NBA-Jahr Nummer sieben. Bei den Pels waren es mal elf Zähler im Schnitt, nun über 20. Der 27-Jährige hat über die Jahre massiv an seinem Wurf gearbeitet und erntet nun die Früchte. In Minnesota konnte er das nicht zeigen, weil Anthony Edwards und Julius Randle die Würfe nahmen, in Atlanta bekommt er deutlich mehr Chancen und nutzt diese auch.

Guard: Keyonte George (Utah Jazz)
Stats 25/26: 23,6 Punkte, 3,7 Rebounds, 6,1 Assists, 45,6 Prozent FG, 37,1 Prozent Dreier (54 Spiele)
Junge Guards haben es in der NBA zu Beginn oft schwer, George war da keine Ausnahme. Doch wie so viele andere, folgte der große Sprung in Jahr drei. Der Spielmacher ist nun deutlich effizienter - und das aus allen Bereichen auf dem Feld. George hat gelernt, mit seinem Speed Vorteile zu schaffen und ist inzwischen kräftig genug, um auch besser am Ring abzuschließen.
George ist gereift und das ist auch nötig, wenn die Jazz in der kommenden Saison endlich wieder um die Playoffs spielen wollen. Das Triumvirat aus George, Lauri Markkanen und Jaren Jackson Jr. ist dafür schon einmal ein stabiles Grundgerüst.
Forward: Baylor Scheierman (Boston Celtics)
Stats 25/26: 4,9 Punkte, 3,6 Rebounds, 1,4 Assists ,45,3 Prozent FG, 38,5 Prozent Dreier (68 Spiele)
Die Stats springen nicht sofort ins Auge, doch Scheierman passt wie die Faust aufs Auge für den Stil der Kelten. Mit knapp zwei Metern hat der 25-Jährige Gardemaß für einen Swingman, kann ein bisschen switchen und vorne die Dreier versenken. Dazu sorgt auch er ständig für Chaos, wenn er nach einem vergebenen Wurf in Richtung Korb jagt, um Offensiv-Rebounds einzusammeln.
Durch die Rückkehr von Jayson Tatum spielte der 30. Pick von 2024 zwar zuletzt wieder etwas weniger, doch Scheierman hat gezeigt, dass man auf ihn zählen kann.

Forward: Deni Avdija (Portland Trail Blazers)
Stats 25/26: 23,9 Punkte, 6,9 Rebounds 6,7 Assists, 45,8 Prozent FG, 31,8 Prozent Dreier (59 Spiele)
In seinem sechsten Jahr wurde Avdija erstmals ins All-Star Team gewählt, der Israeli hat sich in Portland zum Go-to-Guy gemausert und passt voll in den Trend, von großen Ballhandlern (2,03 Metern), die die Offense sortieren. Der Forward zieht zudem nach Luka Doncic die zweitmeisten Freiwürfe ligaweit (9,2 FTA), im Vorjahr waren es noch gerade einmal 5,2 im Schnitt.
Abzüge in der B-Note gibt es für den schwachen Dreier, was langfristig ein Problem werden könnte. Eine echte erste Option ist Avdija eher nicht, deswegen bedarf es Verbesserung beim Wurf, wenn Portland den nächsten Schritt machen möchte.
Center: Moussa Diabate (Charlotte Hornets)
Stats 25/26: 8,1 Punkte, 8,8 Rebounds, 1,0 Blocks, 62,5 Prozent FG (66 Spiele)
Seit der Franzose im Dezember in die Starting Five rückte, läuft es bei den Hornets. Diabate ist ein echtes Arbeitstier, der mit Hustle und unfassbarer Athletik seine Größenvorteile kaschieren kann (nur 2,08 Meter). Der Zweitrundenpick ist inzwischen das Herz der Hornets, schon mehrfach war der 24-Jährige in kleine Rangeleien verwickelt. Mit ihm will man sich nicht anlegen.
Auffällig: Kaum ein Center rennt so viel und so konsequent wie Diabate, was exzellent zum schnellen Transition-Basketball Charlottes passt. Das befürchtete Center-Problem vor der Saison? Darüber redet inzwischen keiner mehr.
| Pos | Spieler | Team |
|---|---|---|
| Guard | Nickeil Alexander-Walker | Atlanta Hawks |
| Guard | Keyonte George | Utah Jazz |
| Forward | Baylor Scheierman | Boston Celtics |
| Forward | Deni Avdija | Portland Trail Blazers |
| Center | Moussa Diabate | Charlotte Hornets |
Robert Arndt