basketball-world header logo
    • Basketball Heute
    • Schlagzeilen
    • Videos
    • Wettbewerbe
  • USA
    • NBA
    • WNBA
    • NCAA
  • Deutschland
    • BBL
    • DBBL
    • Pro A
    • BBL Pokal
  • Europa
    • EuroLeague
    • Eurocup
    • Champions League
    • FIBA Europe Cup
  • FIBA World Cup
    • Basketball-WM
    • WM der Frauen in Berlin
  • Sonstiges
    • Impressum
    • Datenschutz
    • Nutzungsbedingungen
Partner des kicker.de

    NBA

    vor 17 Stunden

    Welche Saison zählt?

    Die Pistons nach dem Playoff-Aus: Identität in der Krise

    Eigentlich haben die Detroit Pistons in der Spielzeit 25/26 alle Erwartungen an sie übertroffen - trotzdem endete sie in einer bitteren Enttäuschung. In der Offseason könnten nun mehrere Grundsatz-Entscheidungen für das beste Team der Eastern Conference anstehen.

    Die Detroit Pistons um Jalen Duren scheiterten in Spiel 7 im Halbfinale an den Cavaliers.
    Die Detroit Pistons um Jalen Duren scheiterten in Spiel 7 im Halbfinale an den Cavaliers. Rick Osentoski-Imagn Images

    Von Zeit zu Zeit ist auch der sonst zumeist bierernste J.B. Bickerstaff für eine Überraschung gut. "Das ist überhaupt keine Enttäuschung", sagte der Pistons-Coach nach Spiel 7. "Ich werde von diesen Jungs niemals enttäuscht sein. Diese Jungs geben uns jeden Tag alles, was sie haben. Es ist eine Niederlage, eine bittere Niederlage. Aber dieses Wort wird mit dieser Gruppe nie verwendet werden."

    Das hatte wenige Stunden zuvor noch ganz anders ausgesehen. Immer wieder hatte Bickerstaff sein Team in Auszeiten fast schon angefleht, "Pistons-Basketball" zu spielen, immer wieder stieß er damit jedoch auf taube - oder wahlweise unfähige, ausgelaugte - Ohren. Cade Cunningham konnte nicht mehr übernehmen, defensiv fehlte das gesamte Spiel über der Zugriff.

    Zur Unzeit legte das Team ein kollektives Ei und ließ fast alles vermissen, was in dieser Saison zuvor so lange so gut funktioniert hatte. In dieser Deutlichkeit war Spiel 7 ein Schocker, mit 31 Punkten Unterschied ließ sich Detroit in heimischer Halle abfertigen und wirkte dabei in keinerlei Hinsicht tougher als die Cavaliers, von wegen "Pistons-Basketball."

    "Dieses Spiel war zum Kotzen", resümierte Cunningham etwas treffender. Natürlich war dieses Ende eine Enttäuschung, ein bitterer Abschluss für diese Saison. Andererseits war dieser Abschluss - von der Art und Weise vielleicht mal abgesehen - auch irgendwie … folgerichtig?

    Die Serie gegen Cleveland

    Pistons: Regular Season vs. Playoffs

    Im Prinzip stolperten die Pistons in Game 7 über Probleme, die schon ihre gesamte Postseason begleitet hatten. Es darf ja nicht vergessen werden: Schon in Runde eins hätte dieses Team gut und gerne ausscheiden können, wenn Franz Wagner Gegner Orlando nicht in den letzten drei Spielen gefehlt hätte, und selbst ohne den Berliner war der Exit noch möglich.

    Mehrfach in beiden Serien wirkte Detroit eher wie der stereotypische tapfere Außenseiter als wie der überwältigende Favorit. Was irgendwie auch nicht verwunderte; blenden wir die Bilanzen mal aus, würde wahrscheinlich kaum jemand behaupten, dass der Pistons-Kader über mehr Talent verfügte als der der Cavaliers. Sowohl Cleveland als auch Orlando (und New York) wurden von den Buchmachern vor der Saison mehr Siege zugetraut als den Pistons, deren Over/Under-Linie bei 46,5 gelegen hatte.

    Die Abschlusstabelle der NBA-Saison 2025/26

    Es wurden deutlich mehr, stolze 60 Siege fuhren die Pistons in der Saison ein. Kein Ost-Team holte mehr. In den NBA-Playoffs jedoch wird ein anderer Sport betrieben, das zeigt sich in jedem Frühling. Mit jedem weiteren Jahr scheint die Differenz zwischen den Saisons überdies größer zu werden. Die Pistons 25/26 boten eine nahezu ideale Fallstudie für diese Differenz.

    Was in der Regular Season wie ein Uhrwerk funktionierte, wurde in der Postseason eingebremst. Vorteile in Sachen Physis und Einsatz schrumpften, sobald die Spiele wichtiger wurden. Dabei waren diese Vorteile über 82 Spiele maßgeblich für den Erfolg der Pistons - auf einmal konnte man nicht mehr auf sie zählen.

    Dieser Unterschied dürfte die Evaluation des Teams in der Offseason prägen. Er könnte auch drastische Änderungen nach sich ziehen, die bei einem überwiegend jungen 60-Siege-Team normalerweise so eher nicht zu erwarten wären.

    Pistons: Eine beneidenswerte Position?

    Es ließe sich ja leicht dafür argumentieren, dass die Pistons so oder so auf dem richtigen Weg sind. Von 14 auf 44 auf 60 Siege zu springen, ist für sich schon beeindruckend; dass dieses Kunststück zu großem Anteil mit eigens gedrafteten, weiterhin jungen Eigengewächsen vollbracht wurde, umso mehr.

    Unter Bickerstaff, der das Team vor zwei Jahren von Monty Williams übernahm, wurde eine Identität geschaffen, die gut zur Pistons-Tradition passt: Das Fundament von allem ist starke, kompromisslose Defense, eine gewisse Härte, bedingungsloser Einsatz. Schön ist das Spiel der Pistons nicht unbedingt immer anzusehen, trotzdem holten sie in dieser Spielzeit immerhin die drittmeisten Siege der Franchise-Geschichte.

    Und das als junges Team. Cunningham ist 24 Jahre alt, Ausar Thompson 23 und Jalen Duren 22 Jahre. Das sind vielleicht die wichtigsten Spieler des Teams, das jetzt bereits so erfolgreich war. Mit diesem Kern sind die Pistons in einer beneidenswerten Position und könnten weiter auf internes Wachstum setzen, wie sie es auch bereits vor dieser Spielzeit getan haben.

    Das ist zumindest die eine mögliche Interpretation dieser Pistons-Saison. Die andere wirft Fragen auf, ob es mit diesem Kern tatsächlich möglich sein wird, auch die nächsten Schritte auf dem Weg zum "echten" Contender zu meistern, der Detroit in dieser Spielzeit offensichtlich noch nicht war.

    "Zum Kotzen": Pistons bedient nach Debakel in Spiel 7

    Pistons: Horror-Playoffs für Jalen Duren

    Die Playoff-Leistungen von insbesondere Duren schüren die meisten Zweifel daran - den Leistungsdrop, den Detroit als Team erlebte, sah man beim Center in einer noch weitaus dramatischeren Version. Seine Punkteausbeute halbierte sich im Vergleich zur Regular Season beinahe (von 19,5 auf 10,2 Punkte), seine Dynamik im Two-Man-Game mit Cunningham war über beide Serien viel zu selten zu sehen.

    Duren konnte Gegenspieler weder überpowern noch durch sein deutlich verbessertes Faceup-Game vor Probleme stellen, jedenfalls nicht regelmäßig. Zu oft liefen Spiele fast komplett an ihm vorbei, weshalb er zu keinem Zeitpunkt der zweite konstante Scorer sein konnte, den er während der Saison oft neben Cade gegeben hätte.

    Es mag plakativ klingen, aber es ist gut möglich, dass diese Playoffs Duren einen dreistelligen Millionenbetrag gekostet haben. Die starke Regular Season könnte den 22-Jährigen zu einem All-NBA-Spieler gemacht haben, der maximal 287 Mio. Dollar über fünf Jahre verdienen könnte. Die Playoffs jedoch dürften verhindern, dass Detroit ihm eine solche Summe zahlen wird.

    Und auch anderswo dürfte es nicht unbedingt Max-Angebote für ihn regnen (andere Teams dürften Duren für maximal vier Jahre und 177,4 Mio. unter Vertrag nehmen). Cap Space ist im Sommer ohnehin rar gesät (die Lakers, Bulls oder Nets hätten „Platz“), was der Verhandlungsposition Durens eher nicht hilft. Gut möglich, dass die Pistons ihn als Restricted Free Agent fremde Angebote einholen lassen, um dann zu matchen.

    Als "faire" Referenz könnte vielleicht Jarrett Allen herhalten, der um die 30 Mio. Dollar im Jahr verdient und Duren in Game 7 dominierte. Duren ist deutlich jünger, hat als Scorer vermutlich mehr Upside. Als Non-Shooting Big mit nur solider Defense hat er aber auch spielerische Limitierungen, die die Konstruktion eines Titelkandidaten mit ihm als Großverdiener durchaus kompliziert machen.

    Jalen Duren lieferte schwache Playoffs für die Pistons ab.
    Jalen Duren lieferte schwache Playoffs für die Pistons ab. Ken Blaze-Imagn Images

    Pistons: Die Grundsatzfrage

    Zumal er sich einige Limitierungen mit Thompson teilt, der sogar noch weniger wirft und zwar offiziell als Wing gilt, funktional in der Offensive aber selbst de facto wie ein Big Man spielt. Es ist noch so eine Grundsatzfrage: Lässt sich mit zwei Startern dieser Bauart perspektivisch überhaupt eine Offense kreieren, die gut genug für echten Playoff-Basketball ist?

    Immer wieder stolperten die Pistons über das Problem, dass zu wenige ihrer Spieler werfen konnten - was sehr viel dazu beitrug, dass Cunningham zu oft den Ball verlor und dass Duren als Roll-Man selten bis zum Korb durchkam. Noch immer führte Detroits mieses Spacing dazu, dass Cade de facto in einer Telefonzelle spielte. Duren und Thompson hielten die Tür zu.

    Es wäre möglich, dass die Pistons auf Ergänzungen beim Supporting Cast setzen und darauf, dass perspektivisch wenigstens einer von beiden werfen lernt. Es wäre aber auch möglich, dass früher oder später eine Entscheidung zwischen beiden her muss, dass Detroit sich irgendwann auf einen Non-Shooter festlegen muss.

    Thompson, der Dritte im DPOY-Rennen, ist in dieser Offseason erstmals zur vorzeitigen Vertragsverlängerung berechtigt. Er hatte im Gegensatz zu Duren einige dominante Playoff-Spiele, war mit seiner Defense ein absoluter Game-Changer gegen die Magic, aber auch gegen Donovan Mitchell. Aufgrund der offensiven Schwächen dürfte es aber auch bei ihm nicht ganz einfach werden, einen fairen Betrag für einen Anschlussvertrag zu finden.

    Cade Cunningham: Playoff-Stats 2025/26

    SpieleMinutenPunkteFG %ReboundsAssists
    1440,828,143,25,17,5

    Pistons: Große oder kleine Moves?

    Die beiden Jung-"Stars" sind auch nicht die einzigen interessanten Personalien in dieser Offseason. Tobias Harris wird Unrestricted Free Agent, bei Duncan Robinson können die Pistons entscheiden, ob sie seinen Vertrag für die kommende Spielzeit voll garantieren (hinzu kommen unter anderem Javonte Green und Kevin Huerter als UFAs).

    Beide Veteranen waren unverzichtbar für diese Version der Pistons, Harris als zweiter Scorer in den Playoffs, Robinson als (einziger!) Movement Shooter. Beide waren aber auch defensiv angreifbar und eigentlich überbeansprucht in der Offensive. Beide offenbarten den Bedarf, nachzulegen, mehr Shooting und mehr Creation neben Cunningham zu finden.

    Es ist zumindest positiv zu bewerten, dass die Pistons recht deutlich gesehen haben sollten, was ihnen fehlte. Bitterer ist, dass dies eigentlich auch schon während der Regular Season absehbar war, das Front Office sich jedoch dagegen entschied, diesen Bedarf vor der Trade Deadline zu adressieren, und nur einen kleinen Deal für Huerter einfädelte, der in Detroit jedoch kaum eine Rolle spielte.

    Man wolle evaluieren, was man habe, dem jungen Kern seine Zeit geben, so ähnlich formulierte es Team-Präsident Trajan Langdon damals. Einerseits war das nachvollziehbar, andererseits gehen Fenster in der NBA schnell zu und hätte ein aggressiverer Move die Pistons vielleicht in die Conference Finals führen können - oder sogar weiter.

    Pistons: Es wird komplizierter

    Natürlich lässt sich das nicht belegen. Und natürlich sollte nach dieser Spielzeit auch nicht die Kritik oder die Enttäuschung überwiegen, in diesem Punkt hat Bickerstaff ja durchaus recht: Es hat vieles funktioniert in Detroit, über die Regular Season, zum Teil auch in den Playoffs. Und wenigstens einer - der wichtigste - hat gezeigt, dass er auch für diese größere Bühne durchaus bereit ist.

    Klar, Cunningham verlor zu oft den Ball. Trotzdem gehörte er zu den Stars dieser Postseason, brillierte als Scorer, als Playmaker, auch als Verteidiger. Selbst wenn der Ofen am Ende aus war und Cade kein gutes Spiel 7 zeigte: Er taugt als Fundament eines Teams, das eines Tages Meister werden möchte. Schon allein deshalb ist Detroit in einer starken Position, zumal das Front Office überdies noch über finanzielle Flexibilität und all seine Draft-Picks verfügt. Einen guten Weg haben die Pistons über die vergangenen beiden Jahre zweifellos eingeschlagen.

    "Ich bin dankbar für diese gesamte Saison", sagte Cunningham nach Spiel 7. "Wir haben eine Bindung kreiert wie kein Team, das ich zuvor hatte. Zu einem Großteil liegt das am Coach, am Front Office und der Umgebung, die sie kreiert haben. Ich kann ihnen allen nicht genug dafür danken, dass sie uns erlaubt haben zu wachsen und uns so unterstützt haben."

    Nun zählt nur eben die Frage, wie man die nächsten Schritte gehen kann. Und mit wem. Einen historischen Turnaround haben die Pistons schon hingelegt. Jetzt beginnt der kompliziertere Teil ihrer Entwicklung.

    NBA: Playoffs: Alle Serien und Termine im Überblick

    Folge basketball-world.news auf Instagram

    Ole Frerks

    Detroit Pistons
    DETDetroitDetroit Pistons
    111
    :
    101
    Cleveland Cavaliers
    CLEClevelandCleveland Cavaliers
    Detroit Pistons
    DETDetroitDetroit Pistons
    107
    :
    97
    Cleveland Cavaliers
    CLEClevelandCleveland Cavaliers
    Cleveland Cavaliers
    CLEClevelandCleveland Cavaliers
    116
    :
    109
    Detroit Pistons
    DETDetroitDetroit Pistons
    Cleveland Cavaliers
    CLEClevelandCleveland Cavaliers
    112
    :
    103
    Detroit Pistons
    DETDetroitDetroit Pistons
    Detroit Pistons
    DETDetroitDetroit Pistons
    113
    :
    117
    OT
    Cleveland Cavaliers
    CLEClevelandCleveland Cavaliers
    Cleveland Cavaliers
    CLEClevelandCleveland Cavaliers
    94
    :
    115
    Detroit Pistons
    DETDetroitDetroit Pistons
    Detroit Pistons
    DETDetroitDetroit Pistons
    94
    :
    125
    Cleveland Cavaliers
    CLEClevelandCleveland Cavaliers