vor 8 Stunden
Cunningham abgemeldet
Die Cleveland Cavaliers haben einen dominanten Auftritt in Spiel 7 gezeigt und den Detroit Pistons keine Chance gelassen. Während Cade Cunningham komplett blass blieb, überragte ein Quartett bei den Cavs.

Schon von Beginn an war zu spüren, dass die Cleveland Cavaliers den Sieg einfach mehr wollten. Sie spielten mit einem unheimlichen Tempo, zeigten die wohl beste defensive Vorstellung dieser Serie und waren offensiv präzise. Im Gegensatz zu vielen bisherigen Spielen gegen die Detroit Pistons limitierten sie ihre Turnover (4 in der ersten Hälfte, 11 insgesamt), wodurch sie ihren Gegner nie in die gefürchtete Transition-Offense kommen ließen. Das gepaart mit vier Dreiern von Donovan Mitchell und Sam Merrill im ersten Viertel führte zu einer frühen 9-Punkte-Führung.
Mitchell glänzte dabei früh als Assistgeber (8) und setzte seine Mitspieler stark in Szene, insbesondere Merrill und Jarrett Allen, die mit je 15 Punkten in der ersten Halbzeit die besten Scorer für die Cavs waren. Cleveland traf über 50 Prozent aus dem Feld, dominierte die Bretter und kam viel zu oft zu einfachen Punkten in der Zone (58 zu 34 für die Cavs in diesem Bereich). Nach einem Layup von Mitchell mit drei Minuten zu spielen in der ersten Halbzeit führten sie bereits mit +20, da auf der anderen Seite nicht viel lief. Detroit tat sich schwer mit der Halbfeld-Defensive der Cavaliers (nur 38 FG%) und konnte sich nicht auf den bisher so starken Cade Cunningham verlassen (12 Punkte zur Pause).
Und auch nach der Halbzeit waren die Cavs darauf bedacht, Detroit und seine lauten Fans nicht zurück in das Spiel kommen zu lassen. Sie machten weiterhin Tempo und erarbeiteten sich viele Würfe an der Freiwurflinie, obwohl sie dort auch viel liegenließen (28/44). Ein 11:0-Lauf kurz vor Ende des dritten Viertels, vollendet mit einem Mitchell-Dreier, stellte schließlich auf +27 und war schon beinahe die Vorentscheidung. Spätestens nach der 30+-Führung zu Beginn des Schlussviertels war dann auch den Letzten in der Arena klar, dass dieses Spiel nicht mehr kippen würde.

Bei den Cavs stach vor allem das Quartett aus Mitchell (26 Punkte), Merrill (23, 5/8 Dreier), Allen (23, 7 Rebounds) und Evan Mobley (21, 12 Rebounds) heraus. So konnten die Cavs es sich auch leisten, dass James Harden offensiv nie wirklich ins Rollen kam und am Ende bei 9 Punkten (2/10 FG) stand, dafür aber fünf Rebounds und sechs Assists beisteuerte. Dennis Schröder blieb in seinen 18 Minuten relativ unauffällig und beendete die Partie mit zwei Punkten, drei Rebounds, drei Assists und einem Steal.
Bei den Pistons machte dagegen niemand ein wirklich gutes Spiel. Cunningham blieb nach der Pause ohne Field Goal und stand am Ende bei 13 Punkten (5/16 FG) und dem mit Abstand schlechtesten Plus-Minus-Wert seines Teams (-32). Auch Jalen Duren, der früh Foulprobleme hatte, blieb erneut blass und kam auf magere sieben Zähler und neun Rebounds. Der bis dato oft gute Tobias Harris erwischte ebenfalls ein fürchterliches Spiel (5 Punkte, 0/6 FG). Daniss Jenkins war mit 17 Punkten noch der beste Scorer, ein weiterer Lichtblick war Duncan Robinson mit 13 Zählern von der Bank.
Durch den Sieg stehen die Cavaliers erstmals seit der LeBron-James-Ära wieder in den Conference Finals und treffen dort auf die New York Knicks. Spiel 1 steigt bereits in der Nacht auf Mittwoch (2 Uhr deutsche Zeit) im Big Apple.
Gianluca Fraccalvieri