29.01.2026
Das sind die Favoriten auf den Zuschlag
Giannis Antetokounmpo kann sich einen Trade von den Milwaukee Bucks vorstellen. Die Bucks wollen sich Angebote anhören, doch ein Trade bis zum 5. Februar ist kein Muss. Wir blicken auf die möglichen Abnehmer des Griechen und unterteilen diese in Kategorien.

Kommt der Trade für Giannis Antetokoummpo? Laut Shams Charania ist Giannis offen dafür und auch die Bucks wollen sich bis zur Trade Deadline am 5. Februar die Angebote genauer anhören. Das heißt aber nicht, dass man den Griechen unbedingt traden muss.
Denn: Antetokounmpo fehlt im Moment verletzt, auch mit ihm sind die Bucks kaum ein Play-In-Team und werden mit großer Wahrscheinlichkeit auch so einen hohen Lottery Pick bekommen. Somit verbreitert sich das Feld der Interessenten vor allem im Sommer und erhöht den Druck auf die Teams, die dann ein Wettbieten nicht gewinnen könnten und deswegen schnell handeln müssen.
Picks: 2032
Assets: Anthony Black, Jalen Suggs, Paolo Banchero (ab Sommer)
Es knirscht ein wenig in Orlando, auch Ex-Top-Pick Paolo Banchero ist in Florida nicht mehr unumstritten. Es bleiben Fragen, ob er zusammen mit Franz Wagner harmonieren kann. Dazu wird der Stuhl von Coach Jamahl Mosley immer wärmer. Für den Moment ist ein Trade kaum möglich, weil Bancheros Verlängerung erst im Sommer beginnt, doch sobald der NBA-Kalender umgeblättert wird, hätten die Magic ein stabiles Paket.
Banchero plus Anthony Black/Jalen Suggs könnten genügen, um Milwaukee zum Nachdenken zu bringen. Natürlich wäre das auch mit Wagner möglich, allerdings wäre der Fit mit Wagner und Giannis besser, dazu könnte Banchero bei den Bucks höher im Kurs stehen. Der Nachteil für Orlando: Man würde das Titelfenster verkleinern, dafür aber die Chancen für die kommende Saison deutlich erhöhen.
Picks: 2027 (Tauschrecht mit Milwaukee), eigene Picks ab 2029
Assets: Jalen Johnson, Zaccharie Risacher, möglicher Top-Pick 2026
Bei den Hawks kommt vieles auf die kommende Draft Lottery an. Sie bekommen im Sommer entweder den Pick der Pelicans oder der Bucks (sie erhalten den Höheren), die Chance auf einen Top-3-Pick ist also gegeben. Würden die Bucks bei Darryn Peterson, Cameron Boozer oder A.J. Dybantsa Nein sagen? Es wäre die Chance auf einen klaren Reset.
Unantastbar sollte Jalen Johnson sein. Den würde Milwaukee sicherlich wollen, doch was bringt Atlanta dann ein Trade für Giannis, wenn sie ihren besten Spieler dafür abgeben müssen?

Picks: 2031 (im Sommer dann 2026, 2031, 2033)
Assets: Austin Reaves
Für den Moment haben die Lakers nur einen Erstrundenpick, den sie traden können. Im Sommer werden es dagegen drei sein. Das könnte für Giannis immer noch zu wenig sein, doch mit Austin Reaves haben die Lakers noch ein Ass im Ärmel. Der Guard wird Free Agent, als Teil eines Sign-and-Trade-Deals könnte man deutlich nachlegen. Das nahende Ende von LeBrons Arbeitspapier schafft im Juni zudem auch den nötigen finanziellen Spielraum.
Dazu haben die Lakers einen weiteren Vorteil: 2027 könnten die Kalifornier ein Capspace-Team sein und hätten die Möglichkeit, Giannis als Free Agent zu holen. So lange wird der Grieche zwar vermutlich nicht in Milwaukee bleiben, dennoch kann es Teil der Überlegung sein. Überhaupt: Doncic und Giannis (sowie eventuell LeBron) in einem Team? Das hätte etwas.
Picks: Alle eigenen inklusive einiger Tauschrechte (außer 2027)
Assets: Dylan Harper, Stephon Castle
Die Spurs haben eigentlich alles für einen Giannis-Trade. Picks, junge Stars und eben mit Victor Wembanyama ein Aushängeschild, mit dem es sich lohnt zu spielen. Stephon Castle oder Dylan Harper müssten dafür vermutlich gehen.
Doch wollen die Spurs so schnell so hoch ins Risiko gehen? Noch erscheint nicht, ob Harper oder Castle wertvoller ist, dazu könnten beide für viele Jahre Wembys Co-Star(s) sein. Antetokounmpo würde wie im Falle von Orlando mehr für kurzfristigen Erfolg stehen. In einem möglichen Trade-Szenario hätten die Spurs aber ein verdammt gutes Blatt.
Und warum die Spurs erst im Sommer? Weil die Franchise womöglich wirklich erst sehen möchte, was man an diesem jungen Kern hat.
Picks: 2027 (Suns-Pick), 2027 (Tauschrecht mit Brooklyn), dazu eigene Picks ab 2027
Assets: Amen Thompson, Reed Sheppard
Gleiches gilt auch für die Rockets, die erst im vergangenen Sommer für Durant tradeten. Houston ist aber so aufgestellt, dass auch ein zweiter Blockbuster-Trade kein Problem darstellen wird. Mit Amen Thompson haben die Texaner einen aufregenden Youngster, der All-Star-Potenzial hat und auch Ex-Nr. 3-Pick Reed Sheppard könnte in einer anderen Situation besser zur Geltung kommen.
Doch ähnlich wie in San Antonio ist Eile nicht geboten. Die Rockets sind bereits in der Spitzengruppe der Western Conference, ein Trade für Giannis würde dem Team auch die verbleibenden jungen Spieler rauben.
Picks: Alle eigenen Erstrundenpicks
Assets: Ausar Thompson, Jaden Ivey, Ron Holland
Detroit fehlt ein wenig der Youngster, den sich die Bucks wünschen könnten, dafür haben die Pistons alle eigenen Picks an Bord und stehen im Moment unumstritten auf Rang eins im Osten. Entsprechend wäre ein Trade eher eine Option für den Sommer, sollte Detroit in der Postseason enttäuschen.

Draft-Picks: Drei Tauschrechte (2026, 2030, 2032)
Assets: Karl-Anthony Towns, O.G. Anunoby, Mikal Bridges, Miles McBride
Die Knicks sollten eigentlich keine Chance haben. Junge Spieler? Miles McBride wird nicht genug sein. Draft-Picks? Kaum vorhanden. Aber: Sollte New York Towns oder die Flügelspieler Bridges und/oder O.G. Anunoby shoppen, könnte sich die Lage verändern.
New York steckt im Moment ein wenig in der Krise, womöglich könnten ein paar Veränderungen am Kader helfen. Dazu soll Antetokounmpo offen für die Knicks sein, was mögliche Verhandlungen erleichtern könnte.
Picks: 2030, 2032 plus diverse Pick-Swaps
Assets: Kel’el Ware, Tyler Herro, Nikola Jovic
Auch Miami kann ein Wettbieten nicht gewinnen, entsprechend ist die Chance zur Deadline da, wenn Teams wie San Antonio womöglich kein Interesse haben. Es ist die Frage, ob Milwaukee Interesse an Ware und Ex-All-Star Herro hat, letzter kommt zumindest aus Wisconsin und wäre bei den Bucks ein "Local Hero".
Dennoch hat Miami eigentlich nur eine Chance, wenn die Bucks Giannis zur Deadline unbedingt traden wollen. Dem scheint zwar nicht so, dennoch zeigte sich die Franchise zuletzt durchaus optimistisch, einen Deal einfädeln zu können.
Picks: Diverse Erstrundenpicks zwischen 2026 und 2032
Assets: Jonathan Kuminga, Jimmy Butler
Die Warriors haben fast alle eigenen Picks, gerade die Auswahlrechte in späteren Jahren könnten durch das nahende Karriereende von Steph Curry wertvoll sein. Zumindest zwei Jahre könnte es eine Giannis/Curry-Kombo geben, es bleibt dann aber die Frage, welchen Platz Draymond Green einnimmt?
Für die Warriors wäre es ein letzter verzweifelter Versuch, in der Ära Curry noch einmal um einen Titel zu spielen. Und aus Milwaukees Sicht? Da wären die Picks vermutlich das Wertvollste, was die Bucks zur Trade Deadline rausschlagen könnten. Denn: Auch Giannis wird nicht ewig spielen, man kann davon ausgehen, dass die Warriors nach 2030 eine lange Dürre vor sich haben.
Robert Arndt