vor 3 Stunden
Beendet die NCAA jetzt die NIL-Spielchen?
Die NCAA prüft derzeit, welche internationalen Spieler eigentlich überhaupt auf dem College spielen dürfen. Die Schwemme von Europäern missfällt dem Verband, der nun reagieren wird. Es ist die Antwort auf das Überspannen des Bogens. LSU ist dafür das perfekte Beispiel - und steht womöglich bald ohne Team da.

Den Anfang machte Illinois in den vergangenen Jahren. Stück für Stück wurden durch gute Beziehungen junge Spieler vom Balkan rekrutiert. Die "Balkan Five" um Andrej Stojakovic (Sohn von Kings-Legende Peja) war in aller Munde und brachte die Fighting Illini sogar bis ins Final Four.
Dass dies kopiert werden würde, dafür musste man kein Hellseher sein. Durch NIL (name, image, likeliness) können Spieler gewissermaßen gekauft bzw. mit Entschädigungen geangelt werden, die in Europa völlig utopisch sind. Wir sprechen hier von jährlichen Millionenbeträgen. Das meiste Geld haben dann zumeist die großen Unis mit ihren großen Football-Programmen.
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Eine solche Uni ist LSU, tief im Süden in Baton Rouge, Louisiana. Zwar brachte dieses College All-Stars wie Shaquille O’Neal, Bob Pettit, Pete Maravich oder Ben Simmons hervor, doch die letzte Final-Four-Teilnahme liegt 20 Jahre zurück und überhaupt erreichte man dieses erst viermal. In der vergangenen Saison wurde man in der SEC Letzter (3-15 in Conference Play).
Mit dem neuen, alten Head Coach Will Wade soll das aber werden und der fährt einen neuen Ansatz. Erprobte Spieler aus Europa sollen die Tigers wieder zu Glanz und Gloria führen. Mit Marcio Santos, Saliou Niang und Brice Dessert kommen drei Akteure mit EuroLeague-Erfahrung, auch der fast 26-jährige Yam Madar wird mit LSU in Verbindung gebracht. Michael Ruzic, eine feste Größe in der spanischen ACB, wird zumindest erst im Oktober 20 Jahre alt.
| Spieler | Nationalität | Alter | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| Saliou Niang | Italien | 22 | 38 EL-Spiele |
| Marcio Santos | Brasilien | 22 | 37 EL-Spiele |
| Brice Dessert | Frankreich | 23 | 17 EL-Spiele |
| Michael Ruzic | Kroatien | 19 | 73 ACB-Spiele |
| R. J. Luis | USA/DomRep | 23 | Two-Way/G-League |
Doch dürfen die genannten Spieler überhaupt spielen? Die Ankündigung der NCAA, dass die "Eligibility" von älteren, internationalen Spielern geprüft werde, hinterlässt Fragezeichen. "Ich bin optimistisch und unser Coach ist es auch", meinte Direktor Heath Schroyer. "Letztes Jahr gab es 106 Spieler, die 25 Jahre oder älter waren. 257 waren mindestens 24. Illinois hatte, glaube ich, sechs Spieler mit Profi-Erfahrung in Europa."

Doch wird auch in der kommenden Saison nach diesen Regeln gespielt? Fakt ist, dass diese älteren Spieler auch Stipendien für junge US-amerikanische Spieler wegnehmen. Das ist kein LSU-Problem, da laut Schroyer auch andere Colleges Spieler umgarnten, die sich für Louisiana State entschieden.
Wann es eine Entscheidung gibt, ist noch unklar, dennoch werden die Diskussionen weitergehen. Zu viel ist in den Regeln in grau geschrieben, zu viel Geld steckt in dieser Industrie. Im Interview mit basketball-world.news brachte der Agent Milan Nikolic (u.a. Jack Kayil) zuletzt die Idee ins Spiel, den Zugang zum College nur jenen Internationalen zu gewähren, die nicht oberhalb des nationalen Durchschnittslohns verdient haben. Junge Talente könnten damit auch weiterhin von den Ausbildungsprogrammen profitieren. Ausschließen würde man lediglich solche Spieler, die bereits in EuroLeague und Co. finanziell ausgesorgt haben. Hier geht's zum gesamten Text mit Nikolic.
Übrigens: Noch gibt es auf der Seite der Tiges noch keinen Überblick über die Spieler für die kommende Saison. Sie können es schlichtweg noch nicht wissen.
Robert Arndt