09.07.2025
Nach Bancheros Verlängerung
Paolo Banchero hat erwartungsgemäß zu maximalen Bezügen in Orlando unterschrieben. Dadurch halten die Magic ihren Kern langfristig zusammen, müssen dieses Vertrauen aber jetzt rechtfertigen. Der Preis dafür ist schließlich enorm.

Schaut man sich die Situation der Magic aus rein sportlicher Sicht an, sind sie für die nahe und ferne Zukunft optimal aufgestellt. Die Big Four aus Banchero, Franz Wagner, Jalen Suggs und Desmond Bane steht bis einschließlich 2028/29 unter Vertrag, genau wie Defensiv-Anker Jonathan Isaac und Center Wendell Carter Jr. Dazu ist keiner der genannten Spieler älter als 28 Jahre.
Den Ruf des ewig jungen Teams mit viel Potenzial muss Orlando spätestens jetzt aber ablegen. Durch den Trade von Bane haben sie einen Großteil ihrer Zukunft verscherbelt und nun gilt es in der Gegenwart, den nächsten Schritt zu machen. Keiner der vier Ost-Finalisten aus den vergangenen fünf Jahren (Indiana, Boston, Miami und Milwaukee) wird 2025/26 um die Championship mitspielen, weshalb die Tür für neue Contender sperrangelweit offen ist.
Orlando hat in der Vergangenheit bewiesen, dass es defensiv eines der ekligsten Teams der Liga ist, die Offensive war aber stets das Problem (Platz 27 ligaweit). Dieses Problem sollte Bane lösen und auch anhaltende Gesundheit wird dem Team gut tun, Suggs, Banchero und Wagner standen vergangene Spielzeit schließlich nur sechs Spiele gemeinsam auf dem Feld. Allerdings kommt ab der kommenden Saison eine neue Variable dazu: Finanzieller Druck.
Die Big Four verdienen in der kommenden Spielzeit zusammengerechnet rund 125 Mio. Dollar, sobald Bancheros neuer Vertrag 2026 einsetzt, wird es aber richtig teuer. Dann schnellt das Gehalt der vier Top-Verdiener zusammengerechnet auf 154 Mio., dazu schlagen auch Isaac, Carter Jr. und Anthony Black mit zweistelligen Millionensummen zu Buche. Bereits jetzt liegen die Magic für 2026/27 über 20 Mio. über dem Salary-Cap und stellen das zweitteuerste Team der Liga.
In allen Folgejahren sind sie dann das Stand jetzt teuerste Team der Liga. Und noch sind die Zahlen natürlich nicht final. Black und Goga Bitadze stehen nur noch zwei Jahre unter Vertrag, Tyus Jones und Moritz Wagner haben nur Verträge für die kommende Saison. Natürlich muss nicht jeder davon bezahlt werden, die Phoenix Suns haben es in der Vorsaison jedoch bravourös vorgemacht, wie krachend ein Star-Team ohne gute Rollenspieler scheitern kann.
Hinzu kommt, dass der Vertrag von Banchero dank spezieller Klauseln noch teurer werden könnte. Die Wahl zum MVP, DPoY oder in ein All-NBA-Team würde dafür sorgen, dass ihm 30 statt 25 Prozent des Caps zustehen. In Zahlen gerechnet wären das rund 50 Mio. mehr, was die Kosten des Teams nochmal deutlich weiter in die Höhe treiben würde.
| Name | Position | 25/26 | 26/27 | 27/28 | 28/29 | 29/30 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Franz Wagner | SF | 38,7 | 41,8 | 44,8 | 47,9 | 51,0 |
| Desmond Bane | SG | 36,7 | 39,4 | 42,2 | 44,9 | UFA |
| Jalen Suggs | SG | 35,0 | 32,4 | 29,6 | 26,8 | 26,7 |
| Paolo Banchero | PF | 15,3 | 41,4 | 44,7 | 48,0 | 51,3 |
| Jonathan Isaac | PF | 15,0 | 14,5*** | 14,5*** | 15,0*** |
Salary-Cap-Spezialist Yossi Gozlan hat diesen Ernstfall für die Magic mal vorgerechnet. Mit Bancheros Supermax-Vertrag und allen aktuellen Spielern im Kader (ohne Moritz Wagner) würde sich Orlandos Payroll auf 236 Mio. belaufen. Dadurch wären sie neun Mio. über der Second-Apron-Grenze. Das würde sie nicht nur auf dem Transfermarkt stark einschränken, sondern würde auch die Besitzer ordentlich Geld kosten.
Die knapp 30 Mio. über dem Salary Cap würden 91,4 Mio. Luxussteuern zur Folge haben. Denkt man sich jetzt hier und da noch ein paar zusätzliche Millionen für Verlängerungen etc. dazu, würden die Kosten ganz schnell auf insgesamt 350+ Mio. steigen. Und Jahr für Jahr wird es aufgrund der steigenden Verträge nur noch mehr.

Die DeVos-Familie, die die Magic schon seit 1991 besitzt, war in der Vergangenheit bereit, Luxussteuern zu zahlen, wenn das Team entsprechend erfolgreich war. Allerdings waren sie in den vergangenen Jahren nicht bekannt dafür, Geld ohne Zögern auszugeben. Das Duo aus Wagner und Banchero zählt nicht erst seit vergangener Saison zu einem der besten der Liga, auf externe Hilfe mussten die beiden aber bis zu diesem Sommer warten.
Mit Bane haben die Verantwortlichen dafür jetzt einen wirklich passenden Spieler gefunden, da beide Youngster ab 2026 aber auf ihren dicken Verträgen spielen, ist das Fenster für Fehler deutlich geschrumpft. Orlando muss in der kommenden Saison zeigen, dass sie ein Top-Team sind, das um die Ost-Krone mitspielen kann, sonst stehen die Verantwortlichen vor schwierigen Entscheidungen. 100+ Mio. an Luxussteuern werden sie wohl zähneknirschend zahlen, wenn sie dafür die Chance auf einen Banner im Kia Center haben, für ein erneutes Aus in der ersten Runde wird ihnen dieser Preis aber zu hoch sein.
Gianluca Fraccalvieri
| UFA |
| Moritz Wagner | C | 11,0** | UFA | - | - | - |
| Wendell Carter Jr. | C | 10,9 | 18,1 | 19,6 | 21,0 | UFA |
| Goga Bitadze | C | 8,3 | 7,6 | UFA | - | - |
| Anthony Black | SG | 8,0 | 10,1 | UFA | - | - |
| Tyus Jones | PG | 7,0 | UFA | - | - | - |
| Jett Howard | SG | 5,5 | 7,3 | RFA | - | - |
| Tristan Da Silva | SF | 3,8 | 4,0** | 6,1** | RFA | - |
| Caleb Houstan | SF | 2,2** | UFA | - | - | - |
| Gary Harris | SG | UFA | - | - | - | - |
| Cory Joseph | PG | UFA | - | - | - | - |