vor 23 Stunden
Schlüsselspiel um Platz zwei
Nach der deutlichen Niederlage gegen Spanien bleibt den deutschen Basketballerinnen kaum Zeit zum Grübeln. Bereits morgen wartet Japan - und damit eine Partie, die für den weiteren Turnierweg große Bedeutung besitzt.

Deutschland muss die Fehler aus dem Auftakt schnell aufarbeiten. Dabei fiel die Diskrepanz zwischen einzelnen guten Phasen und dem deutlichen Rückstand auf der Anzeigetafel besonders ins Auge: Zeitweise wirkte das DBB-Team spielerisch ebenbürtig, dennoch betrug der Abstand rund 30 Punkte. Auf diesen Eindruck angesprochen, sagte Lina Sontag gegenüber basketball-world.news: "Ich will nicht sagen, dass wir schlecht waren. An einem besseren Tag hätten wir Spanien schlagen können." Vor allem der fehlende gemeinsame Rhythmus und die defensive Abstimmung hätten Deutschland Probleme bereitet.
Zu lange darf sich die Mannschaft mit der Niederlage allerdings nicht beschäftigen. "Wenn wir uns zu lange damit beschäftigen, haben wir das Spiel morgen schon verloren", warnte Luisa Geiselsöder im Gespräch mit basketball-world.news. Nach der kurzen Videoanalyse müsse der Blick deshalb sofort nach vorne gehen.
Auch Sontag forderte einen klaren mentalen Schnitt. "Vom Kopf her müssen wir sagen: Okay, wir haben heute halt scheiße gespielt. Das nächste Spiel ist gegen Japan." Wer der Spanien-Pleite weiter hinterherhänge, riskiere, auch in der nächsten Partie nicht bereit zu sein.
Dabei wartet auf Deutschland eine völlig andere Aufgabe. "Spanien ist Spanien. Japan spielt ein komplett anderes Spiel", betonte Sontag. Nun müsse sich das DBB-Team schnell auf den neuen Gegner und dessen besondere Spielweise einstellen: "Da ist das Spielsystem entscheidend, da müssen wir ready sein."
Wie gefährlich Japan ist, zeigte sich bereits beim 102:97 gegen Mali. Der Asienmeister traf 20 Dreier bei einer Quote von 57 Prozent und stellte damit einen neuen WM-Rekord auf. Saki Hayashi versenkte allein neun Distanzwürfe - ebenfalls eine Bestmarke. Alle ihre 27 Punkte erzielte sie von außen. Dazu sorgt die nur 1,63 Meter große Aufbauspielerin Mai Yamamoto mit Tempo und Kreativität für ständige Unruhe.
Für Deutschland wird es darauf ankommen, die Würfe von außen konsequent zu erschweren, ohne sich von Japans schneller Ballbewegung auseinanderziehen zu lassen. Gleichzeitig besitzt das DBB-Team deutliche Größenvorteile, denn nur eine Japanerin misst mehr als 1,83 Meter. Offensiv müsse Deutschland "die besseren Lücken" finden und sich das Leben leichter machen, wie Geiselsöder forderte. Auch mit Blick auf den Turnierweg steht viel auf dem Spiel: Bei einer Niederlage könnte lediglich Rang drei bleiben - und damit ein frühes Duell mit den favorisierten USA drohen. Gegen Japan geht es somit nicht nur um Wiedergutmachung, sondern um eine wesentlich bessere Ausgangsposition für die weitere WM.
Sam Müller