vor 12 Stunden
WM-Debütantin bricht Assist-Rekord
Caitlin Clark hat beim deutlichen 94:59-Erfolg gegen China nicht nur mit 14 Punkten und elf Assists überzeugt. Nach der Partie sprach die Guard über den ständigen Druck, ihre Rolle im Starensemble und das ungewöhnliche Duell mit der 2,20 Meter großen Zhang Ziyu.

Die US-Trainerin Kara Lawson lobte die geschlossene Mannschaftsleistung und hob Clark besonders hervor. Die 24-Jährige habe von der Bank kommend das Tempo verändert und mit ihrem Playmaking überzeugt. Mit elf Assists stellte Clark zugleich einen neuen Rekord für ein WM-Debüt auf. Die bisherige Bestmarke hatte ihre Landsfrau Alyssa Thomas von den Phoenix Mercury gehalten.
Trotz ihrer großen individuellen Bedeutung ordnete sich Clark dem gemeinsamen Ziel unter. "Ich bin von fünf Spielerinnen umgeben, die auf höchster Ebene bereits Gold gewonnen haben. Ich versuche einfach, ihrer Führung zu folgen und jedes bisschen Weisheit mitzunehmen, das sie mir geben können", erklärte sie. Welche Rolle sie auch erhalte, wolle sie bestmöglich ausfüllen.
Ihre Aufgabe sieht Clark vor allem darin, das Starensemble in Szene zu setzen. "Wenn ich meinen Mitspielerinnen den Ball passe, fühlt es sich an, als würden sie nie einen Wurf verfehlen", sagte sie. Ihr Ziel sei es, Tempo zu machen, in die Zone zu ziehen und dadurch freie Würfe zu kreieren. Besonders gut funktionierte das nach der Pause im Zusammenspiel mit Paige Bueckers, die gegen die chinesische Zone ebenfalls als Spielmacherin überzeugte.
Auch die Stimmung in der Max-Schmeling-Halle hinterließ bei Clark Eindruck. "Es macht großen Spaß, die Begeisterung der Fans zu sehen und zu erleben, wie der Frauenbasketball weltweit wächst", sagte sie. Bueckers stellte derweil die Entwicklung des neu zusammengestellten Teams in den Vordergrund: Es sei schön zu spüren, "dass wir jeden Tag besser werden".
Eine völlig neue Erfahrung war für Clark das Duell mit Zhang Ziyu. "Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie gegen eine Frau dieser Größe gespielt", gestand sie. Zhang habe die USA vor einige Herausforderungen gestellt, die eigenen Centerspielerinnen hätten aber sehr physisch dagegengehalten. Während Chinas Coach den Auftritt der erst 19-Jährigen als mittelmäßig bewertete, bescheinigte ihr die US-Trainerin großes Potenzial und bei entsprechender Entwicklung eine Zukunft auf höchstem Niveau.

Und wie geht Clark mit dem enormen Rummel um ihre Person um? Schließlich wird nahezu jede ihrer Aussagen analysiert und öffentlich diskutiert. "Das ist mir egal. Ich freue mich einfach darauf, Basketball zu spielen, und vertraue auf das, was ich kann", sagte sie. Den Druck wolle sie keinesfalls als etwas Negatives betrachten: "Es ist ein Privileg und eine Ehre, hier zu sein. Ich sehe den Druck als etwas Positives und versuche, alles so gut es geht zu genießen."
Dabei helfe ihr auch eine Botschaft, die das Team zu Beginn der gemeinsamen Zeit erhalten habe: Jede Spielerin solle auf ihre Fähigkeiten vertrauen, unabhängig davon, ob sie starte und wie viele Minuten sie bekomme. "Egal, welche Rolle man erhält, man muss dieselbe Spielerin bleiben und das einbringen, was man diesem Team geben kann", erklärte Clark. Am Ende gehe es für alle um dasselbe Ziel: Gold zu gewinnen.
sgm