vor 8 Stunden
Basketball-World exklusiv
Wenige Tage vor Beginn der diesjährigen NBA Summer League haben die 30 Teams ihre Kader bekannt gegeben. Ein Name fehlt hier allerdings: Jack Kayil. Basketball-World.news weiß: Mit dem möglichen Schritt zurück nach Berlin hat das nichts zu tun.

Nach Bekanntgabe des New Yorker Summer-League-Teams, das in Pacome Dadiet auch einen ehemaligen Ulmer beherbergt, waren die Spekulationen um Jack Kayil groß. Der deutsche Zweitrundenpick (#39) ist - Stand jetzt - nicht in der Summer League dabei, die als wichtige Chance für die frisch gedrafteten Youngsters gilt, auf großer Bühne einige Argumente für sich zu sammeln.
Medial wurde die Nichtberücksichtigung schnell als Indiz dafür gesehen, dass sich die Knicks - entsprechend vorhergehender Berichterstattung - dazu entschieden hätten, Kayil ein weiteres Jahr nach Europa zu verfrachten, anstatt ihm die NBA-Chancen zu gewähren. Basketball-World.news kann diese Berichte nicht bestätigen.
Auf Nachfrage unserer Redaktion erklärte Kayils Agent Milan Nikolic, dass der Grund für das Fehlen des Youngsters der weiterhin gültige Arbeitsvertrag bei Mega Basket sei. Kayil steht noch bis 2027 im Soll der Serben und war in der vergangenen Saison lediglich auf Leihbasis nach Berlin gekommen.

Um nun in der Summer League an den Start gehen zu können, benötigt Kayil einen so genannten "Letter of Clearance", der bescheinigt, dass keine weiteren vertraglichen Verpflichtungen gegenüber seinem Ex-Verein bestehen. Wie Nikolic bereits im Juni klarmachte, enthalte Kayils Vereinbarung mit dem ABA-Klub eine explizite Ausstiegsklausel für den Schritt in die USA.
Das Problem: Bislang habe man den "Letter of Clearance", der vom Weltverband FIBA vorgeschrieben ist, noch nicht erhalten. Nikolic sei sich allerdings zu "99 Prozent" sicher, dass man das Problem noch lösen werde und Kayil in den Summer-League-Kader der Knicks nachrücken könne.
Die offizielle Summer League beginnt in der Nacht auf den 10. Juli (deutscher Zeit) und erstreckt sich über elf Tage, an denen alle 30 Teams mindestens fünf Partien bestreiten. Die Knicks absolvieren ihr erstes Spiel an Tag zwei gegen Lokalrivale Brooklyn Nets (10. Juli, 24 Uhr).
Wie Kayils Zukunft über die Summer League hinaus in New York aussieht, ist allerdings unklar. Der gebürtige Berliner selbst zeigte sich nach dem Draft kampfeslustig, die Herausforderung beim NBA-Champion anzunehmen. Berichten zufolge tendiere das Franchise allerdings dazu, den 20-Jährigen zur weiteren Entwicklung nochmal nach Europa zu schicken.
Der Draft beim amtierenden Meister könnte sich für den jungen deutschen Nationalspieler damit durchaus als nachteilig erweisen. Teams in der Spitze der Liga priorisieren häufig den sportlichen Status quo. Entwicklungszeit für die Jungen ist da in der Regel nicht vorgesehen.
Für Kayil hat die Entscheidung über NBA oder Europa auch massive finanzielle Implikationen. Aussichten auf ein Millionengehalt hat er schließlich nur in der nordamerikanischen Profiliga, den Schritt ans College schloss sein Agent im Interview indes bereits aus. Würden ihn die Knicks tatsächlich, z.B. zurück nach Berlin schicken, würde das Franchise seine NBA-Rechte behalten, aber kein Gehalt bezahlen. Ein Weg zurück in die NBA wäre für Kayil dann nur über die Knicks möglich (es sei denn, sie traden seine Rechte).
Julius Ostendorf