vor 18 Stunden
Regeln, Ablauf, Deutsche
Die NBA Summer League in Las Vegas hat sich zu einem festen Bestandteil im Kalender etabliert. Wir erklären den Modus des Turniers, bei dem zahlreiche Rookies ihr Debüt geben.

Wenn die Trade-Saison gerade angefangen hat und der Start der neuen Spielzeit noch mehrere Monate auf sich warten lässt, dann ist höchste Zeit für die NBA Summer League. Hier erhalten frisch gedraftete Spieler sowie einige internationale Talente die Chance, sich in den Facilities der 30 Franchises zu beweisen.
Doch Summer League ist nicht gleich Summer League. Das Sommerprogramm der NBA besteht aus drei Teilen: Der "California Classic Summer League", die von den Golden State Warriors und Sacramento Kings veranstaltet wird (4. bis 7. Juli), der "Salt Lake City Summer League" der Utah Jazz (5., 7. und 8. Juli) sowie der offiziellen "Summer League" der NBA, die traditionell in Las Vegas stattfindet.
Bei der California-Classic- sowie Salt-Lake-City-SL handelt es sich lediglich um ein kleines Einladungsturnier, an dem nur wenige Teams teilnehmen.
Die offizielle Summer League erstreckt sich in diesem Jahr vom 10. Juli bis zum 20. Juli und beinhaltet Spiele aller 30 Teams. In den ersten sieben Tagen des Wettbewerbs (9. bis 16. Juli) sind alle Mannschaften jeweils viermal gefordert. Die vier besten Mannschaften aus diesen Partien ziehen anschließend in die Halbfinals ein, die in der Nacht auf den 19. Juli ausgetragen werden. Die beiden Sieger stehen sich tags darauf noch einmal im Finale gegenüber.
Damit aber auch alle anderen Teams noch ein fünftes Spiel absolvieren können, finden vom 18. bis 20. Juli parallel die so genannten "Consolation Games" statt, die aus Wettbewerbssicht allerdings keine Bedeutung mehr haben.

Die NBA hat diesen Fall klar geregelt. Damit nach Absolvierung dieser Vier-Spiele-Periode keine Zweifel bestehen, wer es denn ins Halbfinale geschafft hat, wurden Tie-Breaker festgelegt.
Tiebreaker bei zwei Teams
1. Head-to-Head-Vergleich
2. Punktedifferenz
3. Erzielte Punkte
4. Das Los entscheidet
Tiebreaker bei mehreren Teams
1. Punktedifferenz
2. Erzielte Punkte
3. Das Los entscheidet
Nein, die Regeln unterscheiden sich in vielen Punkten von denen der regulären NBA-Saison. So dauern die Partien lediglich 40 anstatt 48 Minuten, dazu gibt es in der Halbzeit nur acht Minuten Pause. Überdies ist es Spielern erlaubt, bis zu zehn Fouls zu begehen. Gleiches gilt für Teams während eines Viertels.
Ist eine Partie nach 40 Minuten ausgeglichen, gibt es eine Verlängerung. Dabei wird das "Elam Ending" verwendet. Es gibt einen "Target Score" von sieben Punkten. Das bedeutet: Wer in der Verlängerung zuerst sieben Punkte erreicht hat, gewinnt das Spiel.
Die Summer League ist traditionell die erste Chance für die frisch gedrafteten Youngsters, sich auf der großen NBA-Bühne zu beweisen. Es ist davon auszugehen, dass der Großteil der Erst- und Zweitrundenpicks auf dem Parkett zu sehen sein wird, wobei gerade die Topstars nur selten lange eingesetzt werden, um die Verletzungsgefahr gering zu halten.
Darüber hinaus werden die Kader auch mit ehemaligen NBA-Spielern, ungedrafteten Talenten oder sonstigen Akteuren aus aller Welt aufgefüllt.
Stand jetzt nehmen drei deutsche Spieler an der Summer League teil: die beiden Erstrundenpicks der Charlotte Hornets, Hannes Steinbach (#14) und Christian Anderson Jr. (#18) sowie Christoph Tilly, der im Draft zwar ohne Berücksichtigung blieb, dafür allerdings von den OKC Thunder einen Exhibit-10-Vertrag erhielt.
Noch zu klären ist die Situation bei Knicks-Guard Jack Kayil. Der frisch gebackene deutsche Meister von ALBA Berlin verfügt noch über ein gültiges Arbeitspapier beim serbischen Klub Mega Basket und wartet weiterhin auf seine Freigabe. Aller Voraussicht nach wird er aber noch zum Team stoßen.
jos