13.04.2026
Playoff-Preview Lakers vs. Rockets
Die Los Angeles Lakers gehen mit Heimvorteil in die erste Runde der NBA-Playoffs 2026, doch die Voraussetzungen könnten kaum schwieriger sein. Gegen die defensivstarken Houston Rockets droht ein physisches Duell, in dem vieles auf den Schultern von LeBron James lastet.

Die Los Angeles Lakers treffen in der ersten Runde der Western Conference Playoffs auf die Houston Rockets. Es ist ein Duell zweier Teams mit völlig unterschiedlichen Voraussetzungen. Heimvorteil und Erfahrung auf der einen, Defense und Athletik auf der anderen Seite. Gleichzeitig ist es das Duell der Altmeister. Zum vierten Mal stehen sich LeBron James und Kevin Durant in einer Playoff-Serie gegenüber, zuletzt gab es das 2018 in den NBA Finals, als sich Durant und die Warriors zum zweiten Mal in Serie krönten.
Die Lakers sicherten sich am letzten Spieltag Rang vier im Westen und damit den Heimvorteil. Das war aufgrund von Verletzungssorgen nicht selbstverständlich, dennoch ebneten unter anderem zwei Siege in Houston den Weg dorthin. Die Rockets waren dagegen lange Verfolger Nummer eins der Thunder, doch die Offense brach im Kalenderjahr 2026 regelrecht ein, sodass die Rockets bis auf Rang fünf durchgereicht wurde. Das ist eigentlich zu wenig für die hohen Ansprüche der Texaner, die mit dem Trade für Kevin Durant ganz oben angreifen wollen.
| Lakers | Stat | Rockets |
|---|---|---|
| 53-29 | Bilanz | 52-30 |
| 117,0 (10.) | Offensiv-Rating | 117,5 (8.) |
| 115,5 (20.) | Defensiv-Rating | 112,1 (6.) |
| +1,5 (14.) | Net-Rating | +5,4 (6.) |
| 2-1 | Direkter Vergleich | 1-2 |
Die Serie mit den Lakers bietet jedoch Möglichkeiten. Denn: Mit Luka Doncic und Austin Reaves stehen zwei der drei zentralen Superstars auf der Kippe. Beide werden wohl frühestens im Verlauf der ersten Runde zurückerwartet. Die Lakers mussten sich in den letzten Wochen deshalb neu erfinden, fanden über Defense und Einsatz zurück in die Spur, doch offensiv hängt vieles am 41-jährigen James.
Houston hingegen ist als fünftes Team gesetzt und geht mit 51 Siegen in die Serie. Die Rockets spielten eine stabile Saison, verfügen über eine der besten Defenses der Liga und haben sich vor allem über ihre Athletik und Intensität definiert. Die Vibes könnten jedoch besser sein. Durant schoss angeblich über Burner-Accounts gegen eigene Mitspieler, Alperen Sengün steht aufgrund seiner defensiven Schwankungen in der Kritik und die Point-Guard-Problematik ist noch immer nicht gelöst. Mehr zu den Rockets-Problemen gibt es hier.

Alles beginnt und endet bei LeBron James. Der Superstar spielt weiterhin auf höchstem Niveau, wird in dieser Serie aber wieder in eine Rolle gezwungen, die er eigentlich längst abgelegt hatte, als primäre Option, Playmaker und Scorer in Personalunion. "Ich musste wieder in meine alte Rolle zurückfinden", sagte James selbst zuletzt.
Der Gameplan ist dabei recht simpel: Ball in die Hände von James, das Feld breit machen und auf offene Würfe hoffen. Entscheidend wird sein, ob die Rollenspieler diese Chancen nutzen. Spieler wie Rui Hachimura oder Luke Kennard müssen konstant liefern, denn ohne zusätzliche Shot-Creation wird es schwer, zumal laut Teamumfeld "rund 60 Punkte" aus der regulären Rotation fehlen.
Ein weiterer Faktor ist das Spiel in engen Situationen. Genau hier könnten die Lakers ihre Chance haben, denn Houston zeigte in der Regular Season große Probleme in der Crunchtime. Hohe Turnover-Quote und oft wenig Struktur waren die Folge. Gelingt es L.A., die Spiele knapp zu halten, könnte die Erfahrung von James den Unterschied machen.
Die größte Stärke Houstons ist klar die Defense. Mit Spielern wie Amen Thompson, Jabari Smith Jr. und Tari Eason verfügen die Rockets über Länge, Athletik und Vielseitigkeit, um die Lakers-Offense unter Druck zu setzen.
Offensiv liegt der Fokus stark auf Superstar Kevin Durant, besonders in engen Phasen. Genau hier liegt allerdings auch ein Problem, denn zu oft läuft alles über Durant. Gleichzeitig konnte Alperen Sengün in diesen Momenten noch nicht konstant den nächsten Schritt gehen.
Trotzdem bringt Houston klare Vorteile mit. Sie haben mehr Tiefe, mehr Athletik und ein eingespielteres System. Gerade gegen ein dezimiertes Lakers-Team könnte das über eine Serie hinweg entscheidend sein.

Auf dem Papier spricht vieles für Houston. Wenn es James gelingt, die Spiele eng zu halten und seine Mitspieler mitzunehmen, kann diese Serie kippen. Aber der Spielraum für Fehler ist minimal und über sieben Spiele hinweg dürfte die Belastung zu groß werden. Sollten Luka Doncic und Austin Reaves im Verlauf der Serie zurückkehren, würde sich die Statik des Duells schlagartig verändern. Stand jetzt spricht dennoch mehr für Houston. Auch, weil unklar ist, wann und in welchem Zustand sie eingreifen könnten.
Der Tipp: Rockets in 6.
Lukas Hetterich