10.04.2026
Wer ist wertvollster Spieler des Jahres?
Am Sonntag geht in der NBA die Regular Season zu Ende. Höchste Zeit, dass auch wir unsere Wahl für die einzelnen Awards präsentieren, darunter natürlich MVP, Rookie of the Year oder auch Defensive Player of the Year.

Runner Up: J.B. Bickerstaff (Detroit Pistons)
Nicht wenige hatten vor der Saison vermutet, dass Boston Schwierigkeiten bekommen könnte, überhaupt die Playoffs zu erreichen. Kristaps Porzingis, Al Horford und Jrue Holiday waren nicht mehr da, Jayson Tatum verpasste mit einem Achillessehnenriss den Großteil der Saison. Und doch nistete sich Boston wieder in der Spitzengruppe der Eastern Conference ein, weil das System Mazzulla funktioniert.
Der 37-Jährige schaffte es, passende Rollen für seine Spieler zu finden, ein Rädchen griff ins Andere. Spieler wie Neemias Queta, Baylor Scheierman oder Rookie Hugo Gonzalez halfen der Mannschaft enorm, weil sie alle klaren Aufgaben hatten und diese umsetzten. Boston hat in dieser Saison womöglich weniger Talent, dafür sind die Rollen klarer gezeichnet und die Handschrift von Mazzulla ist unverkennbar.
Runner Up: Trajan Langdon (Detroit Pistons)
Und das Loblieb geht weiter. Stevens gelang mit Boston der schier unmögliche Spagat, einerseits Kosten einzusparen und andererseits im Kreise der Titelfavoriten zu bleiben. Gonzalez (#28) war ein starker Pick, die Big-Men-Rotation bestand nur aus Minimal-Verträgen und trotzdem spielte es keine Rolle.
Gewissermaßen ist es ein Team-Award. Stevens und Mazzulla wissen genau, was sie wollen und welche Spieler sie brauchen - und das unter sehr einschränkenden finanziellen Umständen. Lediglich der Vucevic-Trade passt nicht so ganz ins Bild, der Montenegriner wird im Sommer aber schon wieder Free Agent und stellte kein großes Risiko dar. Und: Alle anderen Spieler haben für die kommende Saison noch Vertrag, keiner der günstigen Rollenspieler muss also mehr bezahlt werden.

Runner Up: Anthony Edwards (Minnesota Timberwolves)
Gerade einmal 24 Spiele absolvierte SGA in der Crunchtime (bei einer Differenz von maximal drei Zählern), oft waren die Spiele zugunsten der Thunder auch so entschieden. War es dann doch eng, war der Kanadier zum Stelle. In gut 93 Minuten Crunchtime über die Saison gelangen SGA 126 Punkte - keiner hat mehr (es folgen Jamal Murray und Nikola Jokic mit 109 und 108 Zählern).
Dass der amtierende MVP dabei auch noch 52 Prozent seiner Würfe trifft, rundet das Ganze noch ab, nur der Dreier fiel nicht besonders gut (10/31).
Runner Up: Deni Avdija (Portland Trail Blazers)
Schwammiger als bei diesem Award wird es nicht, doch wir wählen an dieser Stelle des Cousin von Gilgeous-Alexander. Warum? Ganz einfach: In Minnesota wurde NAW fast ausschließlich als Defensiv-Spezialist verwendet, bei den Hawks hat er dagegen den Ball so oft wie noch nie in seiner Karriere in der Hand - und spielt die effizienteste Saison seiner Karriere.
Vor allem dank ihm kräht in Atlanta nach Trae Young kein Hahn mehr. Dass der defensive Impact weniger geworden ist, lässt sich verschmerzen, da Atlanta andere Defensiv-Asse wie Dyson Daniels in seinen Reihen hat.

Runner Up: Chet Holmgren (Oklahoma City Thunder)
An dieser Stelle gibt es nicht viel zu diskutieren. Die Spurs sind defensiv um 13 Punkte pro 100 Ballbesitze besser, wenn Wemby auf dem Feld steht - und dass, obwohl sie mit Luke Kornet einen Defensiv-Spezialisten als Backup für die Fünf haben. Gegnerische Teams haben schlichtweg Angst, in die Zone zu gehen, wenn dieser 2,24-Meter-Schlacks auch nur in der Nähe ist.
Und weil er so mobil und so lang ist, ist Wemby eigentlich immer in der Nähe. Seine Block-Zahlen sind zwar etwas gesunken, doch das liegt daran, weil es immer weniger Spieler versuchen, Wemby zu testen. 2024/25 verteidigte der Franzose noch 8,1 Zweier pro Partie, nun sind es nur noch 6,7.
Allerdings muss Wembanyama in dieser Saison noch ein Spiel bestreiten, um für den Award qualifiziert zu sein. Schafft er das nicht, geht unser Zuschlag an Chet Holmgren, der ebenfalls eine Macht unter dem Korb ist.
Runner Up: Keldon Johnson (San Antonio Spurs)
Den einen klaren Kandidaten gibt es in dieser Saison nicht. Allerdings: Jaquez Jr. war ein elementarer Bestandteil der Offense und steht nicht selten auch in der Closing Five der Heat vorzufinden.
Von allen Bankspielern führt der Forward die Liga sowohl bei Punkten (15,1) als auch bei den Assists (4,7) an. Johnson ist im Vergleich dazu der bessere Verteidiger, spielt aber auch fünf Minuten weniger pro Partie. Letztlich ein knappes Rennen, das Voting dürfte in dieser Hinsicht sehr eng ausfallen.

Runner Up: Cooper Flagg (Dallas Mavericks)
Wird Cooper Flagg mal der bessere NBA-Spieler sein? Davon ist auszugehen. Spielte Flagg eine starke Rookie-Saison? Definitiv. Und doch entscheiden wir uns für Knueppel, weil dieser von Spieltag eins weg eine unglaublich konstante Saison absolvierte. Fast 19 Punkte im Schnitt, dazu eine Dreierquote von 43 Prozent bei einem potenziellen Playoff-Team, das ist eine Hausnummer.
Knueppel verpasste zudem nur ein Spiel und blieb lediglich sechsmal unter zehn Punkten. Rookie Wall? Gab es für den Forward einfach nicht. Mehr zu unserer Beweisführung zum dritten Pick des letztjährigen Nr.3-Pick gibt es hier. Und keine Sorge, Flagg sieht auch ohne Award wie ein kommender Franchise-Star aus.
Runner Up: Nikola Jokic (Denver Nuggets)
Ist es inzwischen reaktionär, wenn man Victor Wembanyama nicht unter den besten Zwei sieht? Fakt ist: Über die gesamte Saison war SGA der konstanteste Spieler, Nikola Jokic hatte in den ersten Saisonmonaten den höchsten Peak der Drei. Und Wemby? Der spielte deutlich weniger als die anderen beiden und zeigte dann seine besten Vorstellungen, als einige Teams nicht mehr gewinnen wollten.
Entsprechend müssen die ersten Saisonmonate höher eingeschätzt werden und letztlich führt auch in dieser Saison kein Weg an SGA vorbei. Kurz die Zahlen: 31,3 Punkte, 6,5 Assists, 55,4 Prozent FG - wir sprechen hier von einem Guard! Früher oder später wird Wemby diesen Award gewinnen, noch reicht es in diesem hochklassigen Rennen aber noch nicht.
red