vor 9 Stunden
Forward geht in die Hauptstadt
Die Washington Wizards haben A.J. Dybantsa an Position eins im NBA Draft 2026 gezogen. Der Forward wird damit zum Nachfolger von Cooper Flagg, der im Vorjahr von den Dallas Mavericks zum Top-Pick gemacht wurde.

Die Wizards hatten die Saison mit der schlechtesten Bilanz der Liga (17-65) die Draft Lottery gewonnen, ihre Chance auf den Top-Pick betrug 14 Prozent. In den vergangenen Tagen kristallisierte sich dann heraus, dass die Wahl der Wizards auf Dybantsa fallen würde.
Bei der anschließenden TV-Übertragung zeigte sich Dybantsa emotional. "Es bedeutet mir einfach sehr viel", sagte der neue Wizards-Spieler im Gespräch mit ESPN, während seine Schwestern neben ihm saßen. Gleichzeitig machte er deutlich, dass er sich trotz des ersten Picks noch längst nicht am Ziel sieht: "Ich habe noch viel Arbeit vor mir." Eine besondere Geste gab es zudem bei der Verkündung des Picks, als Dybantsa mit seinem vollständigen Namen Anicet Dybantsa Jr. aufgerufen wurde. Dies war eine bewusste Würdigung seines Vaters.
Der 19-Jährige hatte im Vorjahr die etwas kleinere Brigham Young University (BYU) in Utah besucht, dort aber eine überzeugende Saison gespielt. In 35 Einsätzen verbuchte Dybantsa 25,5 Punkte, 6,8 Rebounds sowie 3,7 Assists im Schnitt, allerdings scheiterte BYU bei March Madness bereits in der zweiten Runde.

Dybantsa gilt jedoch schon seit vielen Jahren als großes Talent (es gab schnell Vergleiche mit Kevin Durant), das mussten auch die deutschen Junioren schmerzlich erfahren. Bei der U-19-WM 2025 in der Schweiz unterlag das DBB-Team um Christian Anderson, Jack Kayil und Hannes Steinbach im Finale den USA mit 76:109. Dybantsa machte mit elf Punkten (4/11 FG) und sechs Rebounds nicht sein bestes Spiel, wurde aber im Anschluss als MVP des Turniers ausgezeichnet.
Die Wizards haben in sieben der vergangenen acht Jahre die Playoffs verpasst, in den letzten drei Spielzeiten reichte es zusammengerechnet nur für 50 Siege. Dies soll sich aber bald nicht nur aufgrund von Dybantsa ändern. Anfang des Jahres kamen via Trade bereits in Trae Young und Anthony Davis zwei ehemalige All-Stars, die verletzungsbedingt aber kaum spielten.
Sie werden zunächst zusammen mit Dybantsa den Kern bilden. Young unterschrieb erst kürzlich einen neuen Vierjahresvertrag über knapp 213 Millionen Dollar in der Hauptstadt.
| Jahr | Team | Spieler |
|---|---|---|
| 2026 | Washington Wizards | A.J. Dybantsa |
| 2025 | Dallas Mavericks | Cooper Flagg |
| 2024 | Atlanta Hawks | Zaccharie Risacher |
| 2023 | San Antonio Spurs | Victor Wembanyama |
| 2022 | Orlando Magic | Paolo Banchero |
| 2021 | Detroit Pistons | Cade Cunningham |
| 2020 | Minnesota Timberwolves | Anthony Edwards |
| 2019 | New Orleans Pelicans | Zion Williamson |
| 2018 | Phoenix Suns | Deandre Ayton |

Auch für die deutschen Talente wurde die Nacht zum Erfolg. Hannes Steinbach hörte seinen Namen bereits an Position 14, als ihn die Charlotte Hornets auswählten. Der Würzburger spielte sich mit einer starken Freshman-Saison an der University of Washington bis in die Lottery und gilt als einer der besten Rebounder des gesamten Jahrgangs. Mit durchschnittlich 18,5 Punkten und 11,8 Rebounds machte er auf sich aufmerksam.
Nur vier Picks später schlugen die Hornets erneut zu und sicherten sich auch Christian Anderson Jr. Der Guard von Texas Tech führte die NCAA mit 7,4 Assists pro Spiel an und überzeugte zusätzlich mit 18,5 Punkten sowie 41,5 Prozent Dreierquote. Damit wurden zwei Mitglieder der deutschen U19-Vizeweltmeistermannschaft in den Top 20 ausgewählt.
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