06.07.2025
Kommender Top-Pick im NBA Draft?
A.J. Dybantsa gilt als nächste große Forward-Hoffnung in den USA. Der 18-Jährige trainiert schon mit Kevin Durant und hat auf dem Juniorenlevel alles abgeräumt, nun soll die Goldmedaille mit der U19 folgen. Der Youngster denkt jedoch bereits ein paar Jahre voraus.

Für Dybantsa ist Lausanne nur eine Durchgangsstation. Der 18-Jährige gilt als möglicher Anwärter auf den Top-Pick im NBA Draft 2026 und tönte schon im vergangenen Oktober davon, dass er 2028 bei den Olympischen Spielen in Los Angeles mit von der Partie sein wolle.
"Ich habe im Juniorenbereich schon zweimal Gold gewonnen und werde auch bei der U19 dabei sein", sagte Dybantsa im Podcast von Sixers-Star Paul George im Oktober. "Das sind zwar Goldmedaillen, aber du willst natürlich richtiges Gold fühlen. Hoffentlich bin ich in zwei Jahren in der NBA und kann dann später eine Goldmedaille gewinnen."
Der Youngster gab sich selbstbewusst und blickt man auf sein Spiel, lässt er dem auch Taten folgen. Zusammen mit Spielmacher Mikel Brown Jr. ist Dybantsa der dominierende Spieler in einem sehr ausgeglichenen Team. Allerdings: Als es gegen Kanada im Viertelfinale eng wurde (108:102), verkürzte Coach Thomas Lloyd seine Rotation und niemand spielte mehr Minuten als Dybantsa (22 Punkte, 5/8 FG, 12/13 FT in 31 Minuten).
Mit 2,03 Meter besitzt Dybantsa Gardemaß für den Flügel, auch wenn er von der FIBA als Guard ausgewiesen wird. 14,8 Punkte verbucht der Forward in diesem Turnier im Schnitt - und das in lediglich 20,3 Minuten. Er ist womöglich der nächste große amerikanische Scorer, der mit allen Wassern gewaschen ist. Sein Vorbild? Kevin Durant, der bereits mit dem Youngster trainierte und mit Rat und Tat zur Seite steht.
Zwar ist Dybantsa ein wenig kleiner als der Superstar der Houston Rockets, doch auch bei Dybantsa ist Scoring das Aushängeschild seines Spiels. Beinahe nach Belieben kommt Dybantsa zu seinem Wurf aus der Mitteldistanz und kann mit seinem schnellen ersten Schritt größere Gegenspieler verdammt alt aussehen lassen. Satte 7,7 Freiwürfe pro Spiel zieht der Flügelspieler - und trifft fast 85 Prozent.
"Er ist ein unglaublicher Athlet und ist sehr clever", schwärmt Coach Lloyd. "Er ordnet sich auch unter und ist nicht hierhergekommen, um einfach nur Topscorer zu werden. Er will dieses Turnier gewinnen."

Es verwundert nicht, dass dieser unglaubliche Athlet mit Scorer-Näschen in fast allen Mock Drafts unter den Top 3 gesehen wird. Dazu ist Dybantsa in Transition kaum zu stoppen und kann defensiv auch überzeugen - wenn er fokussiert ist. Das ist einer der Kritikpunkte an Dybantsa. Es gibt noch zu viele Momente, in denen er abtaucht und nicht immer sein enormes Potenzial anzapft.
Bei diesem Turnier spielt es keine Rolle, auch weil die USA bisher allen Gegnern so deutlich überlegen war. Das weiß auch Dybantsa. "Ich will, dass wir ein Team sind. Mit all dem Talent, was wir haben, sind wir eigentlich nicht zu schlagen. Wir müssen nur als Mannschaft auftreten."
Durchschnittlich gewannen die USA ihre Spiele mit 40 Punkten, nur gegen Kanada war es zwischenzeitlich eng, als der Nachbar sogar im vierten Viertel führte. Dybantsa traf in den letzten 3:21 Minuten sieben seiner acht Freiwürfe, die USA setzten sich mit 108:102 durch.
Hier liegen auch die einzigen Fragezeichen bei diesem Team. Können sie auch ein knappes Spiel gewinnen? Wie sieht die Hackordnung aus? Das Spiel gegen Kanada deutet an, dass Dybantsa die Schlüssel in der Hand halten wird. Ob es gegen Deutschland so weit kommt? Für Dybantsa wäre es "nur" eine weitere Goldmedaille. Die Echte soll dann 2028 in Los Angeles folgen.
rar