vor 19 Stunden
Celtics warten taktisch ab
Die Boston Celtics stehen nach dem enttäuschenden Playoff-Aus in Runde 1 wohl vor einem komplizierten Sommer. Vor allem Jaylen Brown steht im Mittelpunkt, weil dessen Vertragsverlängerung aktuell keine Priorität für die Franchise besitzen soll.

Nach dem überraschenden Erstrunden-Aus gegen die Philadelphia 76ers richtet sich der Blick bei den Boston Celtics auf die Offseason. Dabei scheint eine mögliche Verlängerung mit Jaylen Brown momentan nicht ganz oben auf der Agenda zu stehen. Laut Brian Robb von MassLive will sich Celtics-Präsident Brad Stevens zunächst auf größere Baustellen konzentrieren.
Brown wäre ab Juli für eine weitere Vertragsverlängerung über zwei Jahre und rund 142 Millionen Dollar berechtigt. "Es gibt aus Sicht der Celtics keinen wirklichen Zeitdruck, jetzt sofort eine Verlängerung abzuschließen", schrieb Robb. Eine langfristige Verpflichtung könnte Browns aktuelles Trade-Interesse sogar eher komplizierter machen als verbessern.
Dass die Celtics aktuell keine Eile bei einer Verlängerung haben, dürfte vor allem strategische Gründe haben. Brown befindet sich noch mitten in seinem Fünfjahresvertrag über 285,4 Millionen Dollar, den er 2023 unterschrieben hatte. Dieser läuft noch bis zur Saison 2028/29, eine sofortige Verlängerung würde seinen gewaltigen Vertrag aber noch schwerer tradebar machen, gerade unter den strengen Salary-Cap-Regeln der NBA. Boston dürfte sich deshalb bewusst maximale Flexibilität offenhalten, auch mit Blick auf mögliche Superstar-Trades in der Zukunft.
Sportlich spielte Brown zuletzt die beste Saison seiner Karriere. Nachdem Jayson Tatum wegen seiner Achillessehnenverletzung lange ausgefallen war, übernahm Brown zeitweise die Rolle als klare Nummer eins der Celtics. Der 28-Jährige kam dabei auf 28,7 Punkte, 6,9 Rebounds und 5,1 Assists pro Partie und gehörte zu den konstantesten Spielern der gesamten Liga.

Dennoch halten sich seit dem Playoff-Aus Gerüchte, wonach Boston verschiedene Szenarien prüfen könnte. Immer wieder fällt dabei auch der Name Giannis Antetokounmpo, der zuletzt verstärkt mit Trade-Spekulationen rund um die Celtics in Verbindung gebracht wurde.
Für Brad Stevens dürfte die kommende Offseason damit entscheidend werden. Boston zählt trotz des frühen Aus weiterhin zu den besten Teams der Liga, gleichzeitig steht die Franchise mit Titelambitionen unter Druck. Ob Brown langfristig weiterhin das Gesicht der Celtics neben Tatum bleibt oder doch Teil größerer Trade-Gedanken wird, könnte daher zu einer der spannendsten Fragen des NBA-Sommers werden.
kon