vor 14 Stunden
Coach Schneider will mit Gladiators weiter überraschen
Die VET-CONCEPT Gladiators Trier feiern durch den Sieg gegen Rostock als Aufsteiger den Einzug in die Play-offs. Dort wartet nun der FC Bayern Basketball. Trotz drei Niederlagen in bisher drei direkten Duellen wollen sich die Trierer aber nicht verstecken.

"Zieht den Bayern die Lederhosen aus", schallte es bereits in den letzten Sekunden des Spiels durch die Trierer SWT-Arena. Die Halle war über die gesamten 40 Minuten schon ein Hexenkessel gewesen. Auch der Fight, den sich beide Mannschaften auf dem Parkett lieferten, war play-off-würdig. Mit einem besseren Ende für die VET-CONCEPT Gladiators, die damit als Aufsteiger in die Play-offs einziehen und den großen FC Bayern fordern. In einem über die gesamte Spieldauer immer engen Play-In-Spiel gegen die Rostock Seawolves hatte keine der Mannschaften je zweistellig in Führung gelegen.
Zwar blieben die Trierer mit 76 Punkten weit unter ihrem Saisonschnitt, ließen mit 69 aber auch deutlich weniger Zähler zu als beispielsweise im ersten Play-In-Spiel. In Vechta hatte die Mannschaft von Jacques Schneider in einer ebenfalls lange engen Partie am Ende abreißen lassen und war mit 83:111 unterlegen.
Gegen Rostock dominierten die Trierer auch die Bretter. Gerade beim Defensivrebound hatten die Gladiatoren im Laufe der Saison immer wieder mal Probleme gehabt, gegen das beste Rebounding-Team der Liga ließ man nur zwei Punkte nach zweiten Chancen zu, machte zudem die "Big Plays in den wichtigen Momenten" (Schneider) und feierte folgerichtig den ersten Play-off-Einzug seit 22 Jahren.
"Es ist ein unglaubliches Gefühl", sagte Nolan Adekunle nach der Partie im Gespräch mit basketball-world.news. "Wir haben extrem hart dafür gearbeitet und dass wir es jetzt wirklich geschafft haben und es sich ausgezahlt hat, ist sehr besonders für uns als Team." Der Forward war mit 13 Punkten bei perfekter Feldwurfquote erneut einer der besten Trierer, schaffte mit seinen Drives zudem immer wieder Platz für seine Mitspieler und war defensiv gewohnt stark.
Nach seiner Verletzungspause zum Ende der Hauptrunde hatte der gebürtige Berliner schon in Vechta als bester Werfer und bester Trierer generell überzeugt. Gefehlt hatte in den vergangenen Wochen auch Steven Ashworth, der gegen Rostock nun gemeinsam mit Jordan Roland Topscorer war und seine aufsteigende Form der letzten beiden Spiele bestätigte. Zwischenzeitlich war er von Clay Guillozet sogar aus der Starting Five verdrängt worden, gegen die Seawolves überzeugte er neben seinen 14 Zählern auch wieder als Vorbereiter (sechs Assists).
"Ich habe jetzt wieder mehr Selbstvertrauen", betonte der US-Amerikaner. Qualitäten, die den Trieren auch beim kommenden Match-Up gegen die Bayern guttun könnten. Im Rückrundenspiel gegen den FCBB hatte die Trierer Nachverpflichtung mit der Physis von Justus Hollatz und Co. so seine Probleme gehabt. Dennoch sei die Vorfreude groß: "Es ist etwas, wofür du immer gespielt hast", so Ashworth. "Mit dem Einzug in die Play-offs kannst du deine Saison verlängern, wir konnten das schon seit einigen Spielen und wollen jetzt so weitermachen."
"Mit den Fans im Rücken ist dieses Jahr alles möglich", frohlockte mit Coach Schneider auch der Architekt des Erfolgs. "Wir wollen natürlich als absoluter Außenseiter jetzt in den Play-offs weiter für Überraschungen sorgen." Auf den Branchen-Primus aus München trafen die Gladiators in dieser Saison bereits dreimal. Sowohl in beiden Ligaspielen als auch im Viertelfinale des BBL-Pokals erwiesen sich die Münchner aber als eine Nummer zu groß. Auch wenn der Aufsteiger den amtierenden Meister gerade im Auswärtsspiel in der bayrischen Landeshauptstadt kurz nach Weihnachten mit über 1000 mitgereisten Fans im Rücken lange vor Probleme stellte.
"Wir haben in den Spielen schon gezeigt, dass wir sie ein bisschen ärgern können", betonte deswegen auch Adekunle. Bereits am Sonntag steht für die Trierer dann das erste Gastspiel in München an. Es ist die fünfte Partie in acht Tagen für Adekunle und Co. und womöglich die schwerste. Adekunle: "Natürlich ist es eine toughe Mannschaft, die sehr tief besetzt ist, aber Play-offs sind Play-offs."
Amadeus Wolff