04.05.2025
Cavaliers haben die beste Offense der Liga
Die Eastern Conference Semifinals stehen an, und mit Cleveland gegen Indiana wartet das Duell zweier formstarker Teams. Die Cavaliers gehen als Top-Seed mit Heimvorteil in die Serie, während die Pacers auf ihre explosive Offense und die Führungsqualitäten von Tyrese Haliburton setzen. Kann Indiana den Favoriten überrumpeln?

Nach dem Aus in der zweiten Runde 2024 wurde viel über den Fit zwischen Mitchell, Garland, Mobley und Allen diskutiert. Statt das Team umzubauen, holte Cleveland Kenny Atkinson als Coach - und der verpasste dem Team eine neue Struktur. Unter seiner Führung entwickelten die Cavs die beste Offensive der Liga (121 Offensiv-Rating) und beendeten die Regular Season mit 64 Siegen.
In der ersten Runde fegten sie die Miami Heat mit 4-0 weg. Der Sweep war nicht nur dominant, sondern historisch: Cleveland erzielte in der Serie 136,2 Punkte pro 100 Ballbesitze - 24,2 mehr als Miami in der regulären Saison zuließ und sorgte dabei für eine 122-Punkte-Differenz. Mit ihrer Tiefe, defensiver Stabilität und offensiven Balance wirken die Cavs wie ein echter Contender. Es ist das erste Mal seit 1993, dass ein Cavs-Team ohne LeBron James die erste Runde der Playoffs übersteht.
| Cavaliers | Stat | Pacers |
|---|---|---|
| 64-18 | Bilanz | 50-32 |
| 121,0 (1.) | Offensiv-Rating | 115,4 (9.) |
| 111,8 (8.) | Defensiv-Rating | 113,3 (14.) |
| +9,2 (3.) | Net-Rating | +2,1 (13.) |
| 1-3 | Direkter Vergleich | 3-1 |
Die Pacers knüpften derweil an ihr Überraschungsjahr 2024 an und sicherten sich mit 50 Siegen Rang vier im Osten. In der ersten Saisonhälfte schwächelte Indiana noch - vor allem defensiv. Doch seit Januar gehören sie zu den besten Teams der Conference: Nur Cleveland und Boston weisen in diesem Zeitraum ein besseres Net-Rating im Osten auf. In der ersten Playoff-Runde dominierten sie die Bucks („ohne“ Lillard) in fünf Spielen.
Haliburton und Siakam harmonieren inzwischen deutlich besser. In ihrer gemeinsamen Spielzeit kam das Team auf ein starkes Net Rating von +6.8, mit Myles Turner an ihrer Seite sogar +8.6. Dazu kommen jede Menge verlässliche Rollenspieler und Energie von der Bank durch T.J. McConnell, Bennedict Mathurin oder Obi Toppin. Indiana ist tief, gefährlich und aktuell brandheiß.

- Cleveland hat klare Vorteile im Frontcourt. Evan Mobley wurde (in Abwesenheit Wembanyamas) zurecht zum Defensive Player of the Year gekürt, Big-Man-Kollege Jarrett Allen liefert ergänzte konstant starke Rim-Protection. Gemeinsam können sie Haliburtons Drives erschweren und Switches besser überleben als viele andere Teams.
- Die Balance im Team überzeugt: Mitchell und Garland teilen sich die Ballhandling-Verantwortung, ohne sich im Weg zu stehen. Vor allem Mitchell zeigte sich in Game 1s immer wieder brandgefährlich - er hat die Chance, sich mit einem achten 30-Punkte-Game-1 an Michael Jordan vorbei an die Spitze zu setzen.
- Bei Darius Garland ist der Einsatz im ersten Spiel der Serie aufgrund einer milden Fußverletzung noch fraglich. Der Spielmacher hatte bereits in den beiden Auswärtsspielen in Miami gefehlt. Aktuell wird er also "day-to-day" gelistet. Gegen Miami konnte dies jedoch problemlos kompensiert werden.
- Ein Schlüssel wird sein, das Tempo zu diktieren und somit das schnelle Spiel der Pacers zu unterbinden. Da beide Mannschaften tief besetzt sind, wird es vor allem auf die Spitze ankommen. Mitchell hat grundsätzlich das Potenzial, der beste Spieler der Serie zu sein. Dieses auch zu realisieren, könnte mitentscheidend sein.
| PG | SG | SF | PF | C |
|---|---|---|---|---|
| D. Garland | D. Mitchell | M. Strus | E. Mobley | J. Allen |
| T. Jerome | S. Merrill | D. Hunter | D. Wade | T. Thompson |
| C. Porter Jr. | J. Tyson | I. Okoro | J. Green | - |
| - | - | C. Okeke | - | - |

- Indiana lebt von Tempo, Spacing und Haliburtons Übersicht. Wenn der Point Guard dem Spiel seinen Stempel aufrücken kann, dürfte er Cleveland vor große Probleme stellen.
- Siakam war gegen die Bucks der womöglich konstanteste und verlässlichste Spieler Indianas. Mit ihm, Haliburton und Turner besitzen die Pacers eine vielseitige Achse, die sowohl im Setplay als auch im Transition Game glänzen kann. Entscheidend wird sein, wie gut sie mit den physischen Herausforderungen der Cavs-Defense umgehen.
- Ein Fragezeichen bleibt die Guardverteidigung. Nembhard, Nesmith und vor allem Haliburton sind bestenfalls durchschnittliche Verteidiger, treffen mit Garland und Mitchell allerdings auf das möglicherweise beste Guard-Duo der Liga.
- Für vier Siege gegen das beste Team des Ostens bedarf es eine besonders gut geölte Offensivmaschine - und einen bestens auferlegten Tyrese Haliburton.
| PG | SG | SF | PF | C |
|---|---|---|---|---|
| T. Haliburton | A. Nembard | A. Nesmith | P. Siakam | M. Turner |
| T.J. McConnell | B. Sheppard | B. Mathurin | O. Toppin | T. Bryant |
| Q. Jackson | J. Furphy | J. Walker | T. Bradley | |
| E. Freeman |
Die Pacers sind gefährlich, jung und spielen mit viel Selbstvertrauen. Doch Cleveland ist das komplettere und tiefere Team. Insbesondere die Vorteile auf den Guard-Positionen könnten den Ausschlag gegen. Ohne unterzuperformen sind vier Cleveland-Niederlagen schwer vorstellbar. Dennoch dürfte diese Serie eng werden, da Indy die Offensiv-Power der Cavs matchen kann. Spektakel sollte in dieser Serie garantiert sein.
Tipp: Cavs in 6.
sgm, jos