vor 14 Stunden
Trier verliert erstmals seit einem Monat
Die Gladiators Trier sind im Achtelfinale des BBL-Pokals bei den Frankfurt Skyliners ausgeschieden - es war zugleich die erste Niederlage nach knapp einem Monat. Cheftrainer Jacques Schneider lässt den Rückschlag seinen eingeschlagenen Weg nicht beeinflussen. Dennoch hatte das "Menscheln" der Moselstädter auch taktische Gründe.

Für Spieler wie Trainer waren die Gründe dieses Mini-Rückschlags dann auch schnell ausgemacht. Für Coach Jacques Schneider sei es "einfache Mathematik: nur 17 Prozent Dreierquote, 45 Prozent Zweierquote und 62 Prozent Freiwurfquote. Das reicht in so einem Duell am Ende nicht, um sich hier auswärts durchzusetzen", ließ sich der Basketballlehrer in der Pressemitteilung der Moselstädter zitieren und schlug damit in die offensichtliche Kerbe dieses Spieltages.
Gelten Schneiders Trierer doch sonst als eines der wurfstärksten Teams der Liga, blieb man diesmal ungewöhnlich kalt. Die 65 Punkte, mit denen man die Partie in Frankfurt beendete, waren nicht umsonst ein Tiefstwert in der laufenden Spielzeit - mit Abstand! Das bisherige Spiel mit der geringsten Punkteausbeute ereignete sich zwar auch in der laufenden Woche, dürfte ob des Auswärtssieges beim griechischen Topklub Promitheas Patras (83:87) allerdings keine negativen Emotionen hervorgerufen haben.
Routinier Eli Brooks, der mit seinen 1/7 von Downtown exemplarisch für die gestrige Dreiermisere seines Teams stand, wollte sich von dem Auftritt allerdings nicht grundlegend entmutigen lassen. "Wir müssen bei unserer Identität bleiben. Wir spielen schnell, lassen den Ball laufen. Das müssen wir weitermachen."
Ähnlich interpretierte auch Schneider den Spielausgang. Spiele wie solche seien nun einmal "Teil der Saison", für den weiteren Verlauf der Spielzeit werde das allerdings "nicht ausschlaggebend sein. Wir spielen noch in zwei weiteren Wettbewerben, sind ein gutes Team, das wissen wir, und werden in den nächsten Wochen wieder selbstbewusster auftreten."
Das Ausscheiden aus dem Pokal-Wettbewerb dürfte dem ambitionierten Verein, der im Sommer mit diversen Toptransfers auf sich aufmerksam machte, zwar durchaus schmerzen. Dennoch ist Schneiders Einschätzung naheliegend. Seine Gladiatoren stehen nun bei fünf Siegen, bei nur zwei Niederlagen. Im Europe Cup gewann der Europapokaldebütant sogar beide Partien. Besonders in Anbetracht der hohen Taktung dieser Saison mit drei - jetzt noch zwei - Wettbewerben, ist es schwer, das Trierer Spiel permanent aufrechtzuhalten.
Das liegt auch an ihrem Spielstil selbst. Trier kommt über extrem hohes Tempo, Transition-Basketball und schnelle Abschlüsse. Dass in Frankfurt der sechste Sieg in Folge ausblieb, ist auch eine Konsequenz dessen, dass die Skyliners eine durchaus ähnliche Strategie fuhren. "Das ist immer unsere Idee - das Spiel in eine Richtung schnell und in die andere langsam zu machen", erklärte Till Pape im Anschluss am Dyn-Mikrofon.
Die Taktik, Trier fast schon mit deren eigenen Mitteln zu schlagen, sei aufgegangen: "Wir haben defensiv einen guten Sumpf hergestellt", so der 28-Jährige. "Oft haben Teams, die in eine Richtung rennen, nicht so Bock auf die andere Richtung."
Ein anderer Schlüssel sei es gewesen, die Schlüsselspieler Triers aus der Partie zu nehmen. Jordan Roland (15) und Eli Brooks (13) waren zwar immer noch die Topscorer der Gäste, dennoch blieben sie unter ihren respektiven Saisondurchschnittswerten. "Wir haben als Team gut rotiert", befand Pape und zeigte sich mit der Entscheidung zufrieden, lieber Rollenspieler wie Moritz Krimmer ins Laufen kommen zu lassen als die wurfstarken US-Guards: "Lieber macht Moritz 13, als Roland 35", fasste er zusammen.
Eine Niederlage gegen formstarke Skyliners wird in Trier aber freilich niemanden zum Nachdenken bringen. Noch immer steht für die Mannschaft von Jacques Schneider unter dem Strich ein fantastischer Saisonstart, der am Mittwoch mit dem dritten Sieg im dritten Europe-Cup-Spiel weiter ausgebaut werden kann. Und auch die Revanche mit Frankfurt ist schon bald möglich; in weniger als einem Monat, am 15. November, werden Schneider und seine Mannschaft bereits erneut in der SÜWAG Energie Arena in Frankfurt auf der Matte stehen.
Julius Ostendorf