vor 8 Stunden
20 Ballverluste in zwei Spielen
Die San Antonio Spurs nehmen trotz Verletzungsproblemen ein 1-1 aus Oklahoma City mit. Dabei spielten die Texaner nicht einmal ihren besten Basketball. Die Turnover-Problematik bleibt und trägt das Gesicht von Stephon Castle.

Der Youngster warf in Spiel 1 den Ball elfmal weg, 48 Stunden später waren es neun Turnover, womit er einen NBA-Negativ-Rekord für die ersten beiden Spiele einer Conference-Finals-Serie aufstellte. Noch nie hatte jemand 20 Ballverluste über zwei Spiele angesammelt, 42 sind es für die Spurs als Team in 106 Minuten Spielzeit.
Dafür gibt es natürlich auch Gründe. Einerseits sind die Thunder das beste Team der NBA, wenn es darum geht, Ballverluste durch aggressive Perimeter-Defense zu forcieren. Andererseits fehlt San Antonio noch immer mit De’Aaron Fox der designierte Spielmacher verletzt, in Spiel 2 erwischte es dann auch noch Sixth Man Dylan Harper. Umso mehr Verantwortung lastet auf Castle, der aber keine Ausreden suchte.

"Ich bin in gewissen Situationen zu hektisch und bringe mich in Positionen, in denen ich zu schnell zu viel will", meinte der Guard nach dem Spiel. Coach Mitch Johnson stellte sich dagegen vor seinen Schützling. "Er ist ein Kämpfer und gibt uns wirklich alles, was er hat. Natürlich macht er Fehler, aber das auch nur, weil er aggressiv sein möchte."
Als Paradebeispiel kann der Dunk über Isaiah Hartenstein dienen, der womöglich beste Dunk der bisherigen Playoffs. Gleichzeitig sind es die kleinen Dinge, an denen die Spurs arbeiten wollen. "Wir müssen hier und da fokussierter sein, weil man sich gegen OKC einfach keine Fehler erlauben darf", weiß auch Johnson.
Dabei wäre es hilfreich, wenn Fox und Harper wieder zur Verfügung stehen würden, eine Garantie gibt es aber nicht. "Wir müssen das als Team lösen", kündigte Castle an, der gleichzeitig auch Jordan McLaughlin lobte, der durch die Ausfälle in die Rotation rutschte und seine Sache recht ordentlich machte.
Es war wichtige Entlastung für Castle, der nebenbei schließlich auch noch einen gewissen Shai Gilgeous-Alexander auf der anderen Seite des Feldes verteidigen muss. Und bei allen Ballverlusten: Am Ende standen dennoch 25 Punkte (10/17 FG) und acht Assists im Boxscore, womit er der Topscorer seiner Mannschaft war.
Passiert ist in Spiel 2 ohnehin nicht viel, die Spurs haben durch den Sieg zum Auftakt den Heimvorteil geklaut und brauchen entsprechend "nur" noch drei Erfolge in heimischer Halle, um erstmals seit 2014 wieder die NBA Finals zu erreichen. Wenn es doch nur so einfach wäre, Castle kann davon ein Lied singen.
Robert Arndt