26.02.2026
KD kritisierte die Debatte scharf
Kevin Durant sorgte mit seiner deutlichen Kritik an der "Europa holt auf"-Debatte für Wirbel. Nun hat sich Frankreichs Nationalspieler Evan Fournier zur viralen Aussage des US-Superstars geäußert - und überrascht mit seiner Einschätzung.

Ausgangspunkt war ein Interview von Kevin Durant, in dem der US-Star die anhaltende Diskussion um die angebliche Überlegenheit des europäischen Basketball-Systems scharf zurückwies. "Ich höre ständig, AAU zerstört das Spiel und die Europäer machen alles richtig", sagte Durant und bezeichnete diese Erzählung als "Bulls**t". Auch die These, die USA würden an Dominanz verlieren, nur weil seit 2018 kein US-Amerikaner mehr den MVP gewonnen hat, ließ er nicht gelten. Internationale Stars wie Giannis Antetokounmpo, Nikola Jokic oder Luka Doncic seien herausragend - doch Team USA bleibe Maßstab.
Viele erwarteten nun Widerspruch aus Europa. Doch ausgerechnet Evan Fournier widerspricht nicht. "Er liegt nicht unbedingt falsch", sagte der 33-Jährige gegenüber BasketNews. "Die Welt und Europa werden besser, aber wir sind talentmäßig noch nicht auf dem Niveau der USA." In einem einzelnen FIBA-Spiel sei vieles möglich - Frankreich schlug die USA etwa in der Gruppenphase von Tokio, ehe es im Finale verlor. "Es kann passieren. Aber was Talententwicklung und Superstar-Power angeht, sind die USA klar vorne", so Fournier.
Auch mit Blick auf die Zeit nach Durant, LeBron James und Stephen Curry sieht der Routinier keinen Machtwechsel. Zwar verfüge Europa mit Doncic, Jokic und Giannis über absolute Topstars, "aber danach fällt es ab". In den USA hingegen stünden mit Anthony Edwards, Jayson Tatum oder Jalen Brunson bereits die nächsten Hochkaräter bereit. "Sie haben vielleicht kein Generationentalent wie LeBron oder Steph mehr - aber immer noch einen unglaublichen Talentpool", sagte Fournier.
Der französische Veteran weiß, wovon er spricht. Er nahm an acht großen FIBA-Turnieren teil, gewann mehrere Silber- und Bronzemedaillen und erlebte die jüngsten Duelle mit Team USA hautnah - inklusive der knappen Niederlage im olympischen Finale von Paris 2024. Während Frankreich mit einer neuen Generation um Victor Wembanyama, Zaccharie Risacher oder Alex Sarr in die Zukunft blickt, bleibt Fournier realistisch. Spätestens bei der WM 2027 und den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles dürfte das Thema erneut hochkochen.
sgm