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    NBA

    vor 4 Stunden

    Einordnung des Drei-Team-Trades

    Mehr als ein Salary Dump: Was hinter dem Randle-Trade steckt

    Der Trade von Julius Randle zu den Brooklyn Nets wirkt auf den ersten Blick wie ein klassischer Salary Dump. Minnesota gibt einen dreimaligen All-Star ab und erhält dafür lediglich Mo Gueye, den 33. Pick und finanzielle Flexibilität. Doch wer den Deal isoliert betrachtet, verpasst den eigentlichen Punkt. Für die Timberwolves geht es weniger um Randle selbst - sondern vielmehr um die Zukunft rund um Anthony Edwards.

    Claxton wechselt nach Chicago, Randle nach Brooklyn.
    Claxton wechselt nach Chicago, Randle nach Brooklyn. John Jones-Imagn Images

    Als Minnesota Karl-Anthony Towns im Herbst 2024 gegen Randle und Donte DiVincenzo eintauschte, ging es bereits darum, Gehalt einzusparen und die Mannschaft breiter aufzustellen. Sportlich lieferte Randle durchaus ab. In seinen zwei Spielzeiten bei den Wolves erzielte er durchschnittlich 20,0 Punkte, 6,9 Rebounds und 4,9 Assists. In der vergangenen Saison gehörte er sogar zu den wenigen Spielern der Liga, die mindestens 20 Punkte, fünf Rebounds und fünf Assists pro Partie auflegten.

    Trotzdem blieb die Frage bestehen, ob Minnesota mit diesem Kern tatsächlich Meisterschaftspotenzial besitzt. Besonders in den Playoffs wurden die Zweifel größer. Gegen die San Antonio Spurs kam Randle in der zweiten Runde nur auf 12,8 Punkte pro Spiel und traf lediglich 34 Prozent seiner Würfe. Bereits in den Playoffs 2025 gegen Oklahoma City hatte Minnesota Probleme, mit den absoluten Spitzenteams des Westens mitzuhalten. Die Verantwortlichen dürften daher zu dem Schluss gekommen sein, dass die bisherige Konstruktion ihr Limit erreicht hat.

    Das Trio um Edwards, Randle und Gobert erreichte 2025 die Conference Finals.
    Das Trio um Edwards, Randle und Gobert erreichte 2025 die Conference Finals. Getty Images

    Erste Schritte nach dem Randle-Abgang

    Noch am Abend des Trades wurde klar, worauf dieser Schritt abzielte. Die Timberwolves einigten sich mit Ayo Dosunmu auf einen neuen Fünfjahresvertrag über 112 Millionen Dollar. Der Guard überzeugte nach seinem Wechsel aus Chicago nicht nur in der Regular Season, sondern vor allem in den Playoffs. Mit 26 Jahren passt Dosunmu zudem deutlich besser zur Altersstruktur des Teams. Anthony Edwards ist 24 Jahre alt, Jaden McDaniels 25 und Naz Reid 26. Minnesota setzt damit klar auf eine jüngere Kernrotation für die kommenden Jahre.

    Hinzu kommt ein weiterer Faktor. Durch den Trade entstand eine Trade Exception über 33,3 Millionen Dollar. Diese erlaubt es den Timberwolves, künftig einen Spieler aufzunehmen, ohne im Gegenzug ein gleichwertiges Gehalt abgeben zu müssen. Genau deshalb lässt sich der Deal heute noch nicht abschließend bewerten. Die Wolves haben zwar einen produktiven All-Star verloren, gleichzeitig aber neue Möglichkeiten geschaffen, den Kader gezielt weiterzuentwickeln.

    Kurzfristig wird Minnesota ohne Randle vermutlich an offensiver Feuerkraft einbüßen. Langfristig könnte sich der Trade jedoch als wichtiger Schritt erweisen, um das Team noch stärker auf Anthony Edwards zuzuschneiden. Der Deal ist daher weniger ein Urteil über Julius Randle als vielmehr eine Entscheidung für die Zukunft der Timberwolves.

    Der Trade im Überblick

    TeamErhält
    Brooklyn NetsJulius Randle, Pick Nr. 28 im NBA Draft 2026
    Chicago BullsNic Claxton
    Minnesota TimberwolvesMo Gueye, Pick Nr. 33 im NBA Draft 2026

    Minnesota Timberwolves: Alle Spieler, Verträge und Gehälter

    Auch Brooklyn und Chicago profitieren

    Auch Brooklyn und Chicago dürften mit dem Deal zufrieden sein. Die Nets nutzen ihren finanziellen Spielraum, um mit Julius Randle einen etablierten Scorer und Veteranen ins Team zu holen, der - sofern er in Brooklyn bleibt - nach mehreren schwachen Jahren für mehr Wettbewerbsfähigkeit sorgen und den vielen jungen Spielern als Mentor dienen könnte. Zusätzlich sicherte sich Brooklyn noch einen höheren Erstrundenpick.

    Die Bulls wiederum nahmen Nic Claxton nahezu ohne Gegenwert auf und verstärken ihren Kader mit einem erst 27 Jahre alten Center, der als Defensivspezialist und Ringbeschützer weiterhin über viel Potenzial verfügt. Beide Franchises nutzen damit ihre Cap-Flexibilität, um einen möglichen Schritt nach vorne zu machen, ohne dabei viel zu riskieren.

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    Sam Müller