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    NBA

    vor 4 Stunden

    Zehrende Zukunftsfrage

    Kommentar zur Causa LeBron: Ein letztes Mal im Mittelpunkt stehen

    Seit 23 Jahren geht in der weltweiten Basketball-Berichterstattung kein Weg an LeBron James vorbei - aus guten Gründen. Bald ist damit allerdings Schluss. Umso mehr scheint der 41-Jährige die Kuh nochmal durchs Dorf treiben zu wollen.

    LeBron James mit Agent Rich Paul.
    LeBron James mit Agent Rich Paul. Icon Sportswire via Getty Images

    Seit seinen Teenagerjahren steht LeBron James im Mittelpunkt. Womöglich kann sich der älteste aktive NBA-Spieler gar nicht mehr an eine Zeit erinnern, wo das mal nicht der Fall war. Vorstellen kann er es sich aber wahrscheinlich schon.

    Bereits mit Ablauf der vergangenen Saison und dem damit verbundenen Vertragsende bei den Los Angeles Lakers schien völlig offen, ob einer der besten und erfolgreichsten Basketballer aller Zeiten seine Schuhe an den Nagel hängen und damit von der großen Bühne der NBA verschwinden würde.

    Kritiker werfen LeBron James schon seit Jahren vor, ein Narzisst zu sein. Beispiele dafür seien unter anderem die TV-Sendung "The Decision" im Jahr 2010, als der viermalige Champion auf maximal öffentlichkeitswirksame Art und Weise seinen Teamwechsel bekanntgab. Wer sonst würde sich "kingjames" auf Social Media nennen?

    Folgt man dieser Logik, dann stand die Option wahrscheinlich niemals ernsthaft zur Debatte, dass James ohne feierliche Abschiedstournee in den Ruhestand gehen würde. Zahlreiche Größen der NBA-Geschichte, dazu zählen nicht zuletzt Dirk Nowitzki und Kobe Bryant, kündigten ihr Karriereende mit viel Vorlauf an, um sich nochmal - und zurecht! - feiern zu lassen. Dass es beim 41-Jährigen nun anders laufen würde, schien da ohnehin ausgeschlossen.

    Ein Meister der Kommunikation: LeBron James
    Ein Meister der Kommunikation: LeBron James IMAGO/VCG

    Kommunikationsstrategie wie aus dem Lehrbuch

    Ebenso wenig kann es da überraschen, mit was für einer kommunikativen Dreistigkeit James seine "Farewell Tour" angehen würde: Die Entscheidung über seinen Abgang aus L.A. teilte er dem Franchise am 30. Juni mit - also dem Tag, ab dem NBA-Teams mit Spielern Verhandlungen aufnehmen dürfen. Kurz gesagt: Noch später und die Lakers hätten das Heft des Handelns wohl selbst in die Hand genommen. Wobei das ohnehin nicht ausgeschlossen werden kann. Wollten die Lakers überhaupt mit LeBron weitermachen? Egal. Seinen Wechsel kommunizierte der Herr seines Narrativs selbstverständlich selbst.

    Und würde der 22-fache All-Star direkt im Anschluss seine nächste Station bekanntgeben? Natürlich nicht. Stattdessen dominieren seither Gerüchte diese Offseason, die trotz der vielen großen Trades, die Causa LeBron stets im Vordergrund halten. Einst waren die Cavaliers in der Pole Position, dann die Warriors. Der neueste Trend geht in Richtung Philadelphia. Aber klar, auch die Knicks hätten Interesse … Wer denn eigentlich nicht?

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    James beherrscht die öffentliche Debatte durch stetig neue Informationen, die in einem fast schon konstanten Abstand zueinander stehen. Eine Kommunikationsstrategie, wie aus dem Lehrbuch. Dabei hilft ihm auch Agent und Freund Rich Paul, der in einem Podcast kürzlich mal eben alle möglichen Destinationen auf beispiellose Art und Weise durchdekliniert hat. Die neueste Info von Paul zum LeBron-Poker: "Ich glaube nicht, dass schon bald eine Entscheidung getroffen wird." Na klar.

    Ein zeitnahes Ende dieser ewig währenden Personalfrage ist also nicht zu erwarten. Stattdessen behält James wohl noch eine Weile den kommunikativen Hut auf, und darf - ein letztes Mal - voll im Mittelpunkt stehen.

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    Julius Ostendorf