vor 3 Stunden
Agent sprach mit 27 Teams
LeBron James ist weiterhin Free Agent und hat noch keine Entscheidung über seine Zukunft getroffen. Wir schauen uns den aktuellen Stand im Poker um den Superstar an.

Es ist nicht mal eine Woche her, dass LeBron James offiziell verkündet hat, dass er die Lakers verlassen wird, um seine Karriere bei einem anderen Team ausklingen zu lassen. Sofort kamen unzählige Gerüchte auf, wobei die Golden State Warriors, Miami Heat und Cleveland Cavaliers sofort die heißesten Kandidaten auf eine Verpflichtung waren.
Der ganz große Favorit waren dabei die Warriors, die schon seit Jahren an LBJ interessiert sind und ihn nur zugern mit Stephen Curry und Draymond Green für einen letzten gemeinsamen Ritt paaren würden. Berichten zufolge wollten sie den Deal direkt zum Start der Free Agency eintüten und dafür auch noch Anthony Davis per Trade holen, um James' einen Wechsel zu versüßen.
Der Deal zum FA-Beginn blieb aber bekanntlich aus und mittlerweile hat sich das Blatt wohl ein wenig geändert. Laut Shams Charania sind die Warriors derzeit nicht mehr an der Spitze von James' Liste und müssten wohl auf alle Fälle AD holen, um auch LeBron zu verpflichten. Das Problem: Die Warriors wollen ungern Jimmy Butler abgeben - was sie auf jeden Fall müssten - und auch die Gespräche mit den Wizards scheinen zu stocken.
Bleiben aus dem ursprünglichen Trio noch die Heat und Cavs. Miami hat sich mit dem Trade für Giannis in Stellung gebracht und kann dazu mit Head Coach Eric Spoelstra punkten, ansonsten wirkt das Team jedoch sehr unfertig. Gut möglich, dass LeBron dieses Risiko in Anbetracht seines fortgeschrittenen Alters zu groß ist.
Anders sieht es mit den Cavs aus. James würde optimal ins System der Cavs passen, bei denen die Drei seit Jahren eine Baustelle ist. Vergangene Spielzeit stand das Team von Dennis Schröder erstmals seit der James-Ära in den Conference Finals, auch wenn sie den Knicks dort deutlich unterlagen.
Für Cleveland sprechen aber klar die Verbindungen, die James immer noch zu Teilen der Organisation pflegt. Allen voran Brandon Weems, Assistant GM der Cavs, könnte eine entscheidende Rolle spielen. "Er ist riesiger, riesiger X-Faktor", stellte James' Berater Rich Paul am Freitag im ESPN-Podcast "Game Over" klar. "Er ist im Grunde LeBrons Bruder. Er hat sich seinen Weg selbst erarbeitet, niemand hat ihm etwas geschenkt. Er hat sich verdient, im Front Office der Cavs zu sein. Aber das ist ein großes Plus für Cleveland", führte er aus.

Neben diesen drei Teams sind in den vergangenen Tagen auch noch weitere spannende Interessenten hinzugekommen. Laut Charania wird sich James zwischen sechs Teams entscheiden. Neben den drei genannten sind das die Denver Nuggets, die Philadelphia 76ers und die Minnesota Timberwolves. Paul sprach sogar von zehn möglichen Teams und gab an, mit insgesamt 27 Teams gesprochen zu haben.
Die Nuggets sind ein offensichtlicher Kandidat und würden mit James ihr Ceiling noch mehr heben, zudem schwärmte der 41-Jährige in der Vergangenheit oft von Nikola Jokic. Für Denver spricht auch, dass sie ein bewiesenes Playoff-Team sind und immer Chancen auf den Titel haben.
Einer der neueren Kandidaten sind die Sixers, die durch den unwahrscheinlichen Trade für Jaylen Brown Momentum bekommen haben. Ein Lineup mit Maxey, Edgecombe, LeBron, Brown und Embiid wäre auch schon eine echte Ansage. "Er liebt Maxey, darüber müssen wir gar nicht erst reden", sagte auch Paul im Podcast. "Wie könnte er nicht aufhorchen, wenn man Maxey, Edgecombe, Brown und Embiid hat?"
Die heißeste Spur führte derzeit aber vielleicht sogar nach Minnesota. Laut Jon Krawczynski von The Athletic stehen die Wolves im Kontakt mit James' Management und wollen den King offenbar mit einem mutigen Angebot in das Land der 10.000 Seen führen.
Demnach versuchen sie, ihn mit der Aussicht auf ewigen Ruhm zu locken. Anders als alle anderen Kandidaten haben die Timberwolves noch nie eine Championship gewonnen, sodass ein Titel James' Legacy noch mehr aufwerten würde. Mit den Cavs und den Heat gewann er selbst schon Championships, GSW war noch vor einer Dekade der Dominator der Liga.
"Die Minnesota Timberwolves haben ihre Bemühungen um LeBron James intensiviert und sind fest davon überzeugt, dass sie sehr wohl im Rennen um einen der größten Spieler in der Geschichte der NBA sind", erklärte Krawczynski.
Gleichzeitig will Minny auch mit dem sportlichen Fit überzeugen. James ist seit Jahren ein bekennender Fan von Anthony Edwards. nach dem Trade für LaMelo Ball würde der Altstar tatsächlich perfekt in das Lineup mit McDaniels und Gobert passen.

Geringe Chancen haben laut Paul derweil die New York Knicks, denen zuletzt auch Interesse nachgesagt wurde. "Es ist schwierig, denn das Letzte, was man tun möchte, ist, so etwas zu ruinieren. Die Knicks haben gerade etwas Gutes laufen", sagte er. Wären die Knicks allerdings nicht Champion geworden, wäre James spannenderweise wohl sicher in den Big Apple gegangen: "Hätten die Knicks nicht gewonnen, wäre das gar keine Frage. Es gäbe keine Auswahl. Er würde zu den Knicks gehen", erklärte er.
Nicht im Rennen sind zudem auch die San Antonio Spurs, die nach ESPN-Informationen als eines der wenigen Teams nicht mit dem Ex-Lakers-Star in Verbindung gebracht werden.
Das Gehalt ist übrigens bei James' Suche nach einem neuen Team ein untergeordneter Faktor, wie Charania zuletzt berichtet. Das ist ein wichtiger Punkt, da viele Contender ihm nur das Minimum bieten können. Stattdessen gibt es Gerüchte, dass er das liegengebliebene Geld durch eine saisonbegleitende Doku bei seinem neuen Team wieder reinholen wolle.
Gianluca Fraccalvieri