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    NBA

    vor 10 Stunden

    Titel-Kader droht auseinanderzufallen

    Knicks vor bitterem Umbruch: Eskaliert der Machtkampf?

    Die New York Knicks sind amtierender Champion, doch intern gibt es Ärger. Wie diverse Medien berichten, ist das Front Office unzufrieden mit Besitzer James Dolan. Es geht um die Kaderplanung und darum, dass die Knicks vermutlich Teile ihrer Rotation verlieren werden.

    Die New York Knicks nach dem Gewinn der NBA-Meisterschaft mit Besitzer James Dolan.
    Die New York Knicks nach dem Gewinn der NBA-Meisterschaft mit Besitzer James Dolan. Geoff Burke

    Seit knapp zwei Wochen sind die Knicks Champion, in dieser Zeit wurden rauschende Feste gefeiert. Mikal Bridges frönte sich tagelang dem Alkohol, Jose Alvarado erschien kürzlich in seiner Heimat Puerto Rico mit der Larry O’Brien Trophy.

    Doch schon auf der Parade gab es den ersten kleinen Dämpfer, auch wenn es viele Knicks-Fans nicht hören wollten. Da sagte Besitzer James Dolan folgendes: "Wir werden nicht den Second Apron überschreiten", kündigte der MSG-Boss an. "Wir werden uns strecken, aber in der NBA gibt es gewisse Dinge, die Selbstmord sind und der Second Apron gehört dazu."

    Dolan zieht beim Second Apron die Reißleine

    Second Apron - diesen Begriff hörte man in den vergangenen Jahren immer wieder. In der kommenden Saison heißt es, dass man maximal 222 Millionen Dollar für Gehälter bezahlen (bis Saisonende), bevor jener Mechanismus greift, den Teams so sehr fürchten. Franchises wie die Boston Celtics, Phoenix Suns oder Golden State Warriors setzten zwar einen Fuß hinein, sprangen aber nach einem Jahr wieder heraus, weil die Strafen einfach zu drastisch waren.

    Das Interessante dabei: Es waren die Besitzer selbst, die diese neue Regel aufnehmen wollten, nun verstecken sie sich dahinter und weisen darauf hin, dass sie einfach nicht mehr Geld ausgeben können. Die Folge ist, dass Meisterteams aufgebrochen werden müssen. Auch die Oklahoma City Thunder sind derzeit betroffen und mussten mit Aaron Wiggins und Isaiah Joe zwei Rotationsspieler aufgeben, um Isaiah Hartenstein halten zu können.

    Ähnliche Probleme haben nun die Knicks, auch wenn das Management intern laut The Athletic dafür plädiert, zumindest ein Jahr in den sauren Apfel zu beißen, weil sie überzeugt sind, dass man in kommenden Jahren andere Lösungen finden wird. Dolan will davon aber nichts wissen.

    Besitzen aktuell keinen Vertrag für die kommende Saison in New York: Jordan Clarkson und Mitchell Robinson.
    Besitzen aktuell keinen Vertrag für die kommende Saison in New York: Jordan Clarkson und Mitchell Robinson. Getty Images

    Front Office will den Titelkader zusammenhalten

    Es geht dabei auch nicht so sehr um die Starting Five, diese ist gesetzt, sondern mehr um den Supporting Cast. Jene Rollenspieler, die in vielen Spielen in den Playoffs das Zünglein an der Waage waren und New York vor allem in den Finals Vorteile verschafften. Schütze Landry Shamet, die Center Mitchell Robinson und Ariel Hukporti sowie Jordan Clarkson - sie alle haben keinen Vertrag für das kommende Jahr.

    Immerhin: Mit Jose Alvarado konnte schon eine Einigung erzielt werden. Er wird einen sehr teamfreundlichen Dreijahresvertrag über 14 Millionen Dollar bekommen. Nun wird es aber haarig. Für zehn Spieler geben die Knicks nun gut 210 Millionen Dollar, sie müssen also noch vier Plätze besetzen und haben dafür nur noch knapp zwölf Millionen, um jenen Second Apron zu meiden.

    Jack Kayil könnte profitieren

    Somit dürfte es ausgeschlossen sein, dass Robinson zurückkehrt, und auch Shamet wird schwer zu halten sein. Kleinere Manöver sind zwar möglich (z. B. die drei Millionen von Pacome Dadiet abschieben), doch eigentlich bleiben fast nur noch Minimumverträge. Auch deswegen holten sich die Knicks zwei Zweitrundenpicks, um diese vermutlich mit den kleinstmöglichen Deals auszustatten.

    Deswegen ist davon auszugehen, dass Jack Kayil einen Vertrag bekommt, weil das Minimum eben nur rund 1,4 Millionen Dollar wären. So gibt es vielleicht eine kleine Chance, einen Spieler wie Shamet zu halten. Hukporti ist zudem eine Option für die Rolle des zweiten Centers, allerdings gibt es auf dieser Position traditionell viele Möglichkeiten für einen schmalen Taler.

    Karl-Anthony Towns und Jalen Brunson sind zwei der absoluten Leistungsträger der Knicks.
    Karl-Anthony Towns und Jalen Brunson sind zwei der absoluten Leistungsträger der Knicks. Geoff Burke

    Ab 2027 könnte sich das Problem lösen

    Und doch gibt es gute Gründe, warum das Management für ein Jahr im Second Apron wirbt. Karl-Anthony Towns hält für 2027/28 eine Spieler-Option (61 Mio.), bei Josh Hart (22,4 Mio.) ist es eine Team-Option. Jalen Brunson verzichtete bereits auf Geld, das könnte 2027 bei dem Duo möglich sein. Die Lösung wäre weniger Geld für mehr Jahre, gerade Towns hat durch seinen Supermax-Vertrag ohnehin schon genug eingestrichen.

    Beide betonten stets, wie gerne sie Teil dieser Mannschaft seien und wären womöglich bereit, auf die eine oder andere Million zu verzichten. Dolan scheint aber andere Pläne zu haben, anders lassen sich diese deutlichen Worte, die eigentlich gar nicht nötig gewesen wären, nicht erklären.

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    Robert Arndt