vor 2 Stunden
Ehemaliger Weggefährte
Victor Wembanyama greift mit seinen 22 Jahren bereits nach dem ersten NBA-Titel. Nicolas Batum kennt den Center der San Antonio Spurs seit Teenager-Jahren und verrät gegenüber basketball-world.news, warum Wemby so früh so großen Erfolg in der NBA hat.

Es ist eine Karriere wie auf dem Reißbrett vorbereitet. Victor Wembanyama hat alle Stufen erklommen, nur noch eine fehlt zum ultimativen Ziel - dem Gewinn der NBA Championship. Schon mit 15 Jahren gab Wemby sein Profi-Debüt für den Pariser Vorstadtklub Nanterre, zwei Jahre später wagte der Center den Sprung zum EuroLeague-Klub ASVEL, dessen Boss NBA-Legende Tony Parker ist.
Auch Nicolas Batum (38), derzeit noch in Diensten der L.A. Clippers hält Anteile und beobachtete den Youngster seit er 14 Jahre alt war. "Er war damals schon 2,10 Meter groß, unglaublich dünn", erinnert sich der Ex-Nationalspieler gegenüber basketball-world.news. "Ich dachte erst, dass er einfach nur groß ist, doch als er dann den Ball bekam, merkte jeder, dass das kein normaler Junge ist."
Schritt für Schritt ging Wemby seinen Weg, alles gut durchdacht. Nachdem es bei ASVEL nur wenig Spielzeit gab, schloss sich der Teenager lieber den Metropolitans 92 an. Dort wurde alles auf Wembanyama ausgerichtet, Coach war Nationaltrainer Vincent Collet, der als guter Coach für junge Spieler gilt. Wemby führte das Team umgehend in die franzöischen Finals (im Halbfinale wurde ASVEL geschlagen), dort war dann nur Monaco eine Nummer zu groß.

Wembanyama konnte sich dort ausprobieren und auch viel trainieren, schließlich spielten die Pariser nicht international. Der perfekte Nährboden für das Mega-Talent, alles durchgeplant. "Er hat das perfekte Umfeld und das sieht man daran, wie er und seine Geschwister aufgewachsen sind. Jeder sollte Eltern wie er haben und davon profitiert er auch heute", findet Batum. Der Vater war Leichtathlet, die Mutter eine frühere Basketball-Nationalspielerin und Trainerin. Sport (und Größe) wurde Wemby in die Wiege gelegt.
Und genau so gibt sich der 22-Jährige. Keine Allüren, es gibt keinen Zoff, vielmehr gibt sich Wemby auch in guten Jahren schon wie ein "10-jähriger Vet". Das stellte Batum auch bei den Olympischen Spielen fest, als er mit dem damals 20-Jährigen erstmals zusammenspielte. "Vor, während oder nach dem Training hat er sich nicht wie ein 20-Jähriger verhalten. Nein, er war bereit und das hat er dann im Finale gezeigt, als er der beste Spieler auf dem Feld war, bis Stephen Curry in den letzten drei Minuten aufgedreht hat."

Es reichte letztlich nur zu Silber, doch es war ein Vorgeschmack auf das, was kommen sollte. Nur drei Jahre brauchte Wembanyama mit den Spurs, um die Finals zu erreichen. Die hohen Erwartungen als Top-Pick von 2023 erfüllte er sofort. "Er ist wie LeBron vor 20 Jahren, der aber ein physisches Monster war. Wemby ist dagegen riesig und alle haben es auf ihn abgesehen. Er hat sich aber nicht unterkriegen lassen und ist vielleicht schon jetzt der beste Spieler der Welt", vermutet Batum.
Nur noch die New York Knicks stehen Wembanyama und den Spurs im Wege, so oder so scheint es, dass Wemby frei nach Thanos "unvermeidlich" ist. "Es sind erst drei Jahre von 15 bis 20 Saisons, das ist schon verrückt", meint auch Batum. "Es ist noch nicht einmal Halbzeit und als Basketball-Fan ist es einfach nur toll, dass man dies erleben darf."
Robert Arndt