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    vor 8 Stunden

    Super Cup als Jobbörse

    Im DBB-Kader, aber ohne Klub: Deutschlands arbeitslose Nationalspieler

    Nelson Weidemann und Kostja Mushidi stehen im aktuellen Aufgebot der deutschen Basketball-Nationalmannschaft für den Super Cup. Einen festen Vertrag bei einem Klub haben beide aktuell allerdings nicht.

    Stehen gemeinsam im Aufgebot des DBB: Nelson Weidemann und Kostja Mushidi.
    Stehen gemeinsam im Aufgebot des DBB: Nelson Weidemann und Kostja Mushidi. FIBA

    Dennis Schröder spielt künftig für die Charlotte Hornets, Daniel Theis für Maccabi Tel Aviv und Maodo Lo bei Zalgiris Kaunas. Hinter den Namen von Nelson Weidemann und Kostja Mushidi findet sich im aktuellen Kader der des DBB aber ein ungewöhnlicher Zusatz, nämlich "letzter Verein".

    Wie im am 11. August veröffentlichten Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft zu sehen ist, reisen beide Guards ohne aktuellen Arbeitgeber zum Super Cup in Hamburg und zu den anschließenden WM-Qualifikationsspielen. Weidemann und Mushidi sind damit weiterhin auf Vereinssuche.

    Ihre Situation wirkt auch deshalb ungewöhnlich, weil es sich nicht um Nachwuchsspieler ohne Erfahrung handelt. Weidemann ist 27 Jahre alt und hat schon 221 BBL-Partien auf dem Buckel. Der 28-jährige Mushidi kommt auf 156 BBL-Einsätze und hat sich im Laufe des Jahres zurück in die Nationalmannschaft gekämpft.

    Spielte mit Ulm im EuroCup: Nelson Weidemann.
    Spielte mit Ulm im EuroCup: Nelson Weidemann. IMAGO/Eibner

    Weidemann überzeugte in Ulm

    Weidemann spielte in den letzten beiden Jahren für ratiopharm Ulm. Nach einer schwierigen Saison beim FC Bayern hatte er 2024 in der Donaustadt einen Zweijahresvertrag unterschrieben und sich dort wieder eine größere Rolle erarbeitet. In der vergangenen BBL-Saison kam der Berliner auf durchschnittlich 8,3 Punkte, 2,3 Rebounds, 2,1 Assists und 1,3 Steals.

    Für eine weitere Zusammenarbeit reichte es aber nicht. Ulm baute seinen Kader nach Saisonende beinahe vollständig um und verpflichtete unter anderem Ibi Watson, Devin Schmidt, Jaylen Sims und den ehemaligen Berliner Michael Rataj. Auch auf den deutschen Positionen veränderte sich die Mannschaft und Weidemanns Vertrag lief aus.

    Ein neuer Klub wurde seitdem nicht bekannt, es wird über einen Wechsel ins Ausland spekuliert. Dabei spielte er mit Chemnitz und Ulm auch international, für die Bayern absolvierte er sogar sechs EuroLeague-Partien. Im Februar 2023 debütierte er für die deutsche A-Nationalmannschaft.

    Mushidi erlebte Comeback

    Fast noch überraschender ist die Situation von Mushidi. Der frühere NBA-Kandidat wechselte erst im Sommer 2025 vom Bundesliga-Absteiger Göttingen nach Chemnitz und unterschrieb dort ursprünglich bis 2027.

    Für die Niners absolvierte der physische Guard 50 der möglichen 54 Pflichtspiele. Trotz zweier Nasenbrüche kam Mushidi wettbewerbsübergreifend auf durchschnittlich 8,2 Punkte und 1,9 Rebounds. In der Bundesliga legte er rund 8,8 Zähler auf und stand in mehr als der Hälfte seiner Einsätze in der Starting Five.

    Kostja Mushidi einigte sich mit den Niners Chemnitz auf eine vorzeitige Vertragsauflösung.
    Kostja Mushidi einigte sich mit den Niners Chemnitz auf eine vorzeitige Vertragsauflösung. IMAGO/Jürgen Schwarz

    Gleichzeitig gelang ihm die Rückkehr in den Kreis der Nationalmannschaft. Im Februar wurde Mushidi zum ersten Mal seit mehreren Jahren wieder für das DBB-Team nominiert. Auch in den Qualifikationsspielen im Juli erhielt er Einsatzzeit.

    Trotzdem entschieden sich die Niners für einen vollständigen Neustart. Der Klub trennte sich von sämtlichen Spielern aus dem Profikader der Vorsaison und stellte eine Mannschaft mit zwölf Neuzugängen zusammen. Anfang August einigten sich Chemnitz und Mushidi schließlich auf die vorzeitige Auflösung des bis 2027 gültigen Vertrages.

    Super Cup wird für DBB-Duo zum Bewerbungsturnier

    Warum die beiden noch keinen neuen Klub gefunden haben, ist nicht offiziell bekannt. Zwar müssen sechs von zwölf Spielern eines BBL-Kaders einen deutschen Pass besitzen, viele Vereine füllen einen Teil dieser Plätze aber mit günstigeren Nachwuchskräften. Die größeren Rollen im Backcourt gehen häufig an Importspieler, außerdem sind die meisten Kader inzwischen sowieso schon komplett.

    Auch ihre Profile könnten die Suche erschweren. Weidemann gilt als vielseitiger Verteidiger, ist aber kein klassischer Spielmacher. Mushidi bringt Physis und Scoring mit, traf in Chemnitz aber nur 28,5 Prozent seiner Dreier. Für eine tragende Rolle setzen viele Klubs deswegen auf ausländische Guards, für einen kleinen Bankplatz könnten beide allerdigs zu erfahren und kostspielig sein.

    Erst einmal aber bietet der DBB die bestmögliche Bühne, denn beim Supercup trifft Deutschland am Freitag in Hamburg auf Tschechien, danach wartet entweder die Türkei oder Kroatien. Darauf folgen die wichtigen WM-Quali-Spiele gegen die Niederlande und Polen.

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    Lukas Hetterich