10.04.2025
All-NBA Teams
An beeindruckenden Leistungen mangelt es in der NBA selten. Dennoch bleiben für die absolute Elite nur 15 Plätze. Wer bekommt einen Spot in einem der drei All-NBA Teams? Wer sichert sich die letzte freie Stelle unter den fünf Besten? Wie gut waren LeBron James und Stephen Curry? Und weshalb spielt Jayson Tatum besser als jemals zuvor? Die Elite der Saison, kurz nacherzählt in 15 Akten.

Shai Gilgeous-Alexander
Gute MVP-Kandidaten besitzen im Normalfall beste Chancen auf das First Team. Shai bildet da keine Ausnahme. Eine bessere Guard-Saison hat die Liga schlicht selten gesehen. 49 Mal legte er mindestens 30 Punkte auf, 13 Mal mindestens 40. In vier spielen knackte er sogar die 50-Punkte-Marke. Defenses bekommen ihn kaum zu packen, verzweifeln an seinen fluiden Bewegungen, abrupten Stops und Beschleunigungen, seinem Hang, von überall innerhalb der Dreierlinie gefährlich zu sein - oder verlässliche an die Freiwurflinie zu marschieren und dort zu treffen (89,8 Prozent FT). SGA ist der beste Spieler eines historisch guten Teams, zudem defensiv wichtig.
Anthony Edwards
Vier Spots im First Team sind vergeben. Nummer fünf bringt ein paar Fragezeichen. Edwards erhält den Zuschlag, da er in dieser Saison sein Spiel umstellte, es dabei zunächst in ein Extrem kippte, am Ende jedoch eine bessere Balance fand. ANT entwickelte sich zu einem der sichersten Volume-Dreierschützen der Liga (39,4 Prozent 3FG bei 10,2 Versuchen). Zunächst vernachlässigte er darüber den Drive, hatte Probleme mit Defenses, die ihm den Weg in die Zone besser versperrten, marschierte im Februar und März jedoch wieder verlässlich an die Linie. Offensiv ist Edwards damit kaum zu stoppen. Dazu führt er den Umschwung der Wolves.
Jayson Tatum
Tatum mag leise sein, nicht das Charisma eines ANT mitbringen. Dafür ist er die große Konstante beim amtierenden Meister, einem der drei großen Favoriten. Boston kann sich darauf verlassen, dass Tatum mehrdimensional scort, Defensiven erfolgreich attackiert (70 Prozent FG am Ring), Mismatches gnadenlos ausnutzt, dazu disruptiv verteidigt. Gleichzeitig eignete er sich nach der Meisterschaft ein gutes Stück mehr Selbstverständnis an. Tatum weiß, dass er jederzeit der beste Spieler auf dem Court sein kann -und trägt dieses Wissen konstant nach außen.
Giannis Antetokounmpo
35 Punkte, 20 Assists und 17 Rebounds hatte noch niemand in einem Spiel angesammelt. Bis Giannis den Sixers begegnete. Das historische Triple Double illustriert, wie gut Antetokounmpo auch in dieser Saison unterwegs ist. In ein einem Jahr, in dem die Bucks ihr Selbst suchen, permanent nachjustieren, in dem sein Co-Star seit Wochen wegen einer Wadenthrombose fehlt, ist Giannis die große Konstanten. Nur Shai scort mehr, nur fünf Spieler greifen sich mehr Rebounds. Dazu bleibt Giannis auf dem Weg zum Ring schlicht gnadenlos und hat sein Spiel durch einen neu entdeckten Hang zur langen Mid Range (47 Prozent FG) geöffnet.
Nikola Jokic
Der beste Spieler der Liga spielt seine vielleicht beste Saison. Nicht wenige argumentieren in diese Richtung - und haben einen sehr guten Punkt. Sowohl bei den Punkten (30) als auch bei den Rebounds (12,8) und Assists (10,2) befindet sich Jokic in den Top-Drei. Dabei legt er als erster Center der Geschichte ein Triple-Double auf und macht seine Teamkollegen jeden Abend ein Stück besser. Ohne Jokic spielen die Nuggets statistisch auf dem Niveau der Wizards, mit ihm um die Playoffs - auch wenn sich Jamal Murrays Auswahl derzeit deutlich bemerkbar macht. MVP Nummer vier für den Joker wäre keine Überraschung.
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Stephen Curry
Kaum einer musste während der ersten Saisonmonate offensiv so viel schultern wie Curry. Jimmy Butler brachte Entlastung, Curry genießt sie. Seit Februar legt er im Schnitt gut 28 Punkte auf und führt die Warriors damit aus dem Play-in mitten hinein in den Kampf um Platz drei im Westen. Dass der Dreier trotz intensiver Aufmerksamkeit gegnerischerer Defenses bei gut elf Versuchen mit fast 40-prozentiger Sicherheit durch den Ring rutscht, mag bei Currys Geschichte normal wirken. Es ist herausragend. Auch mit 37 spielt der zweifache MVP elitär.
Donovan Mitchell
Der beste Spieler des zweitbesten Teams der Liga hatte berechtigte Ansprüche auf einen Platz im First Team. Mitchell macht, was die Cavs von ihm brauchen. Was auch bedeutete, dass er einen Schritt zurücktrat, vor allem Darius Garland, aber auch Evan Mobley offensiven Spielraum schenkte. Wenn nötig, übernimmt Mitchell dennoch und versenkt dabei gern auch mal den Meister aus Boston. Kleiner Makel: Trotz minimal geschrumpfter Usage ging auch die Effizienz leicht zurück.
Jalen Brunson
Brunson muss durchziehen, in zwei von New Yorks letzten drei Spielen auf dem Court stehen, um die für die Qualifikation entscheidenden 65 Spiele zu erreichen. Sein Knöchel zwang ihn einen Monat zum Zusehen. Zuvor spielte Brunson die nächste unglaublich effiziente Offensivsaison (26,2 Punkte, 48,9 Prozent FG, 38,3 Prozent 3FG). Mit seinen pointierten Bewegungen, seiner Physis, seinem Gespür für den Raum ist der Guard für Verteidiger kaum zu greifen - und das trotz seiner Größe. Brunson hatte größten Anteil daran, dass die Knicks-Offense zeitweise historisch gut unterwegs war.
LeBron James
Vor einigen Wochen wähnten einige LeBron bereits in der MVP-Konversation. Das war vielleicht ein wenig viel. Dass James mit nun 40 Jahren immer noch zu absoluten Elite zählt, offensiv immer noch dominieren kann, dazu zeitweise seine beste Defense seit Jahren spielte, ist Ehre genug. Trotz eines Trade-Bebens im Februar stehen die Lakers derzeit auf Rang drei im Westen und haben beste Chancen auf einen tiefen Playoff-Run. Das liegt einerseits natürlich an Luka Doncic, der mangels spielen nicht für All-NBA Teams qualifiziert ist, andererseits an LeBron, der offensichtlich noch lange nicht fertig ist.
Evan Mobley
Mobleys Evolution zum validen Star mag anders aussehen, als viele erwarteten, es macht sie nicht weniger beeindruckend. Statt nur vermehrt Dreier zu nehmen - wenngleich er tatsächlich häufiger von draußen abdrückt -, gibt der Big vermehrt den Playmaker, leitet Angriffe ein, tankt sich Richtung Zone durch und spielt am Ring physisch. Dazu entwickelte Mobley sein Passing weiter. Fundament bleibt ein defensives Skillset, das ihm in diesem Jahr den Defensive Player of the Year bringen könnte. Dass die Cavs die achtbeste Defense der Liga haben, ist zu großen Teilen Mobleys Verdienst - ohne die Leistung von Jarrett Allen schmälern zu wollen.
Tyrese Haliburton
Die ersten Wochen hinterließen Fragezeichen. Eigentlich hatten viele den Haliburton des Saisonstarts 2023 erwartet. Die Oberschenkelverletzung aus dem Frühjahr sollte ja ausgeheilt sein. Stattdessen kämpfte der Point Guard mit der Effizienz, sprach selbst davon, dass seine Würfe einfach nicht fallen. Vergangenheit. Längst zählt Haliburton wieder zu den effizientesten Playmakern der Liga (38,3 Prozent Assist Percentage), liegt laut Cleaning the Glass unter Point Guards zudem im 92. Perzentil bei der effective Field Goal Percentage (59,1 Prozent). Auch der Teamerfolg stimmt. Die Pacers gehören im Jahr nach den Conference Finals erneut zur Ost-Elite.
Cade Cunningham
Bereits jetzt haben die Pistons ihre Siege aus dem Vorjahr mehr als verdreifacht (43 vs. 14). Mit ein Verdienst von Cunningham. Im vierten Jahr schlüpft der Nummer-1-Pick von 2021 final in die Rolle des Franchise Players, nutzt die Freiräume, die die im Sommer verpflichteten Shooter bringen, scort selbst (25,9 Punkte) und setzt seine Mitspieler ein (9,1 Assists). Mit Cade auf dem Feld sind die Pistons deutlich ein besseres Team - und zur Belohnung warten die ersten Playoffs seit 2019.
Jalen Williams
Der fundamentale Offensivsprung blieb aus, wobei sich J-Dub steigerte, in den letzten Monaten vorne zudem deutlich dominanter auftritt (23,8 Punkte seit März). Gleichzeitig bezeichnet ihn sein Coach als "Universalgenie" und hat damit einen guten Punkt. Als alle Bigs ausfielen, half Williams als Center aus, verteidigte Sevenfooter und hielt das Team auf Kurs. Insgesamt ist er einer der wichtigsten, dazu der wohl vielseitigste Verteidiger des besten Teams der Saison, zudem sein zweitwichtigster Scorer.
Jaren Jackson Jr.
Dass die Grizzlies anders spielten, ist mittlerweile durchdiskutiert. Jackson profitierte dennoch. Er steigerte seine Effizienz und entwickelte sich zu Memphis’ bestem Spieler der Saison. Auch, weil er einen soliden Case als Defensive Player of the Year hat. Mit Jackson erlauben die Grizzlies laut Cleaning the Glass pro 100 Ballbesitze 7,4 Punkte weniger. Damit hielt er Memphis lange auf Kurs, ehe in den letzten Wochen ein kleiner Einbruch folgte.
Karl-Anthony Towns
So sehr ihn der Trade schockierte, KAT genoss die ersten Monate in New York. Sein Spiel, sein Shooting, seine offensive Präsenz hoben die Knicks-Offense auf ein neues Level. 24,4 Punkte legt Towns auf, trifft dabei 40,1 Prozent seiner Dreier, 52,6 Prozent seiner Würfe und greift sich zusätzlich 12,8 Rebounds (Career High). Eine kleine Delle beulte er zudem längst wieder aus.
Max Marbeiter