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    NBA

    vor 5 Stunden

    Thunder stehen vor einem spannenden Sommer

    Hartenstein als Zünglein an der Waage: Was Ex-Champ OKC in der Offseason erwartet

    Die Oklahoma City Thunder haben die Titelverteidigung verpasst. Es wird schwer, das Team komplett zu zusammenzuhalten, das Zünglein an der Waage wird aber Nationalspieler Isaiah Hartenstein sein.

    OKC wurde 2025 NBA-Champion.
    OKC wurde 2025 NBA-Champion. Getty Images

    64 Siege in der Regular Season, aber kein Titel. Zu Beginn der Saison fragten sich nicht wenige, ob die Thunder nicht sogar den Rekord der Golden State Warriors aus dem Jahr 2016 (73 Siege) angreifen könnte, doch diverse kleinere Verletzungen und eine kleine Schwächeperiode nahm schnell den Wind aus den Segeln.

    In den Playoffs gelangen dennoch zwei Sweeps gegen Phoenix und die Lakers, erst die San Antonio Spurs rammten nach sieben Spielen das Stoppschild in den Boden. Seit den Warriors 2017 und 2018 konnte also weiterhin kein Titel seinen Titel verteidigen, die Thunder waren aber so nah dran wie keine andere Mannschaft. Sie verloren dabei auch nicht gegen irgendein Team, sondern gegen eine Spurs-Truppe, die selbst über 60 Erfolge feiern konnte.

    Die Thunder konnten dabei ihr gewohntes Spiel nicht immer durchdrücken, die Verletzungen von All-Star Jalen Williams und Breakout-Spieler Ajay Mitchell taten ihr Übriges. Victor Wembanyama entpuppte sich als defensiver Cheatcode, für den auch die Thunder keine konstant guten Antworten hatten.

    Williams fehlte in Game 7.
    Williams fehlte in Game 7. Getty Images

    Mission Titelverteidigung gescheitert: OKCs Offseason startet früher als geplant

    Stattdessen beginnt für OKC die Offseason bereits im Mai, das Front Office um GM Sam Presti steht nun vor einigen schwierigen Entscheidungen. Fakt ist, dass man den Kader in dieser Zusammensetzung vermutlich nicht zusammenhalten kann. Würde man dies tun, blickt man auf Gehaltszahlungen von über 40 Millionen Dollar über dem Second Apron, was Kosten von über 500 Millionen Dollar sowie diversen Verboten für Trades zur Folge hätte.

    Alles zu den Apron-Regeln in der NBA gibt es hier.

    Im Vorjahr standen Boston, Minnesota und Phoenix vor einer ähnlichen Entscheidung, sie alle entschieden sich dafür, die Kosten zu reduzieren. Im Gegensatz zum Trio haben die Thunder aber bis 2033 gleich zwölf Erstrundenpicks zur Verfügung (zwei in diesem Sommer, darunter der 12. Pick) und mussten in dieser Saison keine Luxussteuer zahlen. Die Uhr startet erst im Juli, wenn die Maximalverlängerungen von Jalen Williams und Chet Holmgren beginnen.

    Dazu kommen drei Spieler mit Team-Optionen: Kenrich Williams sowie die beiden Starter Lu Dort und Isaiah Hartenstein. Bis zum 29. Juni muss hier eine Entscheidung her, hier wird entschieden, wie die Thunder die Offseason angehen werden (dazu sei gesagt, dass alle drei auch eine vorzeitige Vertragsverlängerung unterzeichnen könnten).

    Oklahoma City Thunder: Team-Optionen

    Spieler (Alter)PositionGehalt (25/26)Team-Option
    Isaiah Hartenstein (28)C28,5 Mio.28,5 Mio
    Lu Dort (27)SG/SF18,2 Mio.18,2 Mio.
    Kenrich Williams (31)PF/C7,2 Mio.7,2 Mio.

    Die Thunder haben jetzt mehrere Möglichkeiten: Sie können natürlich auch weit in der Luxussteuer in die neue Saison gehen, abgerechnet wird erst am Ende, sodass man auch erst später mit Trades einsparen kann. Oder man zieht die Optionen nicht und verhandelt neu. Gerade bei Hartenstein könnte dies Erfolg haben, da OKC vor zwei Jahren klar über Marktwert zahlte, um den deutschen Big aus New York loszueisen.

    Möglich, dass man für mehr Jahre und weniger Gehalt ihn halten kann. Ähnliches ist auch für Dort eine Option, während Williams‘ Abgang verschmerzbar wäre.

    San Antonio Spurs: Alle Spieler, Verträge und Gehälter

    Welche Alternativen gibt es?

    Andere Wege, um Geld einzusparen, wären Trades von Isaiah Joe (11,3 Mio.) oder Aaron Wiggins (9,2 Mio.), die in der Spurs-Serie keine Rolle spielten, bei anderen Team aber glasklare Rotationsspieler wären. Gleichzeitig könnte man mit den eigenen Draft-Picks ein Paket schnüren, um im kommenden Draft weiter nach oben zu kommen. Auch hier kocht bereits die Gerüchteküche.

    Und dann gäbe es auch noch die nukleare Option, ein Superstar-Trade. In der Theorie haben die Thunder alles dafür: jede Menge Picks, in Holmgren und Williams junge All-Stars (beide kassieren ab kommender Saison über 41 Millionen Dollar) und weitere kostengünstige Rollenspieler. Natürlich fordern jetzt auch "Experten" solche Manöver, wenn zum Beispiel ein Giannis Antetokounmpo auf dem Markt ist.

    Holmgren kassiert ab kommender Saison über 40 Million Dollar.
    Holmgren kassiert ab kommender Saison über 40 Million Dollar. Imago/Xinhua

    OKC Thunder: Noch lange nicht am Limit

    Was man aber nicht vergessen darf: Mit Ausnahme von Alex Caruso sind alle Rotationsspieler deutlich unter 30 Jahre alt, es gibt weiterhin Entwicklungspotenzial. Jalen Williams hat eine Seuchensaison mit vier Oberschenkelverletzungen hinter sich, bei Holmgren muss es nun darum gehen, dass sein Wurf schneller wird und er auch mal ein Mismatch gegen kleinere Gegenspieler bestrafen kann.

    Dazu bekommt OKC nun eine volle Saison von Jared McCain, womöglich kann auch Ex-Lottery-Pick Nikola Topic nach Kreuzbandriss und Hodenkrebs endlich Teil der Rotation werden. Die Möglichkeiten für Coach Mark Daigneault sind also weiter da, im Prinzip ist das trotz einer Meisterschaft noch kein fertiges Team.

    Der finanzielle Aspekt wird zwar dafür sorgen, dass die Thunder hier und da subtrahieren werden müssen, doch mit MVP Shai Gilgeous-Alexander und den vielen talentierten Wings sollte OKC in der Lage sein, mögliche Abgänge abzufedern. Die Frage wird vielmehr sein, auf wen die Thunder verzichten wollen.

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