26.03.2026
Bisherige Maßnahmen reichen Silver nicht aus
Tanking steht wieder im Fokus der NBA. Commissioner Adam Silver kündigt nun grundlegende Änderungen am Draft-System an und macht klar, dass die Liga handeln wird.

Nach dem Treffen des Board of Governors machte Silver klar, dass die Liga vor tiefgreifenden Anpassungen steht: "Wir werden das beheben. Full stop." Die aktuellen Anreize rund um die Draft Lottery hätten sich zu stark in Richtung gezielter Niederlagen entwickelt, besonders mit Blick auf den hochgehandelten Draft-Jahrgang 2026.
Bereits im Mai soll ein Sondertreffen stattfinden, bei dem konkrete Maßnahmen beschlossen werden. Silver betonte, dass sich die Rahmenbedingungen schon zur kommenden Saison deutlich verändern werden: "Die Anreize werden komplett anders sein als jetzt." Damit will die Liga verhindern, dass Teams weiterhin versuchen, ihre Chancen auf hohe Picks strategisch zu maximieren.
Ein zentrales Problem sieht Silver darin, dass sich echter Neuaufbau kaum noch klar von bewusstem Verlieren unterscheiden lässt. "Es gibt einen echten Rebuild mit Integrität", erklärte er. "Das Problem ist, dass es heutzutage fast unmöglich geworden ist, zwischen Tanking und Rebuild zu unterscheiden." Gerade durch Coaching-Entscheidungen, Rotationen und den Umgang mit Verletzungen sei die Grenze immer schwerer zu ziehen.
Silver machte zudem deutlich, dass die bisherigen Anpassungen nicht ausgereicht haben: "Wir müssen etwas extremeres tun als die inkrementellen Änderungen der letzten Jahre." Gleichzeitig lobte er die aktuelle Wettbewerbsdichte in der Liga, warnte jedoch: Wenn der Eindruck entsteht, dass nicht beide Teams alles für den Sieg geben, leide die Integrität des Sports.
Auch andere Themen wurden angesprochen. Im Fall von Cade Cunningham verteidigte Silver die 65-Spiele-Regel trotz Kritik: Man habe bewusst eine klare Grenze gezogen, auch wenn Einzelfälle als unfair empfunden werden könnten. Insgesamt sieht die Liga die Regel weiterhin als funktionierend an.
sgm