NBA
25.03.2026
Philly mehrmals vertreten
Große Zahlen, groß verzockt: Das sind die schlechtesten Verträge der NBA

Große Zahlen, groß verzockt: Das sind die schlechtesten Verträge der NBA
In der modernen NBA entscheiden nicht nur Stars, sondern vor allem ihre Verträge über Erfolg oder Misserfolg. Diese Spieler belasten mit ihren Deals das Salary Cap massiv, sei es durch Überbezahlung, Verletzungen oder Erwartungen, die sie nicht erfüllen konnten.
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Myles Turner: 4 Jahre, 108,8 Mio. Dollar
Es war einer der spektakulärsten Moves der vergangenen Jahre: Um Starspieler Antetokounmpo vom Verbleib zu überzeugen, kauften die Bucks Damian Lillard aus seinem Arbeitsverhältnis und nahmen stattdessen Myles Turner unter Vertrag. Heute weiß man: Der Plan ist nicht aufgegangen. Anstelle eines sportlichen Turnarounds steht Milwaukee noch schlechter dar, hat jahrelange finanzielle Bürden, verfügt in Turner über einen völlig überbezahlten Rotationsspieler und Giannis? Der wird trotzdem bald Bucks-Geschichte sein.
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Jerami Grant: 5 Jahre, 160 Mio. Dollar
Als Grant 2022 die Pistons verließ, war der damals 27-Jährige in seiner Prime und deutete All-Star-Potenzial an. Die ausgehandelten 160 Mio. Dollar Gehalt schienen bereits damals viel, heute lassen sie einen allerdings fragend zurück. Der Flügelspieler ist auch in seiner zwölften Saison extrem ineffizient in der Offensive. Der Fit mit Starspieler Deni Avdija ist kaum gegeben. Jedoch weckt der noch zweieinhalb Jahre andauernde Vertrag nur wenig Begierden bei der Konkurrenz.
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Jalen Green: 3 Jahre, 105,3 Mio. Dollar
Den Vertrag hatte Green damals noch mit den Rockets unterschrieben, die damals wohl noch an den Durchbruch des ehemaligen Nr. 2-Picks glaubten, ihn aber wenig später nach Phoenix verschifften. Hier stand er erst 24 Mal auf dem Parkett und erzielte dabei historisch schlechte 47,5% eFG. Noch ist der Guard jung und kann das Narrativ verändern. Zunächst aber limitiert er mit seinem teuren Vertrag die Gegenwart der Suns.
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Christian Braun: 5 Jahre, 125 Mio. Dollar
Gleiches gilt für Denver Christian Braun, der sich sogar noch im finalen Jahr seines Rookievertrages befindet, aber schon mal ordentlich Kasse machen wird. Dabei handelt es sich bei dem Guard lediglich um einen Rotationsspieler, wie es ihn in der NBA doch desöfteren gibt. In seiner offensiven Produktion ist er stark vom Wirken Jokics abhängig. Im Vergleich zur Vorsaison in nahezu allen wichtigen Statistiken schlechter.
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Jakob Poeltl: 3 Jahre, 84,1 Mio. Dollar
In Kanada gedraftet und 2023 zurückgekommen: Poeltl gehört seit Jahren zum Inventar in Toronto. Jüngst bedankte sich die Franchise mit einer vor-vorzeitigen Verlängerung des erst 2027 auslaufenden Vertrages. Zwar verbesserte der etwas unbewegliche Wiener mit jedem Jahr seine offensive Ausbeute, gleichwohl hat er seine defensive Prime wohl bereits hinter sich. Diese Saison fiel er wegen Rückenproblemen - bei Centern durchaus keine Seltenheit - große Teile aus. Das neue Arbeitspapier bindet ihn bis ins Alter von 34 (heute 30). Eine Zukunftswette, die Mut erfordert.
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Jordan Poole: 4 Jahre, 128 Mio. Dollar
Mit 22 Jahren verhalf Poole als zweiter Guard hinter Stephen Curry den Warriors zum NBA-Titel. Seitdem und einem Faustschlag von Ex-Teamkollege Draymond Green scheint es für ihn bergab zu gehen. Zwar ließ er sich damals in Golden State noch fürstlich entlohnen, nach zwei Teamwechseln scheint ihm aber die sportliche Identität verloren gegangen zu sein. 13,3 Punkte bei sehr mageren 47,7% eFG für über 30 Mio. Dollar pro Jahr? Das ist nur schwer zu toppen...
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Ja Morant: 5 Jahre, 197,2 Mio. Dollar
Fast 200 Mio. Dollar streicht Morant über die Dauer seines Vertrages ein. Es ist das Geld eines Franchise-Stars. Anstelle die Grizzlies in der NBA zu präsentieren, sorgt der Guard jedoch seit Jahren für Negativschlagzeilen. Auch mit 26 Jahren scheint Reife bei ihm noch kein großes Thema zu sein. Und auch sportlich hat er zuletzt einen großen Rückschritt gemacht. Der Wurf fällt weiterhin nicht und die früher so gefürchteten Drives nahmen kontinuierlich ab. Dass Morant noch immer in Memphis lebt, verdankt er einzig und allein seinem wenig attraktiven Arbeitspapier.
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Patrick Williams: 5 Jahre, 90 Mio. Dollar
Ein weiterer Fall davon, was passiert, wenn ein Team einen Spieler entsprechend seines Potenzials bezahlt und nicht seines tatsächlichen Mehrwerts. Williams galt im 2020er Draft als physisches Monster, schaffte es allerdings nie diese Eigenschaften in konstantes Scoring zu übersetzen. Diese Saison erreichte der Power Forward einen neuen Tiefpunkt: Degradierung auf die Bank, unfassbare 38,1% aus dem Feld und nur noch 6,8 Zähler. Und der Vertrag? Der läuft noch bis 2029!
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Anthony Davis: 3 Jahre, 175,4 Mio. Dollar
Heute ist es kaum zu glauben, angesichts all der Entwicklungen in der Zwischenzeit, doch seinen aktuellen Vertrag über drei Jahre unterschrieb einst noch in Los Angeles. Mit 32 Jahren und einer zunehmenden Anfälligkeit für alle möglichen Arten von Verletzungen kann "AD" seinem hohen Vertragswert schon lange nicht mehr matchen. Der Big Man lebte immer von seiner Athletik, konnte damit auch den fehlenden Wurf kompeniseren. Immer mehr zeichnet sich aber ab, dass dem dreifachen Blockchamp beides nicht zur Verfügung steht.
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Paul George: 4 Jahre, 211,6 Mio. Dollar
Los Angeles entschied sich bekanntermaßen gegen eine Verlängerung. Diese bekam George stattdessen in Philadelphia, wo er seither mit Nicht-Erscheinen glänzt. 68 Spiele absolvierte er in den knapp zwei Jahren für die 76ers und strich dabei eine achtstellige Summe ein. Dabei ist er mit nun 35 Jahren kaum mehr als ein guter Rollenspieler. Man kann sich vorstellen, dass diese Entwicklung abwärts erst am Anfang steht.
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Joel Embiid: 3 Jahre, 187,1 Mio. Dollar
Und dennoch bleibt das große Sorgenkind in Philly niemand Geringeres als Joel Embiid. Der Center, der auch längst seine 30er erreicht hat, dürfte inzwischen seinen Kniespezialisten inzwischen auf Kurzwahl eingespeichert haben. Es ist schon eine der tragischeren Stories der NBA-Zeitgeschichte. Nicht nur für Embiid selbst, sondern auch für Philly, deren Potenzial seit nunmehr knapp einem Jahrzehnt durch die unablässigen Ausfälle Embiids limitiert ist.
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