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Auch Towns sorgt weiter für Gesprächsstoff
Shai Gilgeous-Alexander stand während der gesamten Saison immer wieder wegen angeblichen Floppings in der Kritik. Nach dem Playoff-Aus der Oklahoma City Thunder platzte General Manager Sam Presti nun der Kragen. In einer emotionalen Rede verteidigte er seinen Superstar und rechnete mit sozialen Medien, gegnerischen Trainern und den Kritikern des zweimaligen MVP ab.

Die Diskussion um Shai Gilgeous-Alexander begleitet die NBA inzwischen seit Monaten. Kaum ein Superstar polarisiert aktuell so sehr wie der MVP der Oklahoma City Thunder. Kritiker werfen ihm regelmäßig Flopping und das gezielte Erschleichen von Fouls vor.
Bei seiner Saisonabschluss-Pressekonferenz hielt der langjährige OKC-Boss eine mehrere Minuten lange Verteidigungsrede für seinen Superstar und fand dabei deutliche Worte: "Er spielt gegen sechs Gegenspieler", erklärte Presti. "Er hat fünf Verteidiger auf dem Feld und der sechste Gegenspieler sind die sozialen Medien."
Vor allem während der Playoffs wurden immer wieder Clips verbreitet, die Gilgeous-Alexander beim angeblichen Schinden von Fouls zeigen sollten. Auch gegnerische Spieler und Trainer äußerten sich wiederholt kritisch über den Spielstil des Thunder-Stars.

Für Presti ist diese Entwicklung längst über das Ziel hinausgeschossen. "Er wird nicht der letzte Spieler sein, den diese Maschinerie ins Visier nimmt", sagte der 48-Jährige. "Aber niemand wird damit so würdevoll umgehen wie er. Wenn sich die Aufmerksamkeit irgendwann auf jemand anderen richtet, werden diese Spieler nicht jeden Abend aufs Feld gehen und so tun, als wäre nichts."
Gleichzeitig kritisierte Presti die zunehmende Praxis vieler Trainer, öffentliche Kritik an Schiedsrichtern zu nutzen, um Druck auf Offizielle auszuüben. "Früher hat man nach Spielen über sein eigenes Team gesprochen. Heute reden viele zuerst über die Schiedsrichter und diskreditieren den Gegner."
Besonders die Behauptung, Gilgeous-Alexander lebe ausschließlich von Freiwürfen, wollte Presti nicht stehen lassen. Der GM verwies darauf, dass sein Star vor allem in der Mitteldistanz und am Korb agiert und damit in Bereichen, in denen naturgemäß mehr Fouls entstehen als bei Spielern, die überwiegend Dreier werfen.
"Shai hat in dieser Saison 415 Fouls gezogen. Nur elf davon wurden per Challenge angefochten und lediglich vier Entscheidungen wurden anschließend zurückgenommen", erklärte Presti. "Das sind ungefähr zweieinhalb Prozent."
Betrachtet man lediglich die gezogenen Fouls, gehört Gilgeous-Alexander laut Presti nicht einmal zu den Spitzenreitern der Liga. "Er liegt gemeinsam mit Joel Embiid auf Platz acht oder neun. Aber wenn man die Diskussionen verfolgt, könnte man denken, er wäre die Nummer eins bis fünf gleichzeitig."

Zum Abschluss seiner Ausführungen lobte Presti seinen Franchise-Player ausführlich und stellte ihn als positives Gegenbeispiel zu vielen gängigen NBA-Klischees dar. Der Thunder-Star beschwere sich kaum bei Schiedsrichtern, spiele auf beiden Seiten des Feldes und verzichte weitgehend auf Load Management.
"Alle sagen immer, NBA-Spieler würden nur meckern und ständig auf Fouls hoffen", sagte Presti. "Shai hat in dieser Saison drei technische Fouls bekommen. Keines davon wegen Beschwerden bei den Schiedsrichtern."
Auch bei der Einsatzbereitschaft hob der GM seinen Superstar hervor. "Niemand spielt mehr, alle pausieren ständig. Shai spielt jede Nacht. Er spielt gegen gute Teams, gegen schlechte Teams, Back-to-Back-Spiele, er ist immer da." Deshalb wünscht sich Presti einen faireren Blick auf den MVP. "Statt nur darüber zu reden, was uns nicht gefällt, sollten wir auch anerkennen, wie viel Positives er für diesen Sport tut."
kon