21.02.2026
Sogar Pesic staunt nicht schlecht
Lange wirkte der BMW-TOP-FOUR-Auftakt zwischen Bamberg und den Bayern zerfahren, ehe beide Teams mit furiosem Shooting die Werbetrommel für den Sport rührten - mit besserem Ende für den Underdog.

Der Gewinn des TOP FOURS im BBL-Pokal? "Ja, es ist für uns sehr realistisch", hatte Bamberg-Coach Anton Gavel erst vor wenigen Tagen gegenüber basketball-world.news behauptet. Eine mutige Aussage, schließlich sind die Oberfranken mit dem geringsten Kaderbudget der Liga in die Saison gegangen, Halbfinalgegner Bayern wiederum mit dem - mit Abstand - höchsten.
45 spektakuläre Minuten später wirkt die Aussage Gavels gar nicht mehr so aus der Luft gegriffen. "Was soll man sagen", rang selbst Bayern-Trainer Svetislav Pesic auf der anschließenden PK um Worte, um dann aber doch noch sehr deutlich zu werden: "Wir spielen zuhause, aber sie haben das Spiel von der ersten bis praktisch zur letzten Minute bestimmt."
Besonders defensiv machte es der ehemalige Serienmeister der BBL lange sehr gut, hielt Münchens Topspieler Andi Obst in der ersten Hälfte bei nur zwei Punkten. "Es war unser absoluter Fokus, sein Leben schwer zu machen. Das ist uns in der ersten Hälfte gut gelungen."
Offensiv war die Partie hingegen lange zäh. Erst in der zweiten Hälfte nahm das Spektakel seinen Lauf, als sich beide Teams mit Clutch-Würfen abwechselten. Dabei waren die Gäste dem Sieg bereits vor Ende der regulären Spielzeit sehr nahe. Knapp eine Minute vor Schluss hatte Cobe Williams aus der Distanz auf +6 gestellt. Obst und Dimitrijevic behielten aber die Nerven und beruhigten die zahlreich anwesenden Bamberger Fans.
"Du bist sechs Punkte vorn, kassierst zwei Dreier und gehst in die Overtime", ließ Gavel nochmal Revue passieren. "Dann ist das Momentum eigentlich auf der anderen Seite." Zur Freude des Coaches ließen sich die Bamberger davon allerdings nicht aus der Bahn werfen. Im Gegenteil: 20 Punkte erzielten sie in den fünf Zusatzminuten. Selbst der 76-Jährige Pesic habe so etwas noch nie erlebt, versicherte er später.

"Wir haben halt krasse Spieler", erklärte Zach Ensminger im Anschluss euphorisch. "Cobe Williams, Ibi Watson, alle fünf, die auf dem Feld standen waren so fokussiert und haben am Ende einfach die Big Shots getroffen."
Und davon gab es einige. Viermal schossen sich die Bamberger in den Schlussminuten in Führung, immer wieder hatten die Bayern die richtige Antwort parat. Erst der Dreier von Ibi Watson 52 Sekunden vor Ende brachte die Entscheidung. Ensminger resümierte passend: "Das war einfach krass, muss man ehrlich sagen."
Viel Zeit zum Feiern bleibt den Bambergern allerdings nicht. Keine 24 Stunden später geht es im Finalduell gegen den Sieger aus dem Duell Oldenburg gegen Alba Berlin. "Wir können uns jetzt eine Stunde freuen, aber dann geht der Fokus auf morgen."
Julius Ostendorf