20.02.2026
Halbfinale gegen die Bayern
Das BMW TOP FOUR ist für Die BMA365 Bamberg Baskets mehr als nur ein Bonus-Event. Es ist Bühne, Bewährungsprobe und die greifbarste Titelchance dieser Saison. Während in der Liga noch ein langer Weg bis zu den ersehnten Playoffs wartet, entscheidet sich im BBL-Pokal alles am Wochenende. Do-or-Die gegen den FC Bayern. Und Bamberg fährt nicht als Außenseiter nach München.

Die Niederlage gegen Alba Berlin in der Crunchtime war ein Warnsignal. 98 zugelassene Punkte zu Hause. Zu viel für den Geschmack von Bamberg-Trainer Anton Gavel, wie er im exklusiven Interview mit basketball-world.news verrät: "Wenn wir gegen Topmannschaften spielen wie Berlin oder München, musst du vor allem defensiv eine Leistung abrufen. Wenn du defensiv nicht stattfindest, so wie wir das gegen Berlin gemacht haben, dann gewinnst du solche Spiele nicht."
Gegen Topteams gehe nicht nur um Taktik, sondern um Details. "Es muss alles in deine Richtung laufen. Du musst einen Sahnetag erwischen, die sollen natürlich keinen Sahnetag erwischen. Am Ende muss der eine oder andere Ball in deine Richtung fallen."
In Rostock, beim 88:86-Sieg nach Verlängerung, tat er genau das. Die Generalprobe gelang. Mit mittlerweile 12-9 Siegen haben sich die BMA365 Bamberg Baskets in den vergangenen Wochen stabilisiert, stehen mittlerweile wieder auf einem starken Rang sieben in der Tabelle - trotz des kleinsten Personaletats der Liga. Doch gegen die Münchner braucht es mehr als nur Momentum.
Gibt es im Pokal, angesichts des übermächtigen Gegners im Halbfinale, wirklich Titelchance? Gavel reagiert ohne Zögern: "Ja, es ist für uns sehr realistisch."
Doch entscheidend sei der Umgang mit der großen Bühne. "Diese Emotionen sind das Erste, was wir im Griff haben müssen. Das haben wir gegen Berlin nicht so gezeigt. Die Balance zwischen deinen eigenen Fähigkeiten auf dem Feld und den Emotionen wird wichtig sein."
Druck? Den gibt es in Bamberg immer. "Wer hier spielt oder coacht, wird mit Druck konfrontiert, weil die Historie einfach zu groß und zu erfolgreich war. Der Druck ist da. Wir müssen alle damit umgehen können." Es ist bereits das dritte TOP FOUR in Serie, das Zweite unter dem Slowaken im Amt. Stabilität ist also da. Gleichzeitig wächst die Erwartungshaltung, endlich wieder einen Titel nach Franken zu holen.
Einer, der Verantwortung nicht scheut, ist Cobe Williams. In zwei der drei Pokalspiele war er Topscorer, auch im Viertelfinale entscheidend.
Was sich in K.o.-Spielen für ihn verändert? "Das Energie-Level", sagt er gegenüber basketball-world.news. "Es ist ein unglaublich wichtiges Spiel. So ein Alles-oder-nichts-Spiel. Du musst hungrig bleiben, von Beginn an mit hoher Energie spielen und das über die gesamte Partie durchziehen. Ruhig bleiben, fokussiert bleiben, zusammenbleiben."

Das TOP FOUR ist für ihn Neuland, und genau das reizt den 25-jährigen US-Amerikaner: "Ich habe so etwas noch nie erlebt. Das ist etwas ganz Besonderes. Ich bin extrem motiviert und freue mich einfach, da rauszugehen und zu spielen."
Angesprochen auf seine Rolle als Go-to-Guy reagiert der Bamberger Guard gelassen. "Es fühlt sich gut an. Ich mag die Verantwortung. Davon habe ich immer geträumt."
Doch Zahlen interessieren ihn nur bedingt. "Natürlich ist da Potenzial für mehr. Aber ich denke nicht darüber nach. Es geht darum, das Spiel zu gewinnen. Wenn ich dafür viel scoren muss, gut. Wenn ich unter meinem Schnitt bleibe, auch gut. Hauptsache, wir gewinnen."
| Spiele | Minuten | Punkte | Rebounds | Assists | 3 PM | 3 P% |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 21 | 24:19 | 14,9 | 2,0 | 4,0 | 2,2 | 37,7 |
Gavel weiß, wie wichtig ein Spieler wie Williams ist. "Cobe ist sicherlich einer unserer Anführer. Aber wir haben uns damit ausgezeichnet, dass immer jemand anderes in die Bresche springen konnte."
Genau das zeigte sich auch zuletzt: fünf Starter zweistellig, gegen Rostock schon zum 21. Mal in Folge dieselbe Anfangsformation und vier Siege aus den letzten fünf Spielen.
Doch nun wartet mit den Bayern das formstärkste Team der Liga, mit individueller Klasse und Tiefe auf jeder Position. Doch die Franken reisen mit Überzeugung an und München wird zeigen, wie weit Bamberg wirklich ist.
Lukas Hetterich